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Archive for Februar 2010

Ups. Ne neue Genderdebatte bei den Piratinnen?

Februar 28, 2010 10 Kommentare

Damit hatte ich nicht gerechnet:

Ich erinnere an dieser Stelle auch noch mal an meinen Artikel “Und es gibt sie doch: Piratinnen!” verweisen. Damals hatte ich schon die mangelnde Auseinandersetzung der Piraten mit der Genderfrage bemängelt, bzw. die Tendenz das Männliche noch zu betonen, wo doch die Frauen eh schon nur wenige Prozent ausmachen.

Und jetzt, wow – alleine die Reaktion der Gegner zeugt davon, dass das eine richtige Aktion war. So viel Hass und Unverständnis. Die Gegner belegen damit, wie notwendig diese Debatte bei den Piraten ist. Gerade eben, weil es so viele Gegner davon gibt. Und weil die Piraten nicht nur die Abfalltonne der Grünen sein sollten!

Mal sehen, wie die Sache weitergeht.

Spreeblick: Griff ins Klo statt großer Wurf

Februar 28, 2010 6 Kommentare

Die Absicht war ja lauter als Frédéric Valin in dem Artikel “Extremismus extrahieren” versuchte sich für Linksextremismus ins Zeug zu werfen. Seine Kernthese:

Der Unterschied zwischen Rechtsextremen und Linksextremen ist der: die einen sind antidemokratisch, die anderen antikapitalistisch.

Und versucht das so zu begründen:

Nach Aussage des Verfassungsschutzes ist der linksextrem, der das bestehende Wirtschaftssystem nicht für sinnvoll hält. Nach Aussage des Bundesverfassungsgericht steht er damit aber immer noch auf dem Boden der Verfassung.

Das ist aber mächtig daneben gegangen – und zwart aus folgenden Gründen:

  1. Ist die Extremismustheorie per se problematisch und wird daher auch von vielen Politikwissenschaftlern abgelehnt.
  2. DEN Linksextremismus gibt es nicht und daher kann eine Verallgemeinerung nicht passen.
  3. Zu behaupten das, was Valin unter Linksextremismus zusammenfasst wäre allesamt NUR antikapitalistisch und würde sich nicht gegen die FDGO wenden ist total falsch.
  4. Auch Rechtsextremismus ist vielfach antikapitalistisch

Es geht hier nicht nur um Kapitalismus. Ich spreche jetzt mal nur für den Anarchismus – ob der nun links ist oder nicht ist eine eigene Definitionsfrage. Der Anarchismus kritisiert nicht nur den Kapitalismus, sondern auch die herrschenden demokratischen Verhältnisse, also die FDGO. Die bestehende Demokratie wird als nicht ausreichend freiheitlich und demorkatisch angesehen – und daher streitet der Anarchismus für die Beseitigung der bestehenden Herrschaftsverhältnnisse. Das ist ja gerade eines der Hautprobleme – das nach Grundgesetzdefinition das Infragestellen des Systems, der Entscheidungsstrukturen als verfassungsfeindlich gilt. Während diejenigen, die das System ausnutzen und an den Grundrechten rumschrauben das ganze ohne weiteres tun dürfen.

Die Idee des Artikels war ja nett, aber der Versuch das ganze möglichst elegant zu erklären hat eine Übersimplifizierung bewirkt. Und daher muss ich auch Duddas Sichtweise auf den Artikel auch ablehnen.

Verabschiedung vom Piratenforum

Februar 27, 2010 4 Kommentare

Wie geplant werde ich aus dem Piratenforum als User “vinci” aussteigen und diesen User löschen lassen.Ich hatte in den letzten Tagen die Freischaltung genutzt noch einige letzte Bemerkungen zu schreiben. Nun folge ich aber meiner ursprünglichen Absicht und ziehe mich zurück. Warum?

  • Weil mein Vertrauen in Datenschutz, Meinungsfreiheit und Transparenz in die Piratenpartei und deren Forum nachhaltig gestört ist.
  • Weil das Forum aufgrund der Vielzahl an rechtsradikalen, sexistischen und sonstwie bedenklichen Positionen zu viel Zeit raubt. Über jeden zweiten Beitrag könnte man sich aufregen.
  • Dennoch sit die Bedeutung des Piratenforums begrenzt. In den letzten Monaten verbrachte ich meine Aufmerksamkeit vielfach damit einerseits gegen eine Unterwanderung der Piraten zu verwenden als auch dann um den Erhalt bzw. dann Löschung meines Accounts.
  • Es stellt sich heraus, dass die Auseinandersetzung oftmals fruchtlos ist, weil viele der Diskutanten viele Grundlagen von Wissenschaft und Demokratie nicht verstehen oder akzeptieren.

Dennoch muss man darauf verweisen, dass das Forum nach dem Umsturz der bisherigen Leitung freier und demokratischer geworden ist und damit die meisten meiner Forderungen umgesetzt wurden. D.h. man konnte Beiträge schreiben, die nicht sofort zensiert wurden – ein ganz neues und anderes Gefühl – aber pervers, dass das überhaupt etwas Besonderes ist. Man wird sehen wie sich Forum und Partei weiterentwickeln.

Piratenforum zum Existenzrecht Israels

Februar 26, 2010 7 Kommentare

Isi hatte diesen Thread im Piratenforum ja schon aufgegriffen. Ich habe das jetzt ein paar Tage beobachtet und habe gedacht das vielleicht einer der Koordinatoren der AG Außenpolitik der Piraten dazwischenhaut. Aber nichts dergleichen. Daher fasse ich da einige Aussagen mal zusammen, die da getätigt werden. Kritisiert wird dort der bisherige Konsens in der Piratenpartei:

Israel / Palästina
die PIRATEN erkennen das Existenzrecht Israels an
die PIRATEN setzen sich für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen ein, fordern aber, dass Hamas u. Hisbollah explizit das Existenzrecht Israels anerkennen.
für eine werturteilsfreie Politik gegenüber beiden Seiten ein

Soweit so gut. Nun die Reaktionen:

  • “Duckt man sich hier vor dem Israelischen Apartheidstaat ?”
  • “Das Existenzrecht Israels ist tatsächlich ein strittiger Punkt.”
  • “Es geht nicht um das Existenzrecht Israels(was ich unter der jetzigen Politik Israels zu 100% ablehne)”
  • “Zionismus beruht auf Völkermord Terrorismus Landvertreibung,Rassismus,vondaher ist es nicht angemessen mit der Anisemitenkeule auf Antizionisten einzuschlagen.
    Zionismus ist kein Judentum im Gegenteil der Zionismus benutzt das Judentum”
  • “Es gibt genügend Palästinenser die einen Israelischen Pass haben und auch in Israel wohnen,das Problem ist,das diese Palästinenser Opfer des Zionistischen Rassimus sind.”
  • “Allerdings legitimierst Du durch Wegsehen dann aber auch die schleichende Ausrottung der palistiensischen, quasi “indigenen” Bevölkerung des heutigen Israels. Ausrottung durch Kontrolle der Trinkwasserzufuhr oder durch Verdrängung durch Siedlungen. Das ist ungefähr so, als wenn die USA weggesehen hätten, als Nazi-Deutschland in Europa umhertobte (…), was sie anfangs ja auch brav taten. Ich hoffe, dass das Gleichnis klar ist.

Es ist schon klar was hier abläuft: Deutsche vergleichen die Juden mit den Nazis und rechnen das gegen. Das läuft im Forum der AG Außenpolitik in einem der obersten Threads – und niemand aus der AG spricht mal ein Machtwort. Das sind klare antijudaistische/antisemitische Positionen. Ich bin mal gespannt, ob sich das nun dort als neuer Konsens etablieren wird.

Das Schweigen der Medien zum Gewerkschaftsverbot

Februar 24, 2010 1 Kommentar

Da habe ich mich doch richtig erinnert.

Als im Januar in Israel für den Frieden von nur 500 Menschen demonstriert wurde, war die geringe Zahl der Demonstrantinnen ein Thema für sich:

Also muss man in Israel demonstrieren, damit berichtet wird? (Zur Erinnerung; die 500 Demonstrantinnen-Demo zum FAU-Verbot wurde in kaum einer Zeitung oder anderen Medien berichtet)

Zur Zeit ist die Koalitionsfreiheit in Deutschland bedroht. Hallo Medien, aufwachen! Es ist die selbe Sache wie damals mit der Vorratsdatenspeicherung. Die Medien merken wieder mal nichts. Da müssen erst hunderttausende auf die Straße gehen, bis sie was merken. Dabei spielte das Ganze (FAU-Verbot) sogar in Berlin, während der Berlinale, während der Abschlussveranstaltung.

In Deutschland kann man offenbar ein Grundrecht nach dem anderen Streichen ohne das jemand sich nur kratzt. Auch von den tollen Bürgerrechtsparteien FDP und Piraten nur Schweigen. Wieder ein Beweis dafür wie ernst da wirklich Grundrechte genommen werden.

Mir reicht es nicht, dass die Medien keine Anarchistinnen mögen. Journalisten sind Herdentiere. Wenn da der Damm gebrochen wäre, würden sie auch darüber schreiben.

Mir ists eigentlich fast egal, was die Medien schreiben – aber ein Gewerkschaftsverbot mal so eben ignorieren ist ein Skandal für sich. Es ist also wieder mal an den Bloggern da mehr Wind zu machen. Informiert euch, schreibt und redet drüber!

Tab geschlossen, was Tun?

Bisher hatte ich den Bedarf offenbar nicht. Aber gerade eben dann doch: Ich hatte einen längeren Beitrag in einem Forum geschrieben und dann versehentlich im Firefox den Tabulator geschlossen.

“Mist!” dachte ich … die schöne Arbeit umsonst. Aber dann habe ich noch mal nach einem Weg gesucht es wiederherzustellen und siehe da: Im Menü “Chronik” findet man u.a. auch ein Untermenü “Kürzliche geschlossene Tabs” – worin ich meinen Tabulator mit ganzen getippten Inhalt wiederfand!

Wo man Tabs wiederherstellt

Im Pulldown-Menü einen geschlossenen Tab wiederherstellen

Saugeil sage ich da nur. Ist natürlich auch potentiell problematisch wenn man mal einen Browser teilt und denkt das Schließen eines Tabs verbirgt wo man gesurft ist. Aber in menem Fall hat es mir einigen Ärger erspart. Und das wollte ich an euch weitergeben. Auch wenns manche schon vor mir kannten.

Was für manche Männer schon Gewalt ist

Februar 23, 2010 40 Kommentare

Im Artikel “Drohungen vor Männerkongress: Professor Amendt muss mit Leibwächtern auftreten” wird von der Bedrohung des Lebens von Professor Amendt auf dem Männerkongress an der Uni Düsseldorf berichtet. Gespannt lese ich den Artikel um zu lesen wie der Mordanschlag verhindert wurde. Und finde diesen Hinweis:

Dem Vernehmen nach haben feministische Kreise aus Berlin und Düsseldorf die Universität Düsseldorf aufgefordert, Professor Amendts Vortrag zu streichen. Anderweitig würde das Folgen haben, “noch ist Zeit …” (das zu ändern).

Aha, “dem Vernehmen” nach sollen irgendwelche Kreise also mit Konsequenzen gedroht haben. Aha. Das ist also lebensbedrohlich. Sehr konkret. Sieht ja eher so aus, als wenn Herr Amendt da einen Punkt machen wollte in dem er sich Leibwächter mietete um damit wieder mal die Gewalttätigkeit von Frauen zu beweisen. Sehr spaßig. Und wie einfühlsam Arne Hoffmann nachfragt…

Siehe dazu auch den Hinweis im Femokratieblog:

Das der Kongress stattgefunden hat, scheint lange Zeit auf der Kippe gewesen zu sein. Man munkelt, dass der Grund dafür, die Präsenz des Herren Prof. Amendt gewesen sein soll. Während des Kongresses wurde er auch permanent von zwei Bodyguards begleitet. Der Grund dafür scheinen Morddrohungen gewesen zu sein.

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