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Archive for August 2010

Bundesbank eine antisemitische Einrichtung?

Wenn man den Artikel zu Sarrazin auf tagesschau.de liest, fragt man sich wie die Bundesbank sagen kann:

“Es bleibt dabei, dass die Ansichten von Herrn Sarrazin seine persönliche Meinung sind, die in keinem Zusammenhang stehen mit seiner Tätigkeit als Bundesbankvorstandsmitglied.”

Damit ist jetzt nicht mehr Sarrazin das Problem – ich hatte ehrlich gesagt gedacht, der wäre schon längst auf dem Abstellgleis, sonder es ist die Frage warumd ie Bundesbank ganz bewusst offenen Antisemitismus und Rassismus duldet. Mit Privatmeinung ist das nicht mehr zu entschuldigen. Jemand wie Sarrazin ist als öffentliche Person nicht duldbar. Wer ihn beschäftigt unterstützt verdeckt eben diese Thesen. Es sind schon Leute wegen geringfügiger Sachen gegangen worden.

Inzwischen ist auch die Frage wie die Bundesregierung ihre Verantwortung im Fall Sarrazin sieht. Der wird alle mit sich reissen, die sich nicht früh genug von ihm distanzieren. Es ist bei ihm weder mit einer Entschuldigung noch mit der Versicherung getan, dass er etwas ähnliches nicht wiederholen würde.

Das es da sogar Personen gibt, die öffentlich seine Meinungen unterstützen zeugt nur wie normal bei uns inzwischen der Hass auf alles Fremde wieder geworden ist.

Das wäre auch mal ein Zeitpunkt für einen Bundespräsidenten zu zeigen, dass es ihn noch gibt!? Von dem habe ich seit seiner Wahl noch nichts gehört. Wahrscheinlich ist er zu feige sich unbeliebt zu machen! Der kann ihn sogar entlassen! Mach es einfach…

Sarrazin beweist, dass die Extremismus-Theorie nicht stimmt.

August 27, 2010 1 Kommentar

Sarrazin ist nicht zu einem Rechtspopulisten geworden. Sarrazin ist ein Rassist, dessen Äußerungen aus der angeblich so reinen Mitte kommen:

Man lann natürlich den ganzen Rassismus, der von CDU, FDP, Grünen und FDP kommt versuchen als rechtsextrem einzuordnen, sobald er eine bestimmte Grenze überschreitet. Wahrer ist jededoch, dass Rassismus in erster Linie rassistisch ist – egal welchem politischen Lager sich jemand selbst zuordnet – oder wie weit jemand in der Mitte verankert ist.

Sarrazin beweist als Ex-Finanz-Senator wunderbar, dass die Extremismus-Theorie uns nicht weiterhilft. Einige meinen den Kritikern dieser Theorie dem entgegnen zu müssen, dass Deutschland sich ja verändert hätte. Aber darum gehst doch gar nicht. Sarrazin ist ein Rassist – und daran ist nichts zu deuteln. Er passt aber nicht in das Schema eines klassischen Links- oder Rechtsextremisten. Weil diese Kategorisiereung eben frei erfunden wurde um einzelne Gruppen, insbesondere scharfe Kritiker unseres Systems von “links” zu diffamieren und vom Verfassungsschutz beobachten lassen zu können.

Um das rechtfertigen zu können muss man einen gleichwertigen Gegner von rechts aufbauen – auch wenn es keine Beziehung zwischen rechts und links gibt. Und auch wenn es Rassisten in jedem politischen Lager gibt.

Die Extremismus-Theorie dient lediglich dazu alltäglichen Rassismus zu rechtfertigen. Denn ein Sarrazin ist ja kein Rechtsextremist – also  kann er ja schreiben was er will und ist als Mann der Mitte per Definition ernst zu nehmen.

Und  da liegt auch eines der Probleme: Kaum ein anderer Rassist wird so gerne mit seinen Thesen in der Medienöffentlichkeit präsentiert, wie Sarrazin.  Es ist Zeit ihn als das zu bezeichnen und so zu behandeln, was und wie er ist! Ich will seine Hasspropaganda nicht mehr zu bester Sendezeit ungekürzt hören müssen

Täter Assange im Wald der Vorwürfe

Es ist wohl unzweifelhaft, dass Assange sich in seinem Privatleben sexuelle Übergriffe herausgenommen hat, die vielleicht noch nicht strafrechtlich relevant sind, aber dennoch aufs schärfste zu verurteilen sind. Dabei ist es irrelevant was gerichtsfest bewiesen ist. Wer sich mit dem Thema Vergewaltigung beschäftigt weiß, dass in den wenigsten Fällen klare Beweise vorliegen – Opfer haben oft Erinnerungslücken, bringen Fälle gar nicht erst zur Anzeige oder ziehen Anklagen zurück, weil die Anzeige selbst ihnen mehr Nachteile bringt als dem Täter.

Es geht dabei auch auf die Prinzipien von Definitionsmacht zu achten. Wir kennen hier in Deutschland ja auch den Fall Kachelmann. Die Behandlung der Betroffenen durch Polizei, Justiz und Öffentlichkeit ist dabei überwiegend geprägt von Mißtrauen. Eine Retraumatisierung dabei keine Seltenheit.

Mehr zu dem Thema Definitionsmacht auch hier.

Es kann ja wohl auch nicht sein, dass ein Kerl, Assange hier den Weltretter via Wikileaks spielt – und die ganzen Geeks dann jedwede Anschuldigung an ihn abwehren weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Da wird lieber Verschwörungstheorien geglaubt, denen man ansonsten so gerne skeptisch gegenüber steht.

Also es geht hier nicht um eine rechtliche Definition – es geht darum, dass es keinen Grund gibt die Aussagen der beiden Frauen anzuzweifeln.

Noch mehr Piraten

August 23, 2010 6 Kommentare

Ja da gibt es noch mehr, die gerne sagen wollen “Ich bin Pirat!”:

1. Hitler

2. Stalin

3. Mao

4. Möllemann

5. Bismarck

6. Pinochet

Und nun?

Welche findet ihr dann am besten? Vielleicht fallen euch ja noch weitere historische Figuren ein. Sorry Piraten, aber das war ja auch nur ne Frage der Zeit, oder? Wer will kann ja seine Ergebnisse aus dem Piratisierer-Tool hier als Kommentar verlinken.

Da versteht Kasperle die Welt nicht mehr

August 17, 2010 8 Kommentare

Leider komme ich aus Zeitgründen erst jetzt dazu auf die Entwicklung im Spiegelfechter einzugehen. Isi kenne ich nun auch schon etwas länger – und sie wies mich auf einen Blogbeitrag von Roberto J. De Lapuente beim Spiegelfechter hin, der dort im lamoryanten Tonfall das Schicksal der armen Männer beklagt und dabei tief versinkt in die Frauenverachtertrickkiste. Hier mal einige Beispiele:

…verlassen von Frau und Kind, verlassen von einer Gesellschaft, die vorgibt, engagiert gleichberechtigt zu sein, es aber nicht ist und in Anbetracht des herrschenden ideologischen Dogmatismus, der weibliche Emanzipation mit Überwältigung des Mannes, der damit zum Feind, zum Geschlechtsfeind wird, gleichsetzt….

Jens Berger wird sich Fragen, was hieran denn schon problematisch ist? Zum einen verfällt der Autor durchweg in eine Haltung in der er Frauen und Männern spezifische Eigenschaften zuschreibt – das ist die Basis jedes Sexismus – das Frauen nun mal so und so sind – und Männer eben anders. Hier kommt hinzu, dass der Autor Sinn und Zweck der feministischen Emanzipation hier umdeutet und ihr als einziges Ziel die “Überwältigung des Mannes” unterschiebt. Aaalso – bar jeglichen Beweises wird einer Emanzipationsbewegung Ziele untergeschoben. Daraufhin definiert man dieses Bewegung als Aggressor und bindet zu dem dann noch alle Frauen an die Emanzipation und definiert alle Männer als Opfer der beiden. Süßer  Trick, aber für wie dumm hält uns der Autor? Oder ist er so dumm? Aber weiter im Text:

Dabei liegt das Gewaltmonopol weiterhin beim Mann, muß es vielleicht auch liegen, damit mit dogmatischer Strenge dem feministischen Abnormitäten, diesen krankhaften Überhöhungen der eigenen Geschlechtlichkeit, gefrönt werden kann.

Da geht es Schlag auf Schlag. Was steht hier?

  1. Der Mann muss das Gewaltmonopol haben (Was soll das heißen?)
  2. Feminismus ist abnormal
  3. Feministinnen sind krankhaft
  4. Feministinnen frönen ALLE einer Überhöhung ihres eigenen Geschlechtes
  5. Zwischen den Zeilen: das weibliche Geschlecht ist minderwertig und braucht die Starke Hand des Mannes um sie zu unterdrücken

Was ist daran jetzt nicht zutiefst hasserfüllt und frauenfeindlich? Gerade bei dem Absatz hätte ich Kotzen können. Wieder wird hier nicht argumentiert, sondern nur verallgemeinert und mit emotionalisierenden Begriffen der Hass auf Feministinnen und Frauen geschürt. Denn wohlgemerkt: Hier wird nicht eine bestimmte Feministin oder eine konkrete Frau oder ein bestimmtes Buch kritisiert. Dieser Absatz gilt alle Frauen und Feministinnen. Eine Frau kann dieser Kritik nur entgehen, wenn sie ihre eigene Schlechtigkeit akzeptieren und sie voll dieser Kritik anschließen würde. Sind wir etwa noch im 19. Jahrhundert? Welches Niveau und was für ein Stil ist das bitte?

Gewalt, das ist eine männliche Domäne – Gewalt in der Ehe ohnehin, obwohl mittlerweile bekannt ist, dass eheliche Gewalt ausgeübt von Frauen an ihren Männern, nicht nur keine Seltenheit, sondern eine erschreckende Alltäglichkeit ist.

Übersetzt heißt das wohl, dass eine Frau sich nicht darüber beschweren darf, wenn sie ihr Mann halbtot schlägt – denn es soll auch Frauen geben, die schlagen: Das gleicht sich dann wieder aus, …. oder so?

Ich selbst habe den Artikel damals wie folgt kommentiert:

Was für ein Drecksartikel, wirklich! Ich dachte Spiegelfechter wäre irgendwie man ein vernünftiges Blog gewesen – aber der Artikel und die Kommentare sind einfach nur schlecht, menschenverachtend, frauenverachtend, vorurteilsbehaftet, sexistisch! Unter jedem Niveau bei dem man anfangen könnte zu diskutieren. Plonk!

Darauf einen ernsthaften Artikel als Gegenposition zu veröffentlichen, wie Isi es getan hat war ein Fehler. Sie hat tatsächlich versucht die Realität zu beschreiben wie sie ist – und warum die für Frauen fast immer schwieriger ist.

Ich werde aus dem obigen Artikel nicht noch mehr zitieren, denn es geht im selben Stil weiter. Wichtig ist also, dass Isi da einen eigenen  Artikel geschrieben hat – und aufgrund der Kommentare wieder zurückzog, weil sie erschrocken war über das Niveau. Ich selbst denke, dass beides ein Fehler war: Sowohl das Veröffentlichen in dem Blog als auch das Entfernen des Artikels. Letzterer Schritt ist vielen Leuten nicht verständlich zu machen. Ich verstehe das – und als Urheberin hat sie ja auch das definierte Recht zu entscheiden was mit ihrem Artikel passiert. Das Blogger wie Jens Berger da ein Problem mit dem Urheberrecht haben steht auf einem anderen Blatt.

Isis Artikel “Vaterrecht und Mutterpflicht” steht nun in “Das Blättchen” für das sie schon länger schreibt. Wer will kann ihn also nach der erfolgten Löschung auf Spiegelfechter dort nach wie vor nachlesen.

Also nun zu Jens Berger: In ähnlich lamoryanten Stil ließ er die Geschichte revue passieren:

Kasperletheater in Drei Akten” . Seine Groupies sind ja total angetan davon, wie auch die Kommentatoren von De Lapuente damals von dem anderen Artikel. Endlich mal Frauen virtuell schlagen und sogar Applaus dafür bekommen. Super?

Zunächst macht er sich über geschlechtergerechte Sprache lustig. Weil offenbar ist ihm das ja als Mann total egal – oder er verstehts nicht Feminsiteinnen sind borniert sagt er. Armes Kasperle. Phantastisch dieser Satz:

Doch derlei unerfreuliche Begegnungen blendete ich im Lauf der Zeit aus, traf ich in meinem späteren Leben doch sehr viele selbstbewusste und emanzipierte Frauen, die das Thema Emanzipation in einer selbstverständlichen und lockeren Art und Weise verinnerlicht hatten.

Was macht er hier? Er definiert, dass wahrlich emanzipierte und selbstbewusste Frauen weder geschlechtergerechte Sprache benutzen (oder gar darauf beharren) würden – und dass wahre Emanzipation eben explizit nicht feministisch ist. Also Mann definiert das Nicht-Emapnzipation emanzipatorischer ist, als feministische Emanzipation. Sprich Frauen, die sich eher gemäß Frauenideal von Herrn Berger benehmen steigen in seiner Einschätzung (und können wohl auch besser als Objekte dienen) als Frauen wie Isi, die öffentlich für Emanzipation eintreten. Nein, die sind in seinen Augen nicht emanzipiert – denn sie geben ihm als Mann ja nicht recht und entsprechen nicht seinem Ideal. Wie kann sowas emanzipiert sein?

Nun ja, für mich als Normaldenkenden liest sich der Artikel keinesfalls frauenfeindlich. Aber was weiß ich schon?

Interessant. Dazu fällt mir wieder das Beispiel ein wie ein Mathematiker einen Löwen fängt: Er definiert sich selbst als außen und baut um sich herum einen Zaun!

Wenn Herr Berger offene Frauenfeindlichkeit nicht erkennt – aber er denkt ja normal – dann muss logischerweise alles, was das sieht irgendwie voll radikaloberfeministisch sein. Denn sonst wäre ja ein ganz gewöhnlicher Sexist. Aber welcher Alpha-Blogger sortiert sich schon gerne so ein? Kommt ja nicht so gut für die Abrufzahlen.

Als letztendlicher Beweis für Isis radikalfeminstische Einstellung dient ihm dann ein Link zu einem Fake-Account im Emma-Forum: Da der aber Isi gar nicht gehört haben wir die These ja aber nun voll erledigt, oder?

Da versteht der Kasperle die Welt nicht mehr – und dokumentiert seine Unwissenheit auch noch in Artikelform. Peinlich, peinlich. Nein Herr Berger, Sie definieren nicht für Frauen was guter Feminismus ist. Sie sollten erst mal lernen Texte zu lesen und offene Frauenfeindlichkeit zu erkennen bei sich und ihren Gastautoren!



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Piraten starten Selbstversuch mit Mitgliedern

August 15, 2010 2 Kommentare

Also an Pathis fehlt es den Piraten ka nicht:

Nur ein kurzer Exkurs. Alleine der Satz: “Das elektronische Diskussions- und Abstimmungssystem soll dauerhaft und bundesweit alle gut 12.000 Parteimitglieder in Entscheidungsprozesse einbeziehen.” – das läßt darauf schließen, dass sowohl alle Mitglieder das System technisch als auch physisch nutzen können. Das heisst es ist für Blinde zum Beispiel absolut transparent und barrierefrei? Mag ja sein, dass es keine Blinden oder Sehbehinderten bei den Piraten gibt, aber ich bezweifle erst mal, dass es das schon ist. Denn es werden noch Webentwickler dazu gesucht. Aber das System startet schon mal – udn schließt damit von Anfang an diejenigen aus, die da Probleme haben.

Es geht auch nicht nur um eine relative Barrierefreiheit, sondern meines Erachtens auch darum Demokratie relativ “barrierefreier” zu machen. Und ich denke das Komplexität immer auch eine eigene Art von Intransparrenz darstellt.

Vergleich gefällig? OOXML von Microsoft. Es wird ganz detailliert dokumentiert wie es funktioniert. Auf 6000 Seiten. Damit aber für niemand mehr erfassbar.

Wie ich wiederholt kritisiere scheint LF nur scheinbar als transparenter. Es ist eine technische Lösung, die ein ein vermeintliches Problem zu lösen versucht, das gar nicht existiert.

Es wird immer behauptet es würde bei LF ein Dilemma zwischen Datenschutz und Transparenz geben. Das stimmt zum Teil. Lesen wir mal dies: »Das System ist teilweise auch von außen einsehbar. Jeder kann jetzt vom heimischen Wohnzimmer aus verfolgen, worüber wir debattieren und wie wir abstimmen. Antragstexte, Anregungen und Ergebnisse sind transparent. Die Namen oder Pseudonyme der Nutzer werden allerdings nicht veröffentlicht.«

Also das ist jetzt zwar toll, dass alles einsehbar ist. Aber bei einer Wortmeldung auf einem Parteitag oder einem Antrag kann man entweder sehen oder lesen wer etwas vorschlägt. Mit Pseudonymen weißt Du gar nicht wer das ist – und kannst auch nicht transparent sehen, welche Verwicklungen er evt. hat. Sagen wir es ist ein Vorschlag zur Umgestaltung der Müllabfuhr – und die Dame die es vorschlägt ist im Management einer soclhe Firma. Wenn man das wüßte, würde man so einen Vorschlag gründlicher lesen. Transparenz hier fehl am Platze.

“So entsteht ein offener Wettstreit der besten Ideen.”

Da haben sie das Wesen der Demokratie nicht verstanden. Es geht nicht um einen Wettstreit der besten Ideen. Es gibt unterschiedliche Zielsetzungen an denen man arbeiten kann. Das hat immer ganz viel mit dem eigenen Wertesystem zutun – und darauf ergeben sich Zielrichtungen. Die Ziele sind es um die man sich streiten muss und nicht um konkrete Einzelideen. Ebenso ist die Beeinflußung durch Lobbyisten ein Problem. Auch dies wird hierdurch nicht angegriffen, sondern eher noch erleichtert. Mitglieder, die sich zusammenschließen und es darauf verstehen Leute zu beeinflußen lassen es so aussehen, als wenn sie ihre Idee als beste Idee ins Rennen schicken. Was wirklich dahinter steht bleibt noch unklarer als in gängigen Meinungsbldungsprozessen.

Zu Fefe und Netzneutralität

August 14, 2010 4 Kommentare

Wenngleich ich da mal ausnahmsweise in der Kritik an der Pro Netzneutralität-Initiative Fefe zustimme:

… so finde ich es doch  falsch zu schreiben:

Netzneutralität sichert, dass ICH mich im Internet frei äußern kann und die Leute das auch lesen können

da verwechselt jemand Meinungsfreiheit und Netzneutralität.

Zum einen sind Zugangsbeschränkungen alltäglich. Angefangen davon, dass sich nicht jeder leisten kann eine Zeitung zu abonnieren, bis hin zu kostenpflichtigen Inhalten im Internet. Die gab es immer und die wird es auch immer geben.

Ich würde das Problem eher so beschreiben, dass bei fehlender Netzneutralität die Netzlandschaft dergestalt verändert wird, dass die Ungleichheiten im Abruf, die sich bisher eher auf Schranken des direkten Zugriffs (Passwortschutz) beziehen, in die Struktur des Internets selbst eingewoben werden. Also in der Form eines transparenten Proxies. Wobei hier Transparenz gleichzeitig bedeutet, dass es eine Intransparenz auf anderer Eben darstellt.

Es gibt so viele User, die irgendwo an einem Billig-DSL-Provider hängen und nicht merken, dass ihr Internet nur 5% der versprochenen Leistung entspricht. Da wird man  viele Leute downgraden können ohne dass sie es merken.

Zu behaupten uns gehöre das Netz ist schon etwas naiv, wenn man sich anschaut, wie und wer das Internet aufgebaut hat. “Sollte uns gehören” oder “sollte allen gehören” als Appell oder Forderung wäre da schon eher angebracht. Denn das Internet ist durchkommerzialisiert bis in den hintersten Winkel.

Trotzdem ist es richtig, dass man nicht jeden Mist unterschreibt von Leuten, die meinen das was sie denken in eine Proklamation verfassen zu müssen. Bereits die 10 Netzthesen der Piraten waren grottenschlecht.

Hört endlich auf zu proklamieren!

Erstmal sinkende Mitgliederzahlen bei den Piraten

Weitgehende unbemerkt passierte am 01.07.2010 bei den offiziellen Zahlen der Piratenpartei erstmalig etwas, was man bis dato dort nicht kannte: Die Mitgliederzahlen sanken! Auf der Mitglieder-Seite im Piraten-Wiki sieht man unter Mitgliederentwicklung eine Abnahme um 41 Mitglieder. Das ist eine Abnahme um 0,34 Prozent gegenüber dem 3. Juni des gleichen Jahres.

Signifikant oder nicht?

Zum einen muss man natürlich bedenken, dass die Zahlen nicht immer aktuell sind. D.h. es gibt auch Karteileichen. Die Wenns und Abers lassen wir aber mal unberücksichtigt, denn es wird auch so mancher Mitgliedsantrag einfach zu liegen bleiben. Hier einmal ein Auszug der Statistik im Zeitraum von einem Jahr (Juli 2009 – Juli 2010, gemessen wird meist am Anfang und Mitte des Monats):

Mitglieder insgesamt Datum Abnahme/Zunahme absolut Abnahme/Zunahme in Prozent
12188 15.07.10 1 +0,01%
12187 01.07.10 -41 -0,34%
12228 03.06.10 32 +0,26%
12196 26.05.10 81 +0,66%
12115 15.04.10 27 +0,22%
12088 01.04.10 166 +1,37%
11922 18.03.10 25 +0,21%
11897 04.03.10 104 +0,87%
11793 21.01.10 399 +3,38%
11394 17.12.09 335 +2,94%
11059 03.12.09 139 +1,26%
10920 12.11.09 1247 +11,42%
9673 22.10.09 440 +4,55%
9233 15.10.09 358 +3,88%
8875 08.10.09 1516 +17,08%
7359 17.09.09 733 +9,96%
6626 10.09.09 164 +2,48%
6462 03.09.09 1193 +18,46%
5269 13.08.09 452 +8,58%
4817 04.08.09 1088 +22,59%
3729 11.07.09 1027 +27,54%

Nicht nur, dass es zwischen Anfang Juni 2010 und Anfang Juli 2010 diese Abhnahme gab, vorangegangen war ihr auch die bislang geringste Erhöhung der Mitgliederzahlen um nur 32 Personen und zwischen Anfang und Mitte Juli wurde es  gefolgt von der ebenfalls geringsten Erhöhung in den Aufzeichnungen, um nur 0,1%. Die letzte zweistellige Erhöhung der Mitgliederzahlen wurde dagegen im November 2009 verzeichnet. Seit dem verflacht die Kurve zusehends.

Nun, Statistiken kann man ja immer drehen wie man sie will – aber ich denke, dass jeder Pirat auch einsehen wird, dass sich hier eine Trendwende abzeichnet. Ob nun verursacht durch Mitgliederdatenbanken, die entmüllt werden, oder durch Austritte die gerade erst passieren ist dabei sekundär.

Bislang waren die Piraten die einzige Partei in der deutschen Parteienlandschaft, die über mehrere Jahre immer wieder Zunahmen zu verzeichnen hatte. Diese Zeiten scheinen jetzt vorbei zu sein. Wie nachhaltig dieser Trend ist, bleibt abzuwarten. Gerüchteweise gab es aber schon länger oft nur Einträge von Neumitglieder und selten bereinigte Mitgliederdaten aus den Landesverbänden (z.B. von Mitgliedern, die keinen Betrag zahlten).

Zu den 10 Thesen zur Netzpolitik der Piratenpartei

Viel an Kommentar ist da nicht notwendig, wenn man DAS liest. Die Piratenpartei zeigt damit, dass sie tatsächlich in den 90er Jahren hängengeblieben ist:

  • These 1 – Im Netz entscheidet sich die Zukunft …
  • bis:
  • These 10 – Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe

Hängengeblieben, weil man in den 90er Jahren immer von DEM Internet sprach – so als ob es etwas auswärtiges wäre. Dabei war es damals schon Teil der Welt und ist es nun zunehmender. Es ist eine sehr altmodische Sichtweise zu meinen die Regeln im Internet wären andere. Wir haben uns damals immer bemüht genau das Internet-Neulingen zu vermitteln: Das Internet ist nichts Böses, nichts Anderes, sondern von dieser Welt – Berührungsängste nehmen und es in den Alltag integrieren. Die Piraten mit ihren neuen 10 Geboten haben nichts verstanden. Das sieht man nicht nur daran, sondern auch an ihren Liquid-Feedback-Ideen. Die setzen nämlich z.B. voraus dass alle mit dem Internet verbunden sind. Diese Fixierung auf das Netz ist aber nicht modern, sondern nur das Gegenteil von dem, was für ältere Generationen gilt. Und dieser fast religiöse Glaube, dass mit dem Netz immer alles besser wird ist einfach nur naiv.

GNOME und das Web

Leider  immer noch au dem Holzweg scheint GNOME zu sein, wenn man dem Artikel GNOME soll mit dem Web zusammenwachsen auf Pro-Linux glauben schenkt.

Seit Jahren nun verkündet man uns, dass das Web alles ersetzen wird und Desktops zunehmend an Bedeutung verlieren werden.

Nun ist hier das wesentliche Problem, dass GNOME ein Desktop ist – und außerhalb dessen – bei Webtechnologien – gibt es keine Plattformen mehr im übliche Sinne. Es macht keinen Sinn da wieder an einem GNOME zu basteln.

Die Sichtweise ist von der typischen Scheuklappenmentalität vieler Open Source-Programmierer geprägt, die den ganzen Tag nur iM Web abhängen- und dabei vergessen, dass die Mehrheit der Menschheit nciht einmal eienn Computer hat, geschweige denn von einem “always on” nur träumen können. Das wachstum im PC-Bereich wird vor allem in China und Indien passieren. Länder mit zwar relativ zu Afrika guter Internetanbindung – aber dann doch auch wieder großer Einschränkungen.

Super ein Computeruser in China, der versucht Dienste zu nutzen die nur im Web laufen – und die Zensur kann alles mitzeichnen, was er abspeichert. Tolle Idee … “Villa gesteht ein, dass es im Web Probleme mit proprietären Anwendungen sowie Datenschutz und Privatsphäre gibt.” – Nein Luis, wenn Du das so abtust bist Du ein Idiot, sorry.

Das große Thema der Zukunft ist die Datensicherheit – von Industriespionage über den täglichen Umgang mit dem Internet. Es macht sehr wenig Sinn mehr und mehr Daten vom PC ins Internet zu verlagern, solange die Probleme, die wir heute bereits haben nicht einmal ansatzweise gelöst sind.

Jetzt wird technologische wieder die nächste Sau durchs Dorf getrieben. GNOME gibt alles auf, was es bisher ausgemacht hat, will hip und modern sein. Und am Ende steht das Ende von GNOME – als ein Webtoolkit unter vielen. und GNOME will tatsächlich ernsthaft in Konkurrenz treten mit allen bereits etablierten Toolkits und Projekten die seit Jahren ausgesprochene Webentwickler an Bord haben. Und die ganzen Applikationen sollen umgeschrieben werden? Ich lach mich krank.

Als Hintegrund sehe ich eher, dass viele Programmierer in der IT-Industrie arbeiten – und da grassieren gerade diese Ideen – Ziel sind dabei nicht die Mehrheit der User, sondern da wo das Geld verdient wird. Da ist GNOME als weitere Konkurrenzlösung gerne gesehen, insbesondere von Firmen wie Nokia. GNOME lässt sich benutzen und vor den Karren spannen von IT-Großkonzernen und den kleinen Firmen, die hinterherlaufen um auch noch Krümel vom Kuchen abzubekommen.

Dafür dann das ganze Rumgehühner mit den ständigen Updates? Ich will da mal in den kommenden Jahren die Fortschritte sehen. Software as a Service hat sich bisher nicht durchgesetzt – und das aus gutem Grund. GNOME überlässt da gerade Microsoft ein wichtiges Terrain, währen Microsoft in GNOMEs neuem Jagdrevier deutlich besser positioniert ist. Das ist der Anfang vom Ende von GNOME. Ihr werdet sehen.

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