Archiv

Archive for Juni 3, 2010

Verplante Kommentare zur Causa Tauss

Juni 3, 2010 1 Kommentar

Nachdem ich in einem meiner letzten Artikel Tauss und seinen Anwalt kritisierte gab es mal wieder einiges an Kommentare. Dabei fällt auf, dass tatsächlich viele der Meinung sind, dass:

  1. Es OK ist Abmahnungen zu verschicken an Blogs, die eine andere Meinung haben. Dabei wird konstruiert, dass die Behauptung, dass jetzt etwas gerichtsfest festgestellt wäre in dem Falle eine Lüge sei, weil Tauss den Besitz von Kinderpornos zuvor schon zugegeben hat.
  2. Offenbar können es die Leute auch mit ihrem Anspruch an Transparenz vereinbaren, dass die besagten Abmahner es verbieten, dass die Abmahnung veröffentlicht wird.
  3. Haben nicht viele von uns nicht noch vor wenigen Monaten gegen jede Form der Zensur, gegen Abmahnungen und für die Meinungsfreiheit gekämpft im Zusammenhang mit dem Zensurgesetz?

Ich denke es muss möglich sein jeden klar und hart zu kritisieren. Eine Tatsachenbehauptung als Lüge darzustellen empfinde ich im Gegenzug fast schon als diffamierend. Es ist so, als wenn der Einbrecher, der auf frischer Tat ertappt wird die Zeitung verklagt, wenn die nach dem Urteil schreibt, dass nun gerichtsfest bewiesen sei, dass er eingebrochen ist. Wie ich auch schon im Artikel schrieb: Ja, durch die Beweissicherung und Tauss eigenen Aussagen war vorher schon einiges bekannt. Aber wie andere ja immer bis zum Abwinken geschrieben haben gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung, die besagt:

“Die Unschuldsvermutung erfordert, dass jeder einer Straftat Verdächtigte oder Beschuldigte während der gesamten Dauer des Strafverfahrens als unschuldig behandelt wird und nicht er seine Unschuld, sondern die Strafverfolgungsbehörde seine Schuld beweisen muss.”

Das galt so natürlich weniger im Falle Tauss, da er selbst den Besitz zugab. Dennoch wurde während des ganzen Prozesses darauf herumgeritten. Man solle also warten, bis ein Urteil gesprochen sei. Nun, nach dem Urteil wiederum will man den Bloggern und Nachrichten wiederum verbieten etwas festzustellen – nun mit dem Hinweis darauf, dass die Fakten ja vorher bekannt waren.

Unter dem Strich bleibt, dass wenn es nach manchen Leuten geht, die Tatsachen niemals hätten öffentlich gemacht werden dürfen. Viele haben aber, wie auch ich, abgewartet bis das Gerichtsverfahren beendet ist um eben gerade nicht zu spekulieren und damit vielleicht zu Recht Opfer einer Abmahnung zu werden. Sondern wir haben gewartet das etwas gerichtsfest bewiesen ist. Nun wird die Geduld, das Warten und/oder auch die Fairness sozusagen zu einem Punkt der Kritik.

Und von dieser konkreten Kritik an der Berichterstattung abgesehen finde ich es tatsächlich erbärmlich wie hier mit fadenscheinigen Argumenten auf einmal pro Abmahnung inklusive dem Verbot der Veröffentlichung der Abmahnung das Wort geredet wird.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 111 Followern an