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Piratenpartei und Frauen

Da Julia Seeliger in ihrem Blog einige Fragen zum Frauenanteil in der Piratenpartei (und andere) stellte, möchte ich das Ganze noch mal in diesem Blog aufgreifen.

Folgende Phänomene sind für mich interessant:

  • Der Frauenanteil ist bei der PP signifikant geringer als in anderen Parteien
  • Die Partei (also die Mehrhheit der Männer) hatte entschieden, dass es keine “Piratin” gibt, sondern das nur als Neusprech “Pirat” gilt. Es gibt also keine weibliche Form von Pirat.

Ich hatte selbst meine eigenen Erfahrungen gemacht, als ich das Thema Frauen bei den Piraten ansprach. Nun scheint den Piraten ihre bewusst antifeministische Politik auf die Füße zu fallen. Wenn Sie an der 5-Prozent-Hürde scheitern, dann kann man mit Sicherheit diese Dummheit dafür verantwortlich machen.

Zusammenfassend kann man sagen, das die PP den feministischen Diskurs für abgeschlossen hält, Gleichstellung sei erreicht und somit gäbe es keine Probleme mehr und jegliches Eingehen auf Frauen daher unnötig. Dahinter steckt meines Erachtens aber vielmehr einerseits Unwissenheit über die Hintergründe des feministischen Diskurses und andererseits simples Männer/Macho-Gehabe der alten Schule – nur in neuen Kleidern.

Was ich für extrem bedenklich halte ist, das ausgerechnet eine Partei, die gegen die 1984-isierung unserer Gesellschaft angetreten ist mit der Festlegung auf den Neusprech “Pirat” genau das betreibt, was in dem Buch beschrieben wird. Daran sieht man, das dort nicht wirklich verstanden wurde, was an der Welt, die in 1984 beschrieben wird so bedenklich ist.

Sprache ist verräterisch – sie kann sich sowohl positiv wandeln – als auch missbrauch werden um bestimmte Ziele zu verfolgen. Lezteres hat die PP getan.

Bis sich hier und auch frauenpolitisch nichts tut, ist die Partei für mich und viele andere progressiv eingestellten Menschen absolut unwählbar. Ich bin schon länger politisch aktiv als es die Piratenpartei gibt. Die PP denkt, sie können alle vergangenen Diskurse komplett ignorieren und mit einem weissen Papier starten. Fakt ist aber, dass sie auf dem aufbaut, wofür viele Menschen sich seit Jahren und Jahrzehnten einsetzen. Es ist etwas verwirrend auf einmal eine Partei zu sehen, die viele der Themen aufgreift, die man seit längerem beackert – aber die so tut, als hätten sie die Themen erfunden. Und die auf der anderen Seite viele andere Themen komplett negiert. Insgesamt wirkt die Partei dadurch nicht sehr reif. Dies hat sicher auch damit zutun, das einerseits der Altersdurchschnitt jünger ist, als in anderen Parteien und leider auch damit, dass viele junge Männer Feminismus eher als Repression erleben und eben nicht als Befreiungsmethode (auch für sich selbst) entdeckt haben.

Lest auch bei Danilolablog: warum ich keine piratenpartei wählen werde, aber im herzen eine piratin bin

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  1. Niun
    September 5, 2009 um 1:38 vormittags

    Ich habe nicht die Energie alle 70 Kommentare zu lesen. Also auf die Gefahr, dass das schoneinmal jemand geschrieben hat:

    Neusprech hat in 1984 den Sinn, die Menschen in eine bestimmte Richtung zu verändern. Cool fände ich es, wenn man in der deutschen Sprache alle Personenbezeichnungen nur noch in der kürzeren Version und mit geschlechtslosem Artikel (das) benutzen würde. Das wär eine Art von Neusprech, welche die Menschen in Richtung Geschlechtergleichheit bringen würde, ohne overhead beim Schreiben oder Reden zu erzeugen.

    Mensch würde dann sagen: Das Pirat, Das Politiker, …

    Pirat könnte auch als Abkürzung für Piratenparteimitglied verstanden werden. Da müsste dann aber auch “das” als Artikel verwendet werden.

    • Eva
      September 5, 2009 um 8:25 nachmittags

      Das Geschlecht des Wortes hat nichts, aber auch gar nichts, mit dem Geschlecht des Menschen/Objekts zu tun… Nicht alle Dinge haben als Artikel “das” – aber du willst mir trotzdem nicht erzählen, dass “die Vase” kein Gegenstand sondern eine Frau ist. Genausowenig wie “der Fön” ein Mann ist. ;)

      Ich bevorzuge eindeutig das englische System: Pirat als Oberbegriff – wenn man es näher spezifizieren will, dann passiert das ueber den Kontext* oder ein “weiblicher” bzw “maennlicher” vor “Pirat”… Was drueckt Gleichheit besser aus, als die gleiche Bezeichnung?

      *”My teacher said that she…” an Hand des “she” wird dann auch das Geschlecht klar, andernfalls ist teacher geschlechtsneutral.

  2. Fritz
    September 5, 2009 um 11:42 vormittags

    o weh. grobe vereinfachung im op. aber, wie man sieht, anlass zur diskussion.

  3. Piratenparteimitglied
    September 5, 2009 um 11:51 vormittags

    Ich wähle die Piratenpartei unter anderem deshalb, weil sie nicht diesen feministischen Quoten-Unsinn mitmacht.

    Wie lange brauchen Frauen noch erleichternde Sonder-Regelungen für die Karriere?

  4. ambee
    September 5, 2009 um 12:32 nachmittags

    dann spricht man halt in zukunft nur noch vom englischen “pirate” dieser begriff ist neutral

  5. September 5, 2009 um 2:28 nachmittags

    Letztendlich ist das nur eine Kampagne der Grüninnen. Die merken nämlich, dass ihr achsobürgerrechtliches Gehabe nach Schily absolut unglaubwürdig ist, und nun plötzlich eine Partei, die nicht neoliberal-böse ist, in ihrem Revier wildert.
    Da fängt man auch mal schnell an, unter die Gürtellinie zu schlagen…
    Die Piraten sind wesentlich offener als alle anderen Parteien, jedwede Frau, Mann oder Sonstiges darf mitdiskutieren, ohne Rücksicht (der “fehlende” Frauenbonus ärgert die FeministInnen gewaltig) aufs Geschlecht. Reichlich auch per Mailingliste – und da kann man sich sogar ein Pseudonym geben.
    Dass es so wenige Frauen bei den Piraten gibt, kommt in erster Linie von den technischen Themen. Der Kampf um die Bürgerrechte wird von einer eher technischen Warte aus betrachtet, die Gefahr für die Bürgerrechte kommt auch von der technischen Seite.

    • September 5, 2009 um 4:12 nachmittags

      Ich halte fest, dass Neologismen ala “Grüninnen” und “Menschinnen” hier immer nur von Gegner des Feminismus genannt werden, aber diese Begriffe quasi für die Unsinnigkeit der Feministischen Linguistik dienen soll. Auch “Pirat” als männliches Neutrum ist ein Konstrukt der Feminismus-Gegner. Bisher sind nur die Gegner des Feminismus in der PP aktiv um neue Worte zu gegerieren. ABER – sie werfen den Feministinnen und deren Unterstützern diese Methoden vor. Ich glaube inzwischen tatsächlich, dass evt. in den Piraten eine Menge Männer und Frauen aktiv sind, die aus den GRÜNEN oder anderswo geflohen sind um der Feminismus-Debatte zu entgehen. Und die machen hier das eigentliche Fass auf. Ich und andere weisen nur darauf hin was passiert – in welche Richtung hier agitiert wird – und verteidigen Werkzeuge des Feminismus in dem sie darauf verweisen wo die Stellung der Frau vor 100 Jahren war und was erreicht wurde.

      In Reaktion auf unsere Kritik ist die Gegenseite unfähig eine Kritik an der Frauenbewegung vorzunehmen, da hier eoigentlich nur Vorurteile bestehen. Kritik wäre durchaus möglich, ein Verständnis der Geschichte vorrausgesetzt. Feminismus entwickelt sich zudem immer weiter fort – und so manches Werkzeug ist auch stumpf geworden.

      Eine Bürgerrechtspartei, die die Frauenrechte ausklammert kann ich nicht als eben solche ernst nehmen und betrachte ich daher konsequenter Weise als rückschrittlich.

    • Isi
      Dezember 30, 2009 um 9:46 vormittags

      Dass es so wenige Frauen bei den Piraten gibt, kommt in erster Linie von den technischen Themen. Der Kampf um die Bürgerrechte wird von einer eher technischen Warte aus betrachtet, die Gefahr für die Bürgerrechte kommt auch von der technischen Seite.

      Also ich bin kein Pirat, weil die Satzung grob fahrlässig ist. Ich begreife aber auch nicht, wie überhaupt jemand dort Mitglied sein kann und bin als Feministin heilfroh, dass es nur so wenig Frauen sind. Alle anderen (Männer wie Frauen) sind wahrscheinlich zu sehr Demokraten, um sich zu diesen Voraussetzungen irgendeinem konfusen Dilemma unterzuordnen und dafür auch noch Beiträge zu zahlen und zur Mitarbeit angehalten zu werden.

  6. Riegel
    September 5, 2009 um 3:52 nachmittags

    Erst wenn die Gender-Extremisten aufhören, bei jedem Thema eine absolute Gleichheit erzwingen zu wollen, wird es wahre Gleichheit geben.
    Der einzige Grund, weshalb man mehr Männer als Frauen in politischen Ämtern findet, ist schlicht der, dass zu wenig Frauen in die Parteien eintreten und sich politisch engagieren. Würde man anfangen, jedes weibliche Parteimitglied mit Sekt und Kuchen zu empfangen und es wie eine aussterbende Rasse zu behandeln, würden sich sicher noch mehr Frauen abgeschreckt fühlen.
    Das zeigt sich hier in den Kommentaren genauso wie in meinem Alltag, wo sich alle Frauen, die ich kenne, gegen die absurde Zwangsgleichstellung in Anreden u.Ä. aussprechen, aus gutem Grund.
    Ich will keine Frauenquoten, genauso wenig wie Schwarzenquoten, Schwulenquoten und das Durchschnittsalter interessiert mich auch nur am Rande. Denn im Kern geht es nur um eins: Kompetenz.
    Wenn die nicht vorhanden ist, ist alles andere egal.

    • September 6, 2009 um 12:24 vormittags

      Unsinn. Kompetenz. Kompetenz ist relativ. Es geht darum, welche Politik eine Partei macht. Es kommt auf das Ergebnis an. Und dazu kann es auch sinnvoll sein, bestimmte gesellschafliche Gruppen ausreichend einzubinden. Nach Deiner Argumentation müsste man bei AKWs also nur einen Kerntechniker als Politiker hinstellen – und die Betroffenen vor Ort ohen Kompetenz auf dem Fachgebiet sollten ignoriert werden. Es geht ja eben darum, das man Kompetenz nicht an rein sachlichen Kriterien festmachen kann. Politik ist auch immer Kampf um bestimmte Positionen. Es gibt keine neutrale Politik.

      • rob
        September 13, 2009 um 7:34 vormittags

        Hallo Thilo,
        ja, es _kann_ sinnvoll sein, bestimmte Gruppen _explizit_ einzubinden. Muss es aber nicht. Wenn es auf das Ergebnis ankommt… kann es dann den betroffenen [auch Frauen] nicht egal sein, ob die VDS von Maennern oder von Frauen verhindert wird? Die PP ist eben keine Lobbypartei wie die FDP, sondern sie will Rechte durchsetzen und zwar fuer alle.

        Meiner Wahrnehmung nach werden diese “Nebenkriegsschauplaetze”, von denen Du sprichst, mit nichten von der PP eroeffnet, sondern sie werden ihr von Menschen wie Dir aufgedraengt, obwohl sie intern (so vermute ich) als ineffiziente Zeitverschwendung angesehen werden, weil sie mit dem Kernthema eben wenig zu tun haben (sollten sie doch damit zu tun bekommen, weil z.B. sexistische Aspekte der Probleme offenbar werden (“VDS gilt nur noch fuer Frauen”), so bin ich sicher, dass dies auch thematisiert d.h. bekaempft wuerde).
        Nicht von Seiten der PP wird hier ein Fass aufgemacht – sondern es wird auf Vorwuerfe (von Dir “Hinweise” genannt) _reagiert_. Politik ist Kampf um Positionen, da kann ich zustimmen. Aber man muss (und kann) nicht um alle denkbaren Positionen auf einmal kaempfen. Was in Deinem Fall bedeutet, dass Du natuerlich abwaegen musst, welche Position Dir wichtiger erscheint, wenn es darum geht, welche Partei zu waehlen Du empfiehlst oder abraetst. Du scheinst dabei das Thema Diskriminierung schwerer zu gewichten als den Freiheits-/Ueberwachungs-Komplex, welcher die Piraten-Kernthematik (und Kompetenz) ausmacht. Das kannst Du natuerlich gerne so entscheiden, aber es wuerde mich etwas wundern, wenn Du tatsaechlich darauf als die einzig akzeptable Einstellung bestehen wuerdest. Ich persoenlich glaube dass die von Dir angenommene Ursache fuer den Frauenmangel eben nicht der wichtigste Faktor ist, und dass sie daher “der Sache” weniger schadet, als wenn z.B. Du deswegen von der PP abraetst. (Und welche Partei wuerdest Du dann waehlen koennen, die Gruenen vielleicht noch am ehesten? Folgefrage: gibt es ein anderes Thema, welches eine hypothetische, gendermaessig perfekte Partei wiederum dennoch unwaehlbar machen wuerde? Welches Thema ist das wichtigste? Oder waehlst Du im Zweifel lieber gar nicht?)

        Ich traue Dir die Transferfaehigkeit zu, folgendes Beispiel nicht als Gleichsetzung von Frauen und Tieren zu verstehen: sollte ich als vegetarier von der Piratenpartei verlangen, dass sie eine mir genehme Position zu Tierrechten vertritt, bevor ich sie waehle? Oder akzeptiere ich, dass das Thema ausgeklammert wird, z.B. weil es unmoeglich waere, mit vertretbarem Aufwand einen Konsens in der Partei herzustellen (geschweige denn einen, der mir dann auch gefaellt), so dass das eigentliche Thema der PP auf der Strecke bliebe. Was waere der Ausweg aus diesem Dilemma? Muessen erst alle ausreichend feministisch geschult werden, bevor mit der Tagesordnung weitergemacht werden darf? Das waere wohl arg unrealistisch. Den Aufwand wuerden die meisten nicht treiben wollen, da sie sich eben wegen anderer Theman zusammengeschlossen haben.

        Und das AKW-Beispiel hinkt etwas, denn in der Tat sollten die Betroffenen nicht darueber zu befinden haben, ob z.B. ein AKW sicher ist oder nicht – eben weil sie davon nichts verstehen, ebenso wie der typische Juristen-Berufspolitker. Ob sich der Atomingenieur nun aber fuer deren Interessen einsetzt, das ist eine vollkommen andere Frage, die mit fachlicher Kompetenz nichts zu tun hat. Natuerlich sollte er das tun, wenn er zu entscheiden haette (was er ueblicherweise nicht hat, da er nur beraten kann).

        Desweiteren muss eine geringe Quote auch kein Beweis fuer Diskriminierung sein. Wieviele maennliche Grundschullehrer gibt es? Meiner Erfahrung nach recht wenige. Dafuer kann es aber viele Gruende (gleichzeitig) geben, z.B. dass Maenner weniger Interesse daran haben, diesen Beruf auszuueben. Dennoch werden aber auch Maenner (zumindest Vaeter) ein grosses Interesse daran haben, dass es kompetente Menschen gibt, die das tun. Dafuer muessen sie es aber nicht selbst machen. Was mich zu der komischen 5%-Prophezeiung bringt (sorry, weiss nicht mehr ob die auch von Dir kam): wenn die PP die 5% nicht schafft, dann liegt das mit (fuer mich) grosser Sicherheit nicht daran, dass sie zu frauenfeindlich ist. Das koennte man allenfalls dann behaupten, wenn sie z.B. 2,5% bekommt, und nur von Maennern gewaehlt wird. Die Zahl der Menschen (Frauen & Maenner), welche wegen dieses Themas die PP nicht waehlt, es davon abgesehen aber tun wuerde, schaetze ich als sehr gering ein. Vielleicht haelst Du sie fuer groesser, weil das Thema Dir persoenlich besonders am Herzen liegt, Du Dich viel damit befasst und Dich gut auskennst. Ich “diagnostiziere” fuer den Fall eine gewisse Betriebsblindheit – die ueberwiegende Mehrheit trifft ihre Wahlentscheidung naemlich nicht primaer anhand von Genderfragen. Sollte sie das?
        Richtig scheint mir, jedenfalls in meinem persoenlichen Umfeld, zu sein, dass weniger Frauen als Maenner die PP ueberhaupt _kennen_. Der Grund dafuer ist, dass Maenner sich eher als Frauen in Gegenden des Netzes tummeln, in denen die PP praesent ist. Heise-lesende Informatikstudierende (vornehmlich Maenner) kennen die PP vermutlich zu 100%. Keineahnungwas-lesende Germanistik-Studierende (vornehmlich Frauen) koennten sie durchaus auch im Internet fuer laengere Zeit umschiffen. Und wovon ich noch gar nichts gehoert habe, dem kann ich auch nicht beitreten und es auch nur schwerlich waehlen. Und dass Frauen (im wahlfaehigen Alter) sich fuer den IT-Kram, aus dem die PP massgeblich entstanden ist, weniger interessieren, das ist kein Vorurteil sondern offenkundige Tatsache. Natuerlich kann (und sollte) man fragen, _warum_ das so ist und ob es ein Problem darstellt. Es kann aber, schon aufgrund ihres Alters, unmoeglich die Schuld der Piratenpartei sein, dass es derzeit so ist. Die PP hat die entsprechende Sozialisierungslage schlicht vorgefunden, und diese ist eine IMHO wesentlich bessere Erklaerung fuer die geringe Frauenquote als Dein Diskriminierungsindiz. Zu beachten waere natuerlich noch, das “Interesse haben” nichts mit “genetischer [In]Kompetenz” zu tun hat, derartiges zu unterstellen liegt mir naemlich fern, da ich ausreichend Gegenbeispiele kenne.

        Zur positiven Diskriminierung: haelst Du sie nur da fuer sinnvoll, wo konkrete Benachteiligungen bestehen, oder auch als allgemeinen Ausgleich fuer Nachteile, die die betreffende Gruppe an anderer Stelle hatte und hat? Die Sache mit dem Krieg klingt fuer mich nach letzterem. (Ich selbst befuerworte nur ersteres, u.A. weil ich glaube dass es sonst keinen Ausgleich gibt, sondern nur eine Spirale von gegenseitigen Uebervorteilungen, welche Spaltet und gegeneinander ausspielt.)

        Zur Sprache: “Pirat” ist nicht singulaer, es wird aber auch keine Rechtschreibreform angestrebt, welche allen neutralen Begriffen die maennliche Form zuordnet. Die meisten Leute duerften einfach die traditionellen Worte genau so weiterbenutzen wollen wie das eben schon immer war, aus Bequemlichkeit – sofern sie ueber das Thema nachgedacht haben vertrauen sie dann darauf, dass die Umdeutung auf der semantischen Ebene ausreicht. Dass also, wenn man heutzutage “Aerzte ohne Grenzen” sagt, selbstverstaendlich auch Aerztinnen ohne Grenzen gemeint sind, weil es aus dem Kontext heraus klar ist, dass es keinen vernuenftigen Grund gibt, hier nur Maenner zu meinen. Ich glaube dass hier auch von Seiten der PP nichts “definiert” oder “deklariert” wird, sondern dass, genau andersrum, gefragt wurde, welche Definitionen denn in den Koepfen der Mitgliedern bereits vorherrschen – und wenn es Konsens ist, dass Frauen genau so gute und wichtige Mitglider sind, wie Maenner, dann braucht man auch nicht zu unterscheiden. Die Aussenwirkung duerfte hierbei sekundaer gewesen sein, gegenueber dem Umgang, den die, sich hier gerne als “potsfeministisch” bezeichnenden, Piraten intern pflegen [wollen].
        Waerst Du eigentlich dafuer, dass z.B. §211 StGB geaendert wird, so dass dort nicht mehr “der Moerder” steht, sondern “die MoerderIn” oder zumindest “der Moerder oder die Moerderin”? Oder gilt diese Kritik nicht fuer negative Begriffe?
        Als kleine Spitze am Rande: dass Du das unspezifische Maskulinum als Neusprech bezeichnest wirkt auf mich, als waerst Du 14 Jahre alt und haettest die Zeit vor dem Binnen-I und die damalige Sprachnormalitaet gar nicht mehr erlebt ;-)

        Ausblendung von 50% der Menschen/Waehler: alle Kernforderungen der PP gelten sowohl fuer Maenner wie auch fuer Frauen. D.h. das, wozu _absichtlich_ Aussagen gemacht werden, ist geschlechtsneutral. Das Ausblenden ist nicht intendiert (was Du, glaube ich, aber auch nicht unterstellst), es ist aber sogar auch nur behauptet. Fakt wird es nur fuer diejenigen Frauen, die sich eher als “von der PP unbeachtete Frau” denn als “von der PP in seinen Freiheiten geschuetzter Mensch” sehen. Die mag es sicherlich geben, auf keinen Fall aber sind es alle (oder auch nur die Mehrheit).

        Wenn man bejaht, dass es Repression gegen Maenner durch [einige, nicht alle] Feministinnen gibt (was gut erklaeren wuerde, “dass viele junge Männer Feminismus eher als Repression erleben und eben nicht als Befreiungsmethode”) so bedeutet das uebrigens nicht, dass man generell negative Diskriminierung gegen Frauen in unserer Gesellschaft leugnet. Es gibt halt beides (wobei Ersteres natuerlich zum grossen Teil das historische Resultat aus Letzterem ist).

        Sorry fuer die Text- und Fragenmenge – es interessiert mich aber wirklich. Deswegen habe ich auch _alle_ kommentare gelesen. Was wiederum dazu fuehrt dass ich selbst so viel labern und fragen muss.

        Alles gute,
        rob

      • September 13, 2009 um 8:56 vormittags

        Hallo Rob, danke für den ausführlichen Kommentar. Ich fange mal hinten an – ganz zum Schluss erwähnst Du recht beiläufig den historischen Aspekt. Der kommt mir in den Kommentaren immer zu kurz. Ich vermisse da auch abemals eine deutlichere Anerkennung des Faktum der Diskriminierung von Frauen. Ich lese da vor allem wieder eine Relativierung. Durchweg stelle ich fest, dass der Wert des Feminismus für die Bürgerrechte im Umfeld der Piraten als entweder sehr gering oder nicht vorhanden angesehen wird. Es scheint die Sichtweise vorzuherrschen, das seit jeher eher der Feminismus (=die Frauen?) das Problem war und nicht die Diskriminierung.

        Und hier springe ich zum Anfang Deines Kommentares: Du hebst darauf ab, dass Frauenrechte keine Kernthemen der Piraten sind. Ist ein gewisses Faktum. Es erinnert mich an 1968 in Deutschland in der Studentenbewegung, wo die Männer lieber die Frauen fürs Kafffeekochen hatten – und ihr Ansinnen auch über Frauenrechte zu sprechen auf öffentlichen Veranstaltungen wurde sinngemäß so beantwortet, dass man doch erst mal die Revolution machen solle – und dass die Frauen der Bewegung eine Diskussion aufzwingen und damit schwächen würden. Sprich konterrevolutionär.

        Wie ich schon sagte, sind Menschenrechte unteilbar. Der Aspekt der Egalität/Gleichheit ist dabei zentral. Dieser wird aber nicht allein durch eine gesetzliche Festschreibung erwirkt. Das SOLLTEN alle Parteien akzeptieren. Das passiert auch überwiegend in den grundsätzlich wählbaren Parteien – nicht aber bei den Piraten. Man sagt zwar, man sei pro Grundrechte – aber ich sehe da ehrlich gesagt große Lücken, die aus meiner Sicht keinen Sinn ergeben und die Piraten als Bürgerrechtspartei unglaubwürdig machen.

        Ich akzeptiere es vollkommen, wenn Leute über die richtigen Maßnahmen zur Näherung an die Egalität streiten. Vielleicht sind da Methoden wie Quoten tatsächlich nicht mehr zeitgemäß – aber die Diskussion sehe ich nicht bei den Piraten. Ich sehe eine Partei, die glaubt Egalität sei erreicht, Ende der Geschichte. So kann ich die aber nicht ernst nehmen. Ich fordere da andere Konzepte um die gleichen Ziel zu erreichen. Ansonsten konstatere ich, dass die PP Menschenrechte für teilbar hält und offensichtlich für bestimmte Gruppen deren Rechte für nicht wesentlich hält. Es deutet ja auch einiges darauf hin, dass bisher Barrierefreiheit auch nicht als Wesentlich angesehen wurde.

      • rob
        September 13, 2009 um 7:37 vormittags

        PS: ich entschuldige mich fuer meinen viel zu langen Beitrag. Ich kann verstehen wenn ihn keiner lesen mag :-)
        Vielleicht sollte ich mal besser mein eigenes Blog reaktivieren…

  7. Herman
    September 5, 2009 um 4:42 nachmittags

    Ja vielleicht sollten Frauen mal begreifen, dass sie nicht automatisch einen Sonderstatus haben müssen und sich mal mit ihren Mitmenschen auf eine Ebene stellen sollten.

    • September 5, 2009 um 6:36 nachmittags

      Vielleicht sollten manche Männer endlich begreifen, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt sind.

  8. Goofos
    September 5, 2009 um 5:58 nachmittags

    Ich hoffe das war eine Satire. Denn es ist nicht von einem Frauenanteil die Rede sondern von einem feministischen Anteil. Den Frauenanteil mit der Ideologie Feminismus zu verbinden ist Augenwischerei. Es geht auch nicht um Frauenthemen sondern um feministische Themen. Genauso will man die Gleichberechtigung, Gleichstellung und Frauenpolitik an den Feminismus binden und wenn es die Frage Frau geht soll man den Feminismus fragen. Für diese Ideologie sollte eigentlich nicht mal in anderen Parteien Platz sein. Man kann nur hoffen die PP versteht, dass der Frauenanteil und die Themen um die Gleichberechtigung/Gleichstellung sowie allgemein Frauenpolitik nicht an den Feminismus gebunden sind und man ansonsten einer Ideologie diese Themen überlässt. Was zwangsläufig dazu führt, dass die Feministen nur noch aus feministischer Sicht, feministisch zentriert betrachtet und völlig ideologisiert behandelt. Das würde den Themen nicht gerecht werden, denn wie wir alle wissen würde es aus der Ideologie heraus dabei nur um die feministische Sicht der Frau gehen und auch nur um feministische Themen von feministischen Frauen gehen verbunden mit feministischen Lösungen. Rein daraus wie sich der Feminismus verhält, wie er seine Themen wählt, wie er sich als eine Frauenbewegung versteht, kann man in keinster Weise davon reden, dass das eine Befreiungsmethode auch für Männer ist. Nein, das ist eine Befreungsmethode für Frauen, Männer sind dabei nur Helfer. Männer tauchen dabei auch nur auf wenn es das Frauenthema verlangt. Überlässt man die Themen dem Feminismus, wird das zu einem Spielplatz für eine Ideologie die nur zu offen ihre Voruteile und Vorveruteilungen preis gibt. Zu was das führt sieht man nur zu deutlich in anderen Parteien wo zugunsten und allein nur für Frauen weit über das Ziel Gleichberechtigung und Gleichstellung hinaus geschossen wurde, wo dem Feminismus Themen komplett überlassen wurde obwohl dabei der Feminimus allenfalls eine untergeordnete Nebenrolle einnehmen dürfte. Das Ergebnis daraus ist eine feministische Einbahnstraße.

    • September 5, 2009 um 6:22 nachmittags

      ich glaube wenn hier jemand einseitig ideologisch argumentiert, bist Du das. Wer Frauenrechte ablehnt, lehnt einen der Kernrechte der Menschen ab, nämlich das der Egalität. Egalität wurde in der Vergangenheit nicht gewährleistet. Es gab weniger Rechte für Frauen, Rassentrennung, etc. etc. – d.h. um Egalität heruzustellen bedarf es der Gleichstellung. Wer Gleichstellung aius Prinzip ablehnt, der will im Grunde nur die gleichen Rechte für alle auf dem Papier, aber nicht in der Realität. Dies gilt für “Rasse”, Herkunft, Geschlecht und andere Merkmale. Wer also dort blockiert, der will im Prinzip Ungleichheit zementieren.

      • Goofos
        September 6, 2009 um 4:16 vormittags

        Ja, das ist eine Standardantwort, die Standardverurteilung: “Du lehnst die Gleichberechtigung von Frauen ab”. Das ist nunmal die Ideologie.

        Ich rede davon, dass man das Thema Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht dem Feminismus alleine überlässt, weil erstens der Feminismus sich nur um die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frauen kümmern will, nicht aber für andere “Rassen”, Herkünfte oder Merkmale. Zweitens behandelt Feminismus die Gleichberechtigung und Gleichstellung nur aus der Sicht der Frau, die ja auch immer wieder zu solchen schönen unbelegbaren Argumenten wie “weil die Männer linear denken” oder so führen. Was im Klartext bedeutet, dass die Begründungen einfach nur auf Vorurteile aufbauen. Drittens weil wenn man dem Feminismus die Gleichberechtigung und Gleichstellung allein überlässt der Feminismus tun und lassen kann was es will und darüber bestimmt welche Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsthemen behandelt werden. Sprich hauptsächlich Frauenthemen, egal wie konform die mit dem Hauptthema sind, egal wie überbevorteilend die sind und wenn es sein muss ist es auch nur ein Thema das die Feministin betrifft, nicht die Frauen. Prekär wird’s natürlich bei Männerthemen wenn der Feminismus entscheided was Thema ist. Viertens weil der Feminismus entscheided wer anscheinend benachteiligt wird oder wer bereits gleichberechtigt ist. Genauso wie es kontrollieren und entscheiden kann wann in bestimmten Themen Gleichberechtigung erreicht ist.

        Ich lehne entschieden aus Prinzip den Feminismus ab, weil es Matriarchat ist und damit gleich dem Patriarchat ist, nur mit umgekehrten Vorzeichen.

      • September 6, 2009 um 9:05 vormittags

        Wow, aus Deiner Antwort wird deutlich was zumindest Du denkst. Der Feminismus ist doch nichts anderes als eine Bürgerrechtsbewegung, die sich für die Rechte der Frauen einsetzt. Genau so wie sich Gewerkschaften für die Rechte der Arbeiter einsetzt usw. usf. . Es gibt bestimmte Interessenlagen. Da Männer gewisse Machtpositionen innen haben wäre es absurd zu erwarten, das Frauen darauf warten, das Männer ihnen bestimmte Rechte einräumen.

        Ich weiss, das es da in der PP einen gewissen Hang zum Verfassungspatriotismus gibt. Aber das Grundgesetz alleie hat den Frauen nicht mehr Rechte gegeben. Es ist eben ein Unterschied ob gleiche Rechte grundsätzlich zugestanden werden oder ob sie umgesetzt sind. Aus Deinen Worten spricht in erster Linie Angst vor den Frauen – das diese, wenn sie sich für ihre ureigensten Rechte einsetzen das immer GEGEN die Männer gehen würde.

        Meine Sicht auf die Dinge ist eher die, das Menschen und Bürger ihre Konflikte in der Gesellschaft austragen. So ist die Unterdrückung der Frau seitens der Männer unvereinbar mit mehr Rechten für Frauen. Da helfen keine schönen Worte. das in dem Konflikt sich manchmal die Fronten verhärten ist schon möglich. Dies liegt dann aber eher dann vor, wenn Frauen seitens der Männer grundsätzliche Rechte verwehrt oder sie benachteiligt werden.

        Das Bild was viele von der Zivilgesellschaft haben ist m.E. oft falsch. Es ist nicht so, das benachteiligte Gruppen immer dadurch ihre Rechte erhalten hätten, dass sie die richtige Parteien gewählt hätten oder dadurch, dass die gedudlig gewartet hätten. Der Durchbruch kam oft dadurch, dass sich Rechte und Freiheiten eben einfach genommen oder erobert wurden. Siehe auch Freedom Rides.

        Sexismus ist eben dem Rassismus ähnlich. Dort wird in meinem Augen deutlicher was das bedeutet, was Du sagst – was Du forderst wäre jetzt z.B. auf die Geschichte übertragen, das Afroamerikanische Bürgerrechtler nichts hätten sagen dürfen gegen eine mehrheitlich weisse Diskriminierungspolitik. Auf demokratischem Wege war da z.B. sogar gar nichts zu machen. Auch die Kirche war in der demokratischen Vergangenheit zumeist eher kontraproduktiv.

        Man sollte dem ganzen Mainstream-Scheiss eben nicht glauben.

  9. Bernd :-)
    September 5, 2009 um 6:23 nachmittags

    Thilo, ich schätze Dich als politisch aktiven Menschen ein. Es sind keine Vorurteile, die Dich zu solchen Artikeln veranlassen.

    Es ist der Neid auf die erfolgreichen Piraten. Sie haben in drei Monaten in Deutschland mehr gedreht als andere politsch Aktive jemals erreichen werden.

    • September 6, 2009 um 12:35 vormittags

      Nein. Einerseits ist es so, das Leute wie ich jahrelange Vorarbeit geleistet haben um bestimmte Themen erst populär zu machen wo viele heutige Piraten noch im Winterschlaf waren. Und nun sehe ich wichtige Ziele wie den Kampf gegen die VDS erheblich gefährdet dadurch gefährdet, das die PP Nebenkriegsschauplätze aufmacht, die sie unwählbar scheinen lässt. Es ist unglaubliuch wie vielen Leuten ich auf Nachfrage schon abraten musste, die PP zu wählen. Warum muss ich das tun? Ich selbst würde gerne viele der Kernziele der PP unterstützen – aber so nicht – und was ich nicht kann, kann ich auch anderen nicht raten.

      Es geht hier nicht um Gewinnen/Verlieren oder wer ist besser oder schlechter. Das sind auch so männliche Konkurrenz-Ideologien aus dem letzten Jahrhundert. Im Grunde sollte es darum gehen, das man in freier Kooperation gemeinsam und auf gleicher Ebene für die selben Ziele kämpft. Die PP scheint aber mehr nach dem Motto “Wer nicht für uns ist, is gegen uns” zu agieren. Dann muss ich euch aber eher als politischen Gegner, denn als möglichen Kooperationspartner betrachten. Die letzten Monate ist leider die Distanz mächtig gewachsen. Viele Kooperationschancen wurden vertan. Die PP wird uns sicher erhalten bleiben. Aber ich denke nicht, das sie ihre Erfolgskurve beibehalten wird. und gerade verprellt sie sich nachhaltig SEHR VIELE Sympathisanten. Warum? Wahrscheinlich will man unbedingt ganz wenige Stimmen haben. Offenbar kalkuliert man eher darauf mit Wahlwerbung Wechsel- und Protestwähler zu gewinnen, als kritische Geister.

      • Markus B.
        September 6, 2009 um 4:35 nachmittags

        Hallo Thilo

        Ich halte also fest:

        Du siehts dich als Vorkämpfer für bestimmte Themen wie der Verhinderung von VDS und willst nicht das der Kampf gegen VDS gefärdet wird. Ok, gut, in Ordnung.
        Dann kritisierst du die PP, sie tue genau das, weil sie Nebenkriegsschauplätze eröffnet. (Welche?)
        Gleichzeitig versuchst du aber sehr agressiv der PP das Thema Feminismus einzureden. Hat das den was mit VDS zu tun? Warum soll die PP also jetzt diesen Nebenkriegsschauplatz aufmachen?

        “Im Grunde sollte es darum gehen, das man in freier Kooperation gemeinsam und auf gleicher Ebene für die selben Ziele kämpft.”
        Genau das passiert in der Piratenpartei. Hier ist zum Beispiel das Geschlecht völlig unwichtig. In der Piratenpartei werden weder Schwule noch Heteros, weder Behinderte oder Menschen andrer Hautfarbe anders behandelt. Und eben auch keine Frauen. Das ist keine Unterdrückung, das ist GleichBERECTIGUNG. Was dagegen?

      • September 6, 2009 um 5:06 nachmittags

        Hallo Markus, im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren sehe ich den Feminismus nicht als Ideologie, sondern begreife den Feminismus als Teil der Bürgerrechtsbewegung. Die PP hat beschlossen, dass sie 1.) keine Mitglieder hat, sondern “Piraten” – und 2.) das nur die männliche Bezeichung die offizielle ist. Das ist dann wenn Du so willst Antifeminismus oder Maskulinismus – man grenzt sich hier bewusst vom Feminismus ab. Aber Feminismus hat nichts anderes zum Ziel als das Erreichen des Grundrechtes auf Egalität. Egalität heisst nicht, das einem alles egal ist. Im Feminismus wird davon ausgegangen, dass es Widerstände und Hindernisse zum Ziel der Egalität für Frauen gibt. Selibiges gilt auch für andere gesellschaftliche Gruppen, siehe auch Alltagsrassismus. Die reine Definition der Gleichheit hat eben selbige noch nicht hergestellt. Was die Piraten oder Du fordern ist, das man nichts tun sollte, um dieses Ziel zu erreichen. Ich sehe das sehr anders. Wer behauptet Frauen wären heute schon gleichgestellt mit Männern, der läuft mit geschlossenen Augen duch die Welt. Und um das Argument gleich vorweg zu nehmen: Es geht NICHT um Gleichmacherei. Es geht darum zu versuchen eine gewisse Chancengleichheit herzustellen. Die gleiche Motivation, warum man es nicht vom Einkommen der Eltern abhängig machen sollte, ob Kinder eine gute Schulbildung bekommen. Mit der hier von euch angewendeten Logik müsste man sämtliche Förderprogramme streichen und am Ende ist die PP so eine Art FDP – bei der nur die Privilegierten eine Chance haben sich zu entwickeln aufgrund ihres Einkommen, Rasse, Geschlecht,… – das ist keine Welt in der ich leben möchte. Ich würde die PP lieber als Vorkämpferin für jegliche Grundrechte sehen – das wäre konsequent. Ich denke es hakt bei der PP da, wo Grundrechte eben nicht alleine durch die Einhaltung von Gesetzen definiert werden, sondern wo “weiche Faktoren” den Grundrechtszielen im Wege stehen. Im Prinzip hat ein Kind in Bangladesh auch die gleichen Menschenrechte wie wir alle – und wenn es verhungert sagen wir “selber schuld”, es hatte ja alle Chancen? Chancen entstehen eben auch nur dann, wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind.

  10. hpaul
    September 5, 2009 um 9:23 nachmittags

    Ich hab ja den Eindruck das der gute Thilo einen Riesenspass daran hat Pirat-Menschen auf die Palme zubringen. Lasst euch doch nicht provozieren.
    Ich find Pirat kurz und knackig, so wie man das halt aus dem täglichen arbeiten mit und im Web gewohnt ist. Keine langen Worthülsen kein Geschnörkel, eine Abkürzung wie viele andere die die die Kommunikation beschleunigen. MfG, lol, ;-)

    • September 5, 2009 um 11:53 nachmittags

      Oh ja “Piratin” ist ja auch ein so ellenlanges Wort – das kann sich ja keiner merken. lol

  11. Michael
    September 5, 2009 um 9:26 nachmittags

    Hallo Thilo!

    Schon frappierend, wie Du Dich (als Mann) so dominant und penetrant für Dinge einsetzt, die Frauen angeblich brauchen.
    -Und dazu die Kommentare der Frauen zu lesen, die diese Meinung gar nicht teilen und sich im Gegenteil von Dir bevormundet fühlen! Scheint Dir aber gar nicht aufzufallen. Für mich ein Zeichen, daß Dir die wirklichen Bedürfnisse der Frauen herzlich egal sind. Für Dich sollen sie Ihre Opfer-Rolle erfüllen, damit Du Dein Feindbild von den Männern weiter pflegen kannst.
    Den Gefallen tun sie Dir aber nicht, wie ich lesen kann. Die Ideologie des Feminismus ist offenbar uch vielen Frauen in seiner Einteilung von Gut und Böse / Opfer und Täter zu simpel.

    • September 6, 2009 um 12:06 vormittags

      Eins ist ja klar: Die Frauen innerhalb der Piraten werden mehrheitlich kein Problem haben mit der bestehenden Diskriminierung, denn wenn es so wäre, wären sie keine Mitglieder geworden. Es sei denn sie würden antreten gegen die Mehrheitsmeinung. Ich denke das kritisch denkende Frauen, die auch Ahnung von Feminismus haben eher die Piratenpartei meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ich habe dazu auch genug Stimmen außerhalb der PP von Frauen und Männern gelesen, die die Sache ähnlich sehen, wie ich.

      Mir zu unterstellen ich wolle Frauen bevormunden entspricht der Auffassung, das Menschen die gegen Rassismus auftreten eigentlich Ausländer bevormunden – die wollen ja gerne diskriminiert werden. Ich gestehe den Frauen, die kein Problem haben mit den ganzen Dingen zu, ihre Perspektive mit den Jahren zu ändern – und vielleicht verstehen sie dann, was ich meinte. Das Diskriminierte nicht immer die Situation im gleichen Maße erkennen ist ja bekannt. Ich kenne das auch von Infoständen, dass Leute zur Vorratsdatenspeicherung sagen “Ich habe doch nichts zu verbergen!” Das überzeugt mich aber nicht. Ich mache mir meine eigenen Gedanken und ich denke das auch jeder was zu verbergen hat. Da können noch so viele Bürger vorbeikommen und meinen bei ihnen wäre das alles egal. Das also nur als Vergleich um zu sagen. Fehlendes Problembewußtsein kann man nicht immer gleichsetzen damit, dass es ein Problem nicht gibt. Es gab auch früher Frauen, die haben verteidigt, dass Frauen nicht wählen können. Ich finde es bedauerlich wenn junge Frauen heute so wenig für ihre eigenen Rechte eintreten. Ich sehe das als Rückschritt. Man wird sehen, wie sich ihre Haltung mit den Jahren entwickelt. Bisher habe ich jedenfalls keine Argumente gelesen, die meine Analyse widerlegen.

      • Michael
        September 6, 2009 um 4:47 nachmittags

        Hallo Thilo!

        Du meinst also, viele Frauen sind sich, nach Jahrzehnten feministischer Aufklärung, die einen aus allen Medien förmlich anschreit, leider immer noch nicht bewusst geworden, wie unterdrückt sie sind?

        Wie dumm müssen diese Frauen Deiner Meinung nach sein?

        -Aber sehr gnädig von Dir, den Frauen zuzugestehen, ihre Perpektive erst in einigen Jahren zu ändern.

        Und was ist eigentlich mit diskriminierten Männern? Wo bekommen die Beratung, Unterstützung, rechtliche und politische Anerkennung und Hilfe?

        Ich war früher ähnlich überzeugt, daß der Feminismus Recht hat, sogar daß Frauen die besseren Menschen sind. Die Konsequenzen, die ich daraus gezogen habe, wurden aber von Frauen nicht anerkannt, sondern höchstens ausgenutzt. Obendrein wurde mir die Schuld an allem Möglichem und Unmöglichen gegeben, da “man ja weiss, wie die Männer sind: Egoistisch, untreu, verantwortungslos, gefühlsarm, agressiv, gewalttätig, unterdrückerisch – und überflüssig wie ein Kropf”. Gegen solche Vorurteile, die ich immer wieder auf verschiedenen Ebenen erleben musste, kommt man einfach nicht an, da kann Mann noch so friedfertig, aufopferungsbereit, kommunikationsfähig und verständnisvoll sein.

        Ich weiss auch, daß ich beileibe nicht allein mit dieser Erfahrung bin.

        Und diese Diskriminierungen erschöpften sich leider nicht auf Deinem Klage- Niveau, dass ich meinte, in irgendeiner Kleinpartei ist ein Geschlecht unterrepräsentiert, oder es fehlt ein -Innen in deren Namen.

        Wenn man schon solche Belanglosigkeiten als Nachweis für eine massive, immer noch unterbewertete Frauendiskriminierung heranzerren muss, macht man diese nicht gerade glaubwürdiger.

        Ich sage nicht, daß es keine Frauendiskriminierung gibt, aber ich finde, sie steht sehr stark im Fokus der Öffentlichkeit, und das leider unter starkem meinungsmachenden Einfluss des Radikalfeminismus, der die per se Männer zu Unmenschen und Frauen zu Gutmenschen erklärt hat.

        Dies ist eine klare Diskriminierung seitens einer Bewegung, die vorgibt, gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung zu sein, und dies hat, gelinde gesagt, nicht gerade geholfen, daß Frauen und Männer gut miteinander auskommen.

        Ich bin dafür, daß wir uns Alle in erster Linie als Menschen definieren, sehen und achten. Wie unbedeutend doch der Geschlechterunterschied sein könnte!

        Ich bin immer wieder über eine Beobachtung erstaunt, wenn ich mich in Ländern aufhalte, in denen angeblich das Machotum noch Hochkonjunktur hat und die Frauenemanzipation ja noch so weit zurück ist: Wie ungezwungen, offen und herzlich Frauen und Männer miteinander umgehen.

        Dann steige ich wieder in den Flieger, in denen Männer seit kurzem nicht mehr neben alleinreisenden Kindern sitzen dürfen(Airfrance und KLM), und träume von einem harmonischen, ideologisch nicht vergiftetem Miteinander von Frauen und Männern in Deutschland.

        Du schreibst: “Das Diskriminierte nicht immer die Situation im gleichen Maße erkennen ist ja bekannt.”

        In dem Sinne: Ist Dir schon mal aufgefallen, wo Du, nur weil Du ein Mann bist, diskriminiert sein könntest?

        Folgende Zitate stammt von Doris Lessing, einer wichtigen Frau in der Frauenbewegung:

        “Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird”;
        “Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten.” Und weiter: “Die dümmsten, ungebildetsten und scheusslichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun.”

        (http://www.vaeter-aktuell.de/feminismus/Lessing_20010814.htm)

        Gruß,

        Michael

      • September 6, 2009 um 5:14 nachmittags

        Michael, es geht hier nicht darum, dass du von Deinen Exfreundinnen verlassen wurdest. Natürlich können Frauen auch Arschlöcher sein. Natürlich sind die nicht per se besser als Männer. Das habe ich auch nie geschrieben.

      • Michael
        September 6, 2009 um 5:51 nachmittags

        Das wird aber vom radikalen Feminismus so dargestellt, und wird in der breiten Bevölkerung schon als Konsenz betrachtet, oder wie erklärst Du dir folgenden Satz, der aus dem aktuellem Grundsatzprogramm der SPD stammt?

        “Wer die menschliche
        Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.”

        (http://www.spd.de/de/pdf/parteiprogramme/Hamburger-Programm_final.pdf), Seite 42

        Gruß,

        Michael

      • September 6, 2009 um 7:17 nachmittags

        Du verstehst den Satz nicht? Ich verstehe ihn so, das eine REIN Männliche Gesellschaft nicht erwünscht sein kann, weil das impliziert, das Frauen überwiegend diskriminiert und unterdrückt werden.

      • Michael
        September 6, 2009 um 5:54 nachmittags

        Das mich Freundinnen verlassen haben, rechne ich, entgegen Deiner frechen Unterstellung, nicht als Diskriminierung!

        Gruß,

        Michael

  12. BesucherIn
    September 5, 2009 um 11:18 nachmittags

    Wieder eine Gleichberechtigungsdiskussion die belegt, dass wir ganz am Anfang stehen! Wir würden viele Probleme aus der Welt schaffen, wenn wir uns als Menschen betrachten würden!
    Und das wir eine Gleichberechtigungsdiskussion führen, mit dem Hintergrund wie hoch der Anteil von Frauen in einer Partei ist, zeigt wie Kleingeistig wir sind. Es gibt Orte auf der Welt an denen Frauen um’s Überleben kämpfen, weil die lebenswichtigen Medikamente den Männer vorbehalten sind, oder an denen ihre Unterdrückung so furchtbar ist, dass sie sich lieber selbst verbrennen, als unter den gegeben Bedingungen weiter zu leben.
    Ernsthaft, ist es wirklich wichtig, wie viele Frauen Mitglied in der Piratenpartei sind? Ich als Frau fühle mich nicht von den Piraten diskriminiert, sondern von denen, die diese Diskussion immer wieder anstoßen!

    • September 6, 2009 um 12:20 vormittags

      Also zunächst einmal erkennst Du also an, das es auf dieser Welt Situatione gibt, wo Sexismus lebensbedrohlich ist. Ich finde es schon sehr wichtig über den Anteil von Frauen in einer Partei zu sprechen, weil es einfach etwas über den Charakter eine Partei sagt. Wir können ja festhalten, das der Anteil in den Parteien verschieden hoch ist, ok? Das heisst es ist davon auszugehen, dass das kein Zufall ist. Also liegt es an der Politik der Parteien – an ihren Mitgliedern und an dem Umgang mit denen, wie viele Frauen Mitglied werden. Wenn man dies anerkennt – und das ist denke ich offensichtlich – dann ist ja die Frage, was die PP anders macht um so viele Frauen abzuschrecken – und daran kann man die Frage knüpfen, ob es seitens der PP wünschenswert ist, dies zu tun. Dabei sind Frauen auch nur eine von verschiedenen Gruppen. Man könnte auch sagen – angenommen nur Besserverdienende werden Mitglieder der PP – wäre das dann nicht auch eine bedenkenswerte Entwicklung? Wenn du meinst das wäre alles nicht bedenkenswert, dann bist du also der Meinung es ist entweder scheissegal wer Mitglied wird und sich ggf. abgeschreckt fühlt – oder Du begrüßt eine einseitige Mitgliederzusammensetzung. Du und viele andere scheinen auf “scheissegal” zu stehen. Dann stellt sich aber für mich die Frage: Warum dann eine Partei gründen? Ich dachte immer bei einer Partei ginge es darum Ziele zu definieren, die zur Wahl zu stellen und für deren Zustimmung zu werben. Ich frage mich dann wo die Strategie liegt, wenn man Mehrheiten erreichen will zur Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung und dann aber sagt dass es einem scheissegal ist, wenn die Hälfte der Bevölkerung die eigenen Partei aus themenfremden Gründen ablehnt. Ich sage Dir eins: Mit DER Einstellung lässt sich politisch kein Blumentopf gewinnen. Nicht wenn es um die Hälfte der Bevölkerung geht. Und ehrlich gesagt ist mir eine Scheissegal-Partei auch scheissegal – und dann irgendwann nicht mal eines Kommentares würdig. dann stellt euch eben nicht in Fußgängerzonen und werbt für euch. Wozu denn?

      • TST
        September 6, 2009 um 10:41 vormittags

        Du schreibst: “dann ist ja die Frage, was die PP anders macht um so viele Frauen abzuschrecken”

        Der Grund ist vollkommen simple: Frauen interessieren sich nicht für Technik!
        Die Piratenpartei ist eine Partei, welche sich rund um eine Technik gegründet hat. Da ist es vollkommen logisch, dass dort sich dann wenige Frauen engagieren. Das hat absolut NICHTS mit irgendwelchem Diskriminierungen zu tun!

        Hier mit Unterstellungen zu operieren ist weit unterhalb der Gürtellinie und zeigt auf welchem Niveau sich der Feminismus ganz generell inzwischen bewegt.

      • September 6, 2009 um 12:40 nachmittags

        “Der Grund ist vollkommen simple: Frauen interessieren sich nicht für Technik!”

        Ja danke für den Hinweis. Genau, Piraten haben verdammt noch mal keine Vorurteile gegen Frauen, Frauen sind einfach so. Da gibt es bei Männern einfach ein Technik-Gen, das haben Frauen nicht. Deswegen können Frauen ja auch nicht Technik? (Satire)

        Wenn hier einer Niveau unterschreitet, dann Du.

      • Besucher-II
        September 6, 2009 um 2:32 nachmittags

        Thilo: ich hätte jetzt grosse Lust, die allseits bekannte Merkbefreiung für dich auszufüllen. Denn an dieser These ist nichts falsches oder verklärendes dran. Um sie zu überprüfen, brauchst du nur ein Paar Stunden an der TU deiner Wahl zu verbringen; die Frauenquote dort ist unter aller Sau, und dies wird nicht durch die ach so bösen Männer verursacht. Sondern schlicht dadurch, dass die Frauen sich nicht für technischen Studiengänge begeistern, trotz diverser Motivationsversuche a-la Girls-Days.

      • September 6, 2009 um 3:09 nachmittags

        Ok, Deine These ist, dass das mangelnde Interesse von Frauen an technischen Studiengängen genetisch determiniert ist als wesentlichster Faktor. Dann müsste das Interesse aber einerseits über die Jahrzehnte als auch über Kutlurgrenzen hiwneg gleichbleiben. Dem ist aber überhaupt nicht so. Das schwankt sehr. Es ist die Sozialisierung, die gesellschaftlichen Bedingungen, der soziale Status der Eltern und im Studium nicht zuletzt auch die Art und weise wie mit Frauen umgegangen werden. Es gibt eben kein Technikgen. Sicher verhalten sich Frauen und Männer verschieden aus verschiedenen Gründen – aber hier geht es ja auch darum welche Schlüsse man ziehen kann, in wie weit es zu verallgemeinern wäre. Und da muss man ja sagen: Es gibt eben auch Frauen, die sich für Technik interessieren – und die haben es durchaus schwerer in männerdominierten Fachbereichen. Den Schluss, den du nahelegst diskriminiert eben die Frauen, die trotz der Sozialisierung und Hindernisse entegen den vorhandenen Vorurteilen ein technisches Studium anfangen – und diese Ausnahmen überzubetonen macht es nicht gerade “normaler” oder wahrscheinlicher, dass Frauen das tun.

      • BesucherIn
        September 6, 2009 um 11:11 vormittags

        Ich glaube, dass wir hier vor unseren Rechner sitzen und darüber diskutieren beweist, dass uns das nicht ”Scheissegal” ist! Wir reden hier über eine Partei die in den Anfängen steht. Es gibt auch keine Themenbereiche, die sich speziell auf Kinder, oder Tiere oder … beziehen! Deswegen kann man doch nicht davon ausgehen, dass alle Piraten Kinderfeindlich sind, oder kinderfeindliche Politik betreiben? Mir als Frau, fallen keine Themen ein, die speziell nur mich als Frau etwas angehen. Vielleicht kannst Du einfach mal ein paar Beispiele nennen?

      • September 6, 2009 um 1:31 nachmittags

        @BesucherIn: Ich? Das war doch nie meine These – es sind doch andere hier die meinen, das Frauen sich z.B. für Technik nicht interessieren. Mein Einwand wendet sich ja eben gegen die Stigmatisierung einerseits – und andererseits gegen die antifeministische Politik der Piraten.

  13. September 6, 2009 um 10:14 vormittags

    Moin, soviel “politcal correctnes” ist echt schlecht fürn Kopf.
    Hätt ich das mal zum Einschlafen gelesen und nicht gleich zum Frühstück…
    könnt ihr euch nicht drauf einigen das niemand was gegen Frauen und deren gleichberechtigte Stellung hat??!

    Da gibts doch ganz andere Themen über die man mit den Piraten mal Diskutieren kann…!! Z.B. wie nah ist das Wahlprogramm an dem der FDP?? oder wie neoliberal angehaucht sind die Piraten eigentlich?? Das wäre meine größte Befürchtung, dass ich meine Stimme einer Partei geben könnte, die sich später als neoliberaler Koalitionspartner von CDU und FDP outed…

    • September 6, 2009 um 12:38 nachmittags

      Das auch. Die Kommentare hier haben aber ja deutlich gemacht, das hinter meiner Vermutung, dass hinter dem Symbol noch mehr steckt, zutrifft. Da ist so viel Hass und Unverständnis gegen Frauen und Feminismus zu lesen. Einerseits von irgendwelchen frustrierten Männern, die über die PP ihre Gegenoffensive planen – und dann auch einige Piratinnen, die ins selbe Horn blasen – und sich dem männlichen Mainstream in der Partei nur allzu gerne unterordnen. Ehrlich gesagt hatte ich vorher nur eine geringfügige Kritik – aber die Emotionalität der Reaktionen zeigt doch, dass hinter der bisherigen innerparteilichen Politik der Piraten doch mehr steckt als ein nüchterner Abschluss der Gleichberechtigungsdebatte, wie gleichzeitig ja immer behauptet wird. Unter dem Strich könnte man glauben, das wir alle heutzutage vom Feminismus unterdrückt werden, vor allem die armen Männer.

  14. henningninneh
    September 6, 2009 um 3:17 nachmittags

    Thilo,

    Kompliment für deine Ausdauer. Dass viele Diskussionsteilnehmer/innen nicht einmal so grundlegende Konzepte wie positive Diskriminierung verstehen, zeigt wie viel Nachholbedarf tatsächlich bei den Piraten in Sachen Frauenpolitik noch besteht.

    Viele Argumentationsmuster, die hier regelmäßig auftauchen werden unter
    http://www.derailingfordummies.com/
    auf unterhaltsame Weise entlarvt. Das sollten sich einige vielleicht mal zu Gemüte führen.

    • Michael
      September 6, 2009 um 5:12 nachmittags

      Hallo henningninneh!

      Du hast recht, auch mir hat sich das offenbar so segensreiche Konzept der “Positiven Diskriminierung” noch nicht erschlossen, trotz Recherche, fand nur Widersprüchliches. Klingt aber auch schon als Begriff widersprüchlich, oder?

      Ist damit gemeint, daß, wenn die feministische Zeitschrift EMMA einen Männerwitz reisst: “Was ist ein Mann in Salzsäure? – Ein gelöstes Problem!” oder “Was ist ein Mann im Gefängnis? – Artgerechte Haltung!” -Dies nicht etwa Geschlechterdikriminierung ist, sondern, da ja das “negative”, männliche Geschlecht diskriminiert wird, eine “positive Diskriminierung” daraus wird? (doppelte Negierung ergibt ja Plus!?)

      (http://www.emma.de/346.html)

      Bitte um Nachhilfe.

      Gruß,

      Michael

      • September 6, 2009 um 5:26 nachmittags

        Das bedeutet eigentlich nur (s.a. affirmative action http://en.wikipedia.org/wiki/Affirmative_action), dass Maßnahmen ergriffen werden, die die bestehende negative Diskriminierung ausgleichen sollen. Wenn man als weiss, das irgendwo Frauen oder Minderheiten weniger Chancen haben als Männer oder die Mehrheit, dann setzt man z.B. Quoten, um eine gewisse Mindestchance für Angehörige einer Gruppe zu wahren. Kriege, Unterdrückungen, vergangene Ungerechtigkeiten sollen damit etwas ausgeglichen werden. Es geht dabei nicht um eine hundertprozentige Gerechtigkeit. Sicher leidet dann immer irgendwer – jeder Eingriff hat auch negative Folgen – es muss eben abgewogen werden welche Folgen schwerer wiegen: Nicht einzugreifen und den Status Quo zu belassen oder einzugreifen und damit eine Korrektur anzubringen oder einem gesellschaftlichen Wandel Vorschub zu leisten. Basis ist die Erkenntnis, das eben gleiche Rechte auf dem Papier keine Garantie für Chancengleichheit sind.

      • henningninneh
        September 7, 2009 um 9:44 nachmittags

        Nein, das ist ein schlechter Witz, und keine positive Diskriminierung.
        Unter positiver Diskriminierung versteht man Maßnahmen, die benachteiligte Personen besser stellen sollen und dabei über formale Gleichstellung (Nichtdiskriminierung) hinausgehen. Der Grund dafür ist, dass die Benachteiligung heute glücklicherweise häufig nicht (mehr) aus diskriminierenden Regeln und Gesetzen resultiert. Beispielsweise ist es (um mal ein nicht auf Frauen zugeschnittenes Beispiel zu verwenden) Menschen mit ausländisch klingenden Vornahmen genauso erlaubt, sich auf eine Arbeitsstelle zu bewerben oder eine Mietwohnung zu suchen, und dennoch sind ihre Chancen, zum Bewerbungsgespräch bzw. zur Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden, deutlich geringer als bei Personen mit deutschen Namen. Um Phänomenen wie diesen abzuhelfen, müssen die benachteiligten Personengruppen speziell unterstützt und geschützt werden, so lange die gesellschaftlichen Verhältnisse, die die tatsächliche (nicht bloß formale oder de-jure-) Benachteiligung produzieren, nicht abgestellt sind, und dies bedeutet eben, das positiv diskriminiert wird. Zugleich hofft man auch, durch solche Maßnahmen den gesellschaftlichen Grundlagen der tatsächlichen Benachteiligung abzuhelfen.
        Nachdem ich nun also Ihrer Bitte um Nachhilfe nachgekommen bin, darf ich meinerseits stellvertretend für alle, die sich zu diesem Thema hier so sehr engagieren, an Sie die Bitte formulieren, sich das grundlegende Wissen künftig zunächst selbst anzueignen, denn so lassen sich einige Vorurteile sicher vermeiden.

      • henningninneh
        September 7, 2009 um 9:50 nachmittags

        Ergänzung: Mein obiger Beitrag bezieht sich auf den vorstehende Kommentar von Michael (6. September, 5:12). (Und es muss natürlich Vornamen heißen und nicht Vornahmen).

  15. September 6, 2009 um 5:28 nachmittags
  16. Michael
    September 6, 2009 um 6:06 nachmittags

    Hallo Thilo!

    Du schreibst zu Positiver Diskriminierung:”Kriege, Unterdrückungen, vergangene Ungerechtigkeiten sollen damit etwas ausgeglichen werden”

    – Scheint ja ein wahres Wundermittel zu sein, diese Positive Diskriminierung. Und Frauenquoten, Frauenförderung, Mädchenförderung und die Unterlassung solcher Maßnahmen für das männliche Geschlecht gleichen also Kriege, Unterdrückungen, vergangene Ungerechtigkeiten aus? – gewagte Behauptung!

    – Und Du scheinst davon auszugehen, daß z.B. im Krieg nur Frauen Leid erfahren haben. – Was ist mit den unzähligen Männern, die im Krieg an die vorderste Front geschickt wurden, unsägliches Leid und millionenfachen Tod erfahren haben?

    Gruß,

    Michael

    • September 6, 2009 um 7:34 nachmittags

      Herrgott, es geht doch nicht um Leid im Tod, sondern darum, dass (nicht nur durch Krieg) die Gesellschaft Ungerechtigkeiten reproduziert – und das in Folge dabei Frauen stärker diskriminiert werden. Kriege befördern z.B. männliche Stereotype und führen zu einer Entmenschlichung der Gesellschaft. S.a. Guantanamo, Kriege im Irak/Afghanistan. Einige Männer lieben ja den Krieg und lassen sich als Söldner hier und da einsetzen, weil dies ihrem Bild eines Mannes entspricht – die Freiheit neu töten, zu vergewaltigen und sich zu nehmen, was sie wollen. Das ist ein fatales Menschenbild, das wir nicht wollen können.

      • Michael
        September 6, 2009 um 8:28 nachmittags

        Hallo Thilo!

        Die genannten kriegsliebenden Männer halte ich für absolute Ausnahmen, und von ihnen auf das ganze männliche Geschlecht zu schliessen, etwa so legitim, zu behaupten, nur weil es schwarze nigerianische Drogenhändler gibt, sind alle Schwarzen notorische Drogenhändler. Also nichts anderes als Rassismus.

        Und haben die Frauen 1933 ihr neu gewonnenes Wahlrecht dazu genutzt, Hitler zu verhindern? -Nein, sie haben für Hitler gestimmt, ihm fanatisch zugejubelt, “verherrlicht”, genau wie die Männer. Meine Urgroßmutter hat, als ich klein war, immer für Hitler geschwärmt, das sei doch ein “richtiger Mann” gewesen.

        Auch für der Irakkrieg gab es laut einer Umfrage unter den Frauen mindestens genausoviel Zustimmung wie von Männern.

        Frau Merkel hat sich damals bei der USA angebiedert, Gerhardt Schröder nicht.

        Frau Thatcher befahl den Falkland -Krieg.

        Der Unterschied ist nur, Frauen müssen nicht an die Front, die Männer schon. Dies kann man durchaus als Privileg betrachten.

        – Wie meinst Du es also, wenn du sagst, durch die Folgen des Krieges werden Frauen stärker diskriminiert?

        – Die Frauen sind übrigens auch in der Bundeswehr unterepräsentiert, bist Du auch hier der Meinung, dies ist als Diskriminierung der Frauen zu interpretieren?

        Gruß,

        Michael

  17. Michael
    September 6, 2009 um 9:24 nachmittags

    Hallo Thilo!

    Dann hätte ja der folgende Satz genau die gleiche Daseinsberechtigung: “Wer eine menschliche Gesellschaft will, darf eine weibliche nicht zulassen”, weil das impliziert, daß Männer überwiegend diskriminiert und unterdrückt werden.

    Steht aber nicht im Programm.

    Und wo haben wir denn eine rein männliche Gesellschaft! Hier leben 52% Frauen. Oder meintest Du, die Frauen tun nur das, was die Männer wollen?

    Für mich tut keine Frau, was ich von ihr will, und ich wünsche dies auch nicht.

    Wohl tun viele Männer etwas für Frauen. Sie haben sogar Männer, die ihnen abnehmen, für den Feminismus zu kämpfen, so wie Du es tust. Ob sie nun danach gefragt haben oder nicht. Die Ideologie der Radikalfeministinnen hat sich schon verselbstständigt.

    Hier noch ein aktuelles Beispiel, was Feministinnen meinen, welche brutalen patriachalen Unterdrückungsmechanismen es zu bekämpfen gilt:

    http://www.spiegel.de/video/video-1019217.html

    Also, über solche Probleme möchte ich auch mal (mit Steuergeldern bezahlt) aufregen können, dafür würde ich sogar meine Männersorgen noch freiwillig hergeben.

    Gruß,

    Michael

    • September 6, 2009 um 10:04 nachmittags

      Michael, wir haben aber keine überwiegend weiblich dominierte Gesellschaft. Es ist schon lustig wie viele Männer vor etwas Angst haben, offenbar weil sie denken Frauen würden alles nur auf den Kopf stellen. Ich denke auch nicht, dass es im Feminismus nur darum geht ausschliesslich die Frauen zu fördern. Das Geschlechterverständnis ist ja heute bei weitem komplexer geworden. Ich verstehe modernen Feminismus primär so, dass es darum geht Rollenbilder und Herrschaftsstrukturen, die über das Geschlecht laufen zu bekämpfen, weil sie in erster Linie Frauen schaden – aber nicht nur. Viele Männer reden und tun Dinge, weil sie glauben, dass Männer das so tun müssen. Weil sie an veralteten Männeridealen festhalten. Dies hat in der Vergangenheit ALLE Menschen negativ getroffen, tut es heute auch noch und wird es auch bis auf weiteres weiter tun.

      Ich will mit Dir hier aber keine öffentliche Endlosdiskussion führen – wir drehen uns im Kreis und dies ist kein Forum.

      • Chris
        September 18, 2009 um 6:40 nachmittags

        Thilo Said: “Michael, wir haben aber keine überwiegend weiblich dominierte Gesellschaft.”

        Ich muss dir da jetzt doch einfach noch mal was antworten, Thilo. Schalt doch einfach mal das Radio oder TV an, und dann hör mal einen Tag lang zu, wie oft die Berechtigung irgendwelcher politischer o.ä. Massnahmen damit begründet wird, dass sie besonders für Frauen gut sind. Und dann kannst du ja mal ein Jahr lang darauf warten, bis du hörst, dass irgendetwas deshalb wichtig und gut ist, weil es besonders Männern nützt. Wenn du es überhaupt jemals hören wirst.

        Von der Stimmung her und dem Wert, der Menschen zugebilligt wird, haben wir schon längst eine zutiefst matriarchalische Gesellschaft.

  18. Alison
    September 7, 2009 um 9:52 nachmittags

    Ich bin eine Frau. Und ich möchte deswegen weder irgendeinen ungerechten Vorteil, noch einen Nachteil haben. Ich will die selben Rechte und die selben Pflichten. Genauso wie Nico von den Galaxy Rangers. :) Es gibt zudem keinen richtigen Beleg dafür, dass mehr Männer Piraten sind als Frauen (obwohl es natürlich nahe liegt…), denn auf dem Anmeldeschein zu den Piraten wird nicht nach dem Geschlecht gefragt (das heißt nicht, dass ich mich schon angemeldet habe, ich meine ja nur… :). Die ‘Frauenquote’ bei den Piraten ist also eigentlich eine Dunkelziffer. Frauenquoten sind keine Gleichberechtigung.

    • September 8, 2009 um 1:49 vormittags

      Es ist echt unwesentlich, was Du gerne würdest. Diskriminierungen sind fakt – und es gilt damit umzugehen / zu leben. Man kann sowas nich wegdefinieren.

      • Michael
        September 9, 2009 um 5:44 nachmittags

        Da behauptet ein Mann, sich für die Anerkennung von Frauen einzusetzen, und kanzelt die Ansicht einer Frau mit den Worten: “Es ist echt unwesentlich, was Du gerne würdest” ab.

        Das zeigt eimmal mehr, welche Rolle die Frauen in dieser Denke wirklich spielen: Was sie wirklich wollen und denken, dürfen sie nur äussern, wenn es das Schema passt, daß die Frauen die Opfer sind.

        Als solche haben sie dann nur noch die Funktion, daß der Herr Ritter seine Retterrolle mit den entsprechenden Statistinnen ausstatten kann und sich in seiner vermeintlich ach so edlen Gesinnung sonnen kann.

        Gruß,

        Michael

      • September 9, 2009 um 6:43 nachmittags

        Du verstehst es einfach nicht. Wenn mir ein Afrodeutscher sagt, das es es ok findet, dass man ihn “Neger” nennt, dann würde ich auch nicht dazu übergehen diesen Begriff zu verwenden. Es geht hier um Grundrechte und nicht um Elkes oder Marinas oder whoevers Rechte. Es geht nicht darum, ob es EINE oder MEHRERE Frauen gibt, die die Verletzung ihrer Grundrechte als selbstverständlich annehmen, sondern es geht darum, ob dieses Grundrechtsverletzung existiert.

        Oder nimm das Beispiel eines Arbeiters: Es gibt Leute, die arbeiten für 3 € pro Stunde. Das ist unter aller Kanone und eine Ausnutzung ihrer Arbeitskraft – selbst dann, wenn die Arbeiter sagen, das Sie sich gerne versklaven lassen.

        Von mir aus kann jede Frau ihre Grundrechte aufgeben. Das ändert aber nichts an den Fakten. Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten. das die Mehrheit der Piratinnen damit kein Problem hat ist klar. Genau so wei die Mehrheit der CDU-Frauen sicher kein Problem damit haben, das es in der CDU-Bundestagsfraktion keine Frauenquote gibt. Wer das wesentlich findet, wird halt kein CDU-Mitglied. D.h. die Piraten werden niemals Frauen und Männer gewinnen, denen Frauengrundrechte am Herzen liegen. Sie kriegen nur “mehr von der gleichen Sorte” – eine Gruppe politisierter Menschen, denen entweder Frauenrechte am A… vorbei gehen oder Antifeministen sind – und die es ausreichend finden nur für Grundrechte im Internet einzutreten.

        Andere, wie ich, denken das Grundrechte unteilbar sein müssen. Und ich denke wer anfängt daran rumzusägen, der steht auf der falschen Seite. Hier geht es ja nicht darum einzelne Maßnahmen zu diskutieren. Hier wurde ja nicht einfach angezweifelt, ob denn eien Frauenquote ein wirksames Mittel ist – sondern es wurden Jahrhunderte Geschichte der Frauenbewegung, die viele Opfer gefordert hat als nutzlos und selbstverständlich weggewischt. Ich bin sicher einige der Frauen, die so hart für ihre und die heutiger Frauen Rechte gekämpft haben würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen und hören könnten, wie Frauen ihre eigenen Rechte so wenig zu achten wissen.

        Man kann das auch auf andere Grundrechte übertragen. Wer Grundrechte als “einfach selbstverständlich” ansieht, weiss nichts von Geschichte und hat null Ahnung von Demokratie und Politik. Demokratie wurde uns nicht von den Königen und Kaisern gegeben, damit wir mitreden dürfen. Demokratie wurde zum Teil sehr blutig erstritten. Diese Verachtung für Bürgerrechte ist das Gegenteil, was ich von den Piraten erwartet hätte. Und muss sie somit als politische Gegner betrachten.

  19. Michael
    September 9, 2009 um 9:05 nachmittags

    Antwort auf den Beitrag von:

    Henningninneh, September 7, 2009 um 9:44

    Hallo Henningninneh,

    Dein Beispiel mit den Menschen mit ausländisch klingendem Vornamen, die sich auf eine Arbeitsstelle / auf eine Wohnung bewerben und nur aufgrund ihres Vornamens eingeschränkte Chancen haben, und die deshalb, genau wie die Frauen, eine Förderung bekommen sollten, hinkt ganz wesentlich: Denn diesen Menschen wird gar keine Quote zugebilligt, im Gegensatz zu den Frauen.

    Auch, um mich dem Thema wieder anzunähern, gibt es in den Parteien und überhaupt in dieser Gesellschaft, ausgenommen für die Frauen, keine Quote!

    – Außer für z.B. Behinderte, und dies ist nachvollziehbar, sie können nichts für ihre eingeschränkte Leistungsfähigkeit und es ist ein Gebot der Menschlichkeit, zu versuchen, dies etwas auszugleichen.

    Frauen aber sind nicht behindert, und viele wollen auch explizit nicht so behandelt werden, wie ja auch die eindeutigen Statements auf dieser Seite zeigen.

    Und nach Deiner Logik müsste es doch auch Förderung / Quoten für benachteiligte Männer geben, oder ist Mannsein ein absolutes Ausschlusskriterium für Benachteiligtsein?

    Z.B. Förderung für Männer bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Förderung von Teilzeitarbeit für Männer? Beratungsstellen für Männer, die fälschlicherweise des Mißbrauches / Vergewaltigung ihrer eigenen Kinder beschuldigt werden? Gelder für Männerforschung? Ein Männergesundheitsbericht? Jungenförderung in der Schule?

    Und die Männer- Witze sind, da hast Du Recht, sind schlechte Witze. Und noch schlechter, wenn man bedenkt, wer sie in die Welt gesetzt hat: Das Sprachrohr des Feminismus in Deutschland schlechthin, das mit angeblich hohem moralischem Anspruch angetreten ist, um Werte wie Gleichberechtigung, Respekt und freie Lebensentfaltung zu transportieren. Das aber, nicht nur in diesen Witzen, offenbart, daß diese wohl nur für das weibliche Geschlecht gelten soll.

    Noch ein wenig schlechter wird einem, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es in dieser Gesellschaft möglich ist, trotz solcher und ähnlicher Kampagnen auch noch zweifach mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet zu werden.

    Gruss,

    Michael

    • September 10, 2009 um 12:30 vormittags

      Frauen machen rund die Hälfte der Bevölkerung aus. Aber wenn es um Einkommen geht oder bestimmte Position, so sind sie nicht zur Hälfte beteiligt. Dies liegt nicht an der Qualifikation, sondern an diskriminierenden Bedingungen. Warum suchst Du wie wild nach der Nadel im Heuhaufen um irgendwo einen benachteiligten Mann zu finden?

      Ich sehe Deine Sichtweise verkürzt so: Das Frauen pauschal diskriminiert werden, was statistisch vielerorts sichtbar ist, ist vollkommen ok – was aber GAR NICHT geht, sind Gegenmaßnahmen – da fängst DU an Dich aufzuregen. Bei Dir hakts am Verständnis für die bestehenden Diskriminierungen – Du siehst nur die Reaktion – nur das, was die Männer betrifft. Smit muss sich für Dich das falsche Bild ergeben.

  20. Tom
    September 13, 2009 um 8:21 vormittags

    Wie schon Deine Kollegin schrieb: “Den Piraten sind Frauen egal.”.

    Das stimmt. In einer ganz bestimmten Lesart: Zumindest die mir bekannten Piraten betrachten Frauen (wie Männer) in erster Linie als MENSCH und nicht als Frau.

    Ich unterstütze ausdrücklich die Sprachregelung, eine Bezeichnungsform (“Pirat”) zu wählen. Eine geschlechtsneutrale wäre vielleicht ideal, existiert aber nicht und müßte als Wort neu geschaffen werden, was dann zu Verständnisproblemen führt. In meinem Betrieb habe ich zur Einführung des AGG als Betriebsratsvorsitzender eine ähnliche Vereinbarung mit der Geschäftsleitung ebenfalls unterstützt. Auf GL-Seite übrigens von einer Frau vorgeschlagen.

    Warum? Weil das PiratInnen eine reine Semantik ist und der weiblichen Form in den Augen auch vieler Frauen und einiger FeministInnen :-) gerade keine Gleichberechtigung gibt. Im Übrigen hat niemand etwas von sprachlicher Gleichbehandlung, auf die tatsächliche kommt es an.

    Und zu: “dass es einem scheissegal ist, wenn die Hälfte der Bevölkerung die eigenen Partei aus themenfremden Gründen ablehnt.” kann ich nur sagen, daß Du das Prinzip der Themenpartei berücksichtigen mußt. Die PP hat auch zur Arbeitsstättenverordnung, zum Asylrecht, zum Länderfinanzausgleich und hundert anderen Themen explizit keine Meinung.

    Wem das nicht gefällt, der kann gerne eine Partei wählen, die zu allem ‘ne Meinung und zu nix die Kompetenz hat. :-)

  21. Michael
    September 14, 2009 um 7:53 nachmittags

    Hallo Thilo!

    Falls Du das Thema Männerdiskriminierung vertiefen möchtest, kann ich Dir wärmstens den aktuellen Focus nahelegen (http://www.focus.de/magazin/videos/focus-titel-im-zweifel-gegen-den-mann_vid_12735.html)

    Alles Gute,

    Michael

    • September 14, 2009 um 9:21 nachmittags

      Oh das scheint ja der neue Trend zu sein – die armen verfolgten Männer. Das einzige, wo ich glaube echter Handlunsgbedarf ist, ist bei den Jungen in der Schule. Ich sehe das ganze ganz neutral . Ich bin hier sehr für eine Förderung der Jungen. Ich denke z.B. auch, das es Sinn macht entweder in einigen Jahrgängen Mädchen und Jungen in getrennten Klassen zu erziehen oder da bei Lehrkräften und insgesamt auf eine Geschlechtergerechtigkeit zu achten. Ich weiss nicht, ob da derzeit was passiert. Aber an dem Beispiel wird vielleicht noch deutlicher, welchen Einfluss eine Diskriminierung hat.

      Eine Männerdiskriminierung im allgemeinen, gibt es aber nicht. Ich denke das negative Diskriminierung immer zu Lastend er gesamten gesellschaft geht, da hier das Prinzip der Egalität verletzt wird. Es macht immer Sinn für einen Ausgleich zu sorgen.

  22. Oktober 8, 2009 um 7:31 vormittags

    Hallo, aber bei den Piraten tut sich was zum Thema Frauen. Es gibt eine politische Arbeitsgemeinschaft Frauen, ein Forum Frauen, eine Arbeitsgemeinschaft für Öffentlichkeitsarbeit, um Frauen anzusprechen.
    Wenn die Piraten nix für Frauen wären, wäre ich nicht dabei. Aber ich bin dabei, und werde dafür eintreten, dass sich an der Situation – die du sehr schön beschrieben hast – etwas ändert.
    LG Piratenweib

  23. Siebenschläfer
    Februar 10, 2010 um 6:59 nachmittags

    Sorry aber wer in einer Diskussion meint Frauen werden in Deutschland in irgend einer Weise diskrimmiert, den kann man von vorneherein schon nicht mehr ernst nehmen. Alleine die Wehrpflicht und die Tatsache, dass Männer ca 6-8 Jahre früher den Löffel abgeben, sollte einem zu denken geben wer in diesem Staat WIRKLICH diskrimminiert wird, und das von ganz Oben, per Gesetz.

  24. Siebenschläfer
    Februar 11, 2010 um 3:20 nachmittags

    Was ist denn bitteschön an Pirat Neusprech….PiratIn, LehrerIn usw, DAS ist Neusprecht…hasben sie 1984 je gelesen??

    • Februar 12, 2010 um 11:13 vormittags

      Im gegensatz zu Ihnen habe ich das Buch verstanden: NAtürlich gibt es weibliche Lehrer – also sagt man Lehrerin. Die PIraten behauten nun aber sprachlich gibt es nur männliche Piraten. DAS ist Neusprech. Die weiblichen Berufsbezeichnungen folgen doch lediglich der Tatsache, dass es Frauen gibt, was die Sprache oft vorher negiert hat.

  25. September 20, 2009 um 8:14 nachmittags

    Was ist einfacher als zu sagen “wir sind nichts von alledem” – man entzieht sich allen Kategorien per Deklaration und darüberhinaus als grundsätzlich überlegen in den meisten Fragen. So kommt es dann, das Piraten zensieren und gleichzeitig Zensur ablehnen und den Widerspruch nicht erkennen.

  26. September 21, 2009 um 10:58 vormittags

    Ob sich Piraten grundsätzlich Überlegen fühlen hmm weiß ich nich’… glaub ich nich’ so recht, zumindest nich’ die Meisten, aber es gibt da immer solche und solche Menschen, das hängt nich’ von der Partei ab würd’ ich sagen… naja wie gesagt, bin ja kein Pirat.

    Aber den Ballast des letzten Jahrhunderts über Bord zu werfen – hach gutes Bild^^ – und in die Zukunft setzen, da seh’ ich Prinzipiell erstmal nix schlechtes, solange man aus der Vergangenheit lernt und nix verleugnet.

    Das die Piraten zensieren ist mir bis jetzt aber noch nich’ untergekommen – ehrlich jetzt – vielleicht hab ich’s nur nich’ mitbekommen, bin ja nich’ so der große Blogleser. Bitte um Quellen zur politischen Bildung^^.

    Aber allen im allen seh’ ich’s so, dass ich den Piraten eine gewisse Zeit zugestehe. Sollen sie sich die nächsten vier Jahre erstmal ordentlich Positionieren und Flagge zeigen und seh’n dann bei der nächsten Bundestagswahl 2013, ob die Piraten wirklich das Zeug haben die “neuen Grünen” zu werden wie es zur so schön proklamiert wird, oder ob sie für immer ‘ne Randpartei bleiben wie die Tierschutzpartei oder so^^.

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