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Piraten starten Selbstversuch mit Mitgliedern

August 15, 2010 2 Kommentare

Also an Pathis fehlt es den Piraten ka nicht:

Nur ein kurzer Exkurs. Alleine der Satz: “Das elektronische Diskussions- und Abstimmungssystem soll dauerhaft und bundesweit alle gut 12.000 Parteimitglieder in Entscheidungsprozesse einbeziehen.” – das läßt darauf schließen, dass sowohl alle Mitglieder das System technisch als auch physisch nutzen können. Das heisst es ist für Blinde zum Beispiel absolut transparent und barrierefrei? Mag ja sein, dass es keine Blinden oder Sehbehinderten bei den Piraten gibt, aber ich bezweifle erst mal, dass es das schon ist. Denn es werden noch Webentwickler dazu gesucht. Aber das System startet schon mal – udn schließt damit von Anfang an diejenigen aus, die da Probleme haben.

Es geht auch nicht nur um eine relative Barrierefreiheit, sondern meines Erachtens auch darum Demokratie relativ “barrierefreier” zu machen. Und ich denke das Komplexität immer auch eine eigene Art von Intransparrenz darstellt.

Vergleich gefällig? OOXML von Microsoft. Es wird ganz detailliert dokumentiert wie es funktioniert. Auf 6000 Seiten. Damit aber für niemand mehr erfassbar.

Wie ich wiederholt kritisiere scheint LF nur scheinbar als transparenter. Es ist eine technische Lösung, die ein ein vermeintliches Problem zu lösen versucht, das gar nicht existiert.

Es wird immer behauptet es würde bei LF ein Dilemma zwischen Datenschutz und Transparenz geben. Das stimmt zum Teil. Lesen wir mal dies: »Das System ist teilweise auch von außen einsehbar. Jeder kann jetzt vom heimischen Wohnzimmer aus verfolgen, worüber wir debattieren und wie wir abstimmen. Antragstexte, Anregungen und Ergebnisse sind transparent. Die Namen oder Pseudonyme der Nutzer werden allerdings nicht veröffentlicht.«

Also das ist jetzt zwar toll, dass alles einsehbar ist. Aber bei einer Wortmeldung auf einem Parteitag oder einem Antrag kann man entweder sehen oder lesen wer etwas vorschlägt. Mit Pseudonymen weißt Du gar nicht wer das ist – und kannst auch nicht transparent sehen, welche Verwicklungen er evt. hat. Sagen wir es ist ein Vorschlag zur Umgestaltung der Müllabfuhr – und die Dame die es vorschlägt ist im Management einer soclhe Firma. Wenn man das wüßte, würde man so einen Vorschlag gründlicher lesen. Transparenz hier fehl am Platze.

“So entsteht ein offener Wettstreit der besten Ideen.”

Da haben sie das Wesen der Demokratie nicht verstanden. Es geht nicht um einen Wettstreit der besten Ideen. Es gibt unterschiedliche Zielsetzungen an denen man arbeiten kann. Das hat immer ganz viel mit dem eigenen Wertesystem zutun – und darauf ergeben sich Zielrichtungen. Die Ziele sind es um die man sich streiten muss und nicht um konkrete Einzelideen. Ebenso ist die Beeinflußung durch Lobbyisten ein Problem. Auch dies wird hierdurch nicht angegriffen, sondern eher noch erleichtert. Mitglieder, die sich zusammenschließen und es darauf verstehen Leute zu beeinflußen lassen es so aussehen, als wenn sie ihre Idee als beste Idee ins Rennen schicken. Was wirklich dahinter steht bleibt noch unklarer als in gängigen Meinungsbldungsprozessen.

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