Piratenpartei und Frauen

Da Julia Seeliger in ihrem Blog einige Fragen zum Frauenanteil in der Piratenpartei (und andere) stellte, möchte ich das Ganze noch mal in diesem Blog aufgreifen.

Folgende Phänomene sind für mich interessant:

  • Der Frauenanteil ist bei der PP signifikant geringer als in anderen Parteien
  • Die Partei (also die Mehrhheit der Männer) hatte entschieden, dass es keine „Piratin“ gibt, sondern das nur als Neusprech „Pirat“ gilt. Es gibt also keine weibliche Form von Pirat.

Ich hatte selbst meine eigenen Erfahrungen gemacht, als ich das Thema Frauen bei den Piraten ansprach. Nun scheint den Piraten ihre bewusst antifeministische Politik auf die Füße zu fallen. Wenn Sie an der 5-Prozent-Hürde scheitern, dann kann man mit Sicherheit diese Dummheit dafür verantwortlich machen.

Zusammenfassend kann man sagen, das die PP den feministischen Diskurs für abgeschlossen hält, Gleichstellung sei erreicht und somit gäbe es keine Probleme mehr und jegliches Eingehen auf Frauen daher unnötig. Dahinter steckt meines Erachtens aber vielmehr einerseits Unwissenheit über die Hintergründe des feministischen Diskurses und andererseits simples Männer/Macho-Gehabe der alten Schule – nur in neuen Kleidern.

Was ich für extrem bedenklich halte ist, das ausgerechnet eine Partei, die gegen die 1984-isierung unserer Gesellschaft angetreten ist mit der Festlegung aud den Neusprech „Pirat“ genau das betreibt, was in dem Buch beschrieben wird. Daran sieht man, das dort nicht wirklich verstanden wurde, was an der Welt, die in 1984 beschrieben wird so bedenklich ist.

Sprache ist verräterisch – sie kann sich sowohl positiv wandeln – als auch missbrauch werden um bestimmte Ziele zu verfolgen. Lezteres hat die PP getan.

Bis sich hier und auch frauenpolitisch nichts tut, ist die Partei für mich und viele andere progressiv eingestellten Menschen absolut unwählbar. Ich bin schon länger politisch aktiv als es die Piratenpartei gibt. Die PP denkt, sie können alle vergangenen Diskurse komplett ignorieren und mit einem weissen Papier starten. Fakt ist aber, dass sie auf dem aufbaut, wofür viele Menschen sich seit Jahren und Jahrzehnten einsetzen. Es ist etwas verwirrend auf einmal eine Partei zu sehen, die viele der Themen aufgreift, die man seit längerem beackert – aber die so tut, als hätten sie die Themen erfunden. Und die auf der anderen Seite viele andere Themen komplett negiert. Insgesamt wirkt die Partei dadurch nicht sehr reif. Dies hat sicher auch damit zutun, das einerseits der Altersdurchschnitt jünger ist, als in anderen Parteien und leider auch damit, dass viele junge Männer Feminismus eher als Repression erleben und eben nicht als Befreiungsmethode (auch für sich selbst) entdeckt haben.

Lest auch bei Danilolablog: warum ich keine piratenpartei wählen werde, aber im herzen ein_e pirat_in bin

Veröffentlicht in:  on September 3, 2009 at 10:02 Kommentare (181)
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181 Kommentare Leave a comment.

  1. Hallo, aber bei den Piraten tut sich was zum Thema Frauen. Es gibt eine politische Arbeitsgemeinschaft Frauen, ein Forum Frauen, eine Arbeitsgemeinschaft für Öffentlichkeitsarbeit, um Frauen anzusprechen.
    Wenn die Piraten nix für Frauen wären, wäre ich nicht dabei. Aber ich bin dabei, und werde dafür eintreten, dass sich an der Situation – die du sehr schön beschrieben hast – etwas ändert.
    LG Piratenweib

  2. [...] Ritinardo [...]

  3. [...] Ritinardo schreibt: „Insgesamt wirkt die Partei dadurch nicht sehr reif. Dies hat sicher auch damit zutun, [...]

  4. Die Piraten-Partei ist frauenfeindlich, hat keine Stammwähler, hat kein Konzept und ist sowieso bloß eine Raubkopierervereinigung…

    Das und vieles mehr habe ich die letzten Tage und Wochen immer wieder gelesen… und fand es teilweise auch recht amüsant^^ besonders die Kommentare, eine Seite gegen die Andere *lol* es geht doch nix über ein einfaches Weltbild….

    • Was ist einfacher als zu sagen „wir sind nichts von alledem“ – man entzieht sich allen Kategorien per Deklaration und darüberhinaus als grundsätzlich überlegen in den meisten Fragen. So kommt es dann, das Piraten zensieren und gleichzeitig Zensur ablehnen und den Widerspruch nicht erkennen.

      • Ob sich Piraten grundsätzlich Überlegen fühlen hmm weiß ich nich’… glaub ich nich’ so recht, zumindest nich’ die Meisten, aber es gibt da immer solche und solche Menschen, das hängt nich’ von der Partei ab würd’ ich sagen… naja wie gesagt, bin ja kein Pirat.

        Aber den Ballast des letzten Jahrhunderts über Bord zu werfen – hach gutes Bild^^ – und in die Zukunft setzen, da seh’ ich Prinzipiell erstmal nix schlechtes, solange man aus der Vergangenheit lernt und nix verleugnet.

        Das die Piraten zensieren ist mir bis jetzt aber noch nich’ untergekommen – ehrlich jetzt – vielleicht hab ich’s nur nich’ mitbekommen, bin ja nich’ so der große Blogleser. Bitte um Quellen zur politischen Bildung^^.

        Aber allen im allen seh’ ich’s so, dass ich den Piraten eine gewisse Zeit zugestehe. Sollen sie sich die nächsten vier Jahre erstmal ordentlich Positionieren und Flagge zeigen und seh’n dann bei der nächsten Bundestagswahl 2013, ob die Piraten wirklich das Zeug haben die „neuen Grünen“ zu werden wie es zur so schön proklamiert wird, oder ob sie für immer ‘ne Randpartei bleiben wie die Tierschutzpartei oder so^^.

  5. [...] Eigentlich war ich ja schon einige Beiträge weiter nach meinem Anfangsartikel Piratenpartei und Frauen. Und ich hielt das Ganze schon für vorerst abgeschlossen. Aber nun da telepolis noch mal in die [...]

  6. Hallo Thilo!

    Falls Du das Thema Männerdiskriminierung vertiefen möchtest, kann ich Dir wärmstens den aktuellen Focus nahelegen (http://www.focus.de/magazin/videos/focus-titel-im-zweifel-gegen-den-mann_vid_12735.html)

    Alles Gute,

    Michael

    • Oh das scheint ja der neue Trend zu sein – die armen verfolgten Männer. Das einzige, wo ich glaube echter Handlunsgbedarf ist, ist bei den Jungen in der Schule. Ich sehe das ganze ganz neutral . Ich bin hier sehr für eine Förderung der Jungen. Ich denke z.B. auch, das es Sinn macht entweder in einigen Jahrgängen Mädchen und Jungen in getrennten Klassen zu erziehen oder da bei Lehrkräften und insgesamt auf eine Geschlechtergerechtigkeit zu achten. Ich weiss nicht, ob da derzeit was passiert. Aber an dem Beispiel wird vielleicht noch deutlicher, welchen Einfluss eine Diskriminierung hat.

      Eine Männerdiskriminierung im allgemeinen, gibt es aber nicht. Ich denke das negative Diskriminierung immer zu Lastend er gesamten gesellschaft geht, da hier das Prinzip der Egalität verletzt wird. Es macht immer Sinn für einen Ausgleich zu sorgen.

  7. Wie schon Deine Kollegin schrieb: „Den Piraten sind Frauen egal.“.

    Das stimmt. In einer ganz bestimmten Lesart: Zumindest die mir bekannten Piraten betrachten Frauen (wie Männer) in erster Linie als MENSCH und nicht als Frau.

    Ich unterstütze ausdrücklich die Sprachregelung, eine Bezeichnungsform („Pirat“) zu wählen. Eine geschlechtsneutrale wäre vielleicht ideal, existiert aber nicht und müßte als Wort neu geschaffen werden, was dann zu Verständnisproblemen führt. In meinem Betrieb habe ich zur Einführung des AGG als Betriebsratsvorsitzender eine ähnliche Vereinbarung mit der Geschäftsleitung ebenfalls unterstützt. Auf GL-Seite übrigens von einer Frau vorgeschlagen.

    Warum? Weil das PiratInnen eine reine Semantik ist und der weiblichen Form in den Augen auch vieler Frauen und einiger FeministInnen :-) gerade keine Gleichberechtigung gibt. Im Übrigen hat niemand etwas von sprachlicher Gleichbehandlung, auf die tatsächliche kommt es an.

    Und zu: „dass es einem scheissegal ist, wenn die Hälfte der Bevölkerung die eigenen Partei aus themenfremden Gründen ablehnt.“ kann ich nur sagen, daß Du das Prinzip der Themenpartei berücksichtigen mußt. Die PP hat auch zur Arbeitsstättenverordnung, zum Asylrecht, zum Länderfinanzausgleich und hundert anderen Themen explizit keine Meinung.

    Wem das nicht gefällt, der kann gerne eine Partei wählen, die zu allem ‘ne Meinung und zu nix die Kompetenz hat. :-)

  8. Antwort auf den Beitrag von:

    Henningninneh, September 7, 2009 um 9:44

    Hallo Henningninneh,

    Dein Beispiel mit den Menschen mit ausländisch klingendem Vornamen, die sich auf eine Arbeitsstelle / auf eine Wohnung bewerben und nur aufgrund ihres Vornamens eingeschränkte Chancen haben, und die deshalb, genau wie die Frauen, eine Förderung bekommen sollten, hinkt ganz wesentlich: Denn diesen Menschen wird gar keine Quote zugebilligt, im Gegensatz zu den Frauen.

    Auch, um mich dem Thema wieder anzunähern, gibt es in den Parteien und überhaupt in dieser Gesellschaft, ausgenommen für die Frauen, keine Quote!

    - Außer für z.B. Behinderte, und dies ist nachvollziehbar, sie können nichts für ihre eingeschränkte Leistungsfähigkeit und es ist ein Gebot der Menschlichkeit, zu versuchen, dies etwas auszugleichen.

    Frauen aber sind nicht behindert, und viele wollen auch explizit nicht so behandelt werden, wie ja auch die eindeutigen Statements auf dieser Seite zeigen.

    Und nach Deiner Logik müsste es doch auch Förderung / Quoten für benachteiligte Männer geben, oder ist Mannsein ein absolutes Ausschlusskriterium für Benachteiligtsein?

    Z.B. Förderung für Männer bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Förderung von Teilzeitarbeit für Männer? Beratungsstellen für Männer, die fälschlicherweise des Mißbrauches / Vergewaltigung ihrer eigenen Kinder beschuldigt werden? Gelder für Männerforschung? Ein Männergesundheitsbericht? Jungenförderung in der Schule?

    Und die Männer- Witze sind, da hast Du Recht, sind schlechte Witze. Und noch schlechter, wenn man bedenkt, wer sie in die Welt gesetzt hat: Das Sprachrohr des Feminismus in Deutschland schlechthin, das mit angeblich hohem moralischem Anspruch angetreten ist, um Werte wie Gleichberechtigung, Respekt und freie Lebensentfaltung zu transportieren. Das aber, nicht nur in diesen Witzen, offenbart, daß diese wohl nur für das weibliche Geschlecht gelten soll.

    Noch ein wenig schlechter wird einem, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es in dieser Gesellschaft möglich ist, trotz solcher und ähnlicher Kampagnen auch noch zweifach mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet zu werden.

    Gruss,

    Michael

    • Frauen machen rund die Hälfte der Bevölkerung aus. Aber wenn es um Einkommen geht oder bestimmte Position, so sind sie nicht zur Hälfte beteiligt. Dies liegt nicht an der Qualifikation, sondern an diskriminierenden Bedingungen. Warum suchst Du wie wild nach der Nadel im Heuhaufen um irgendwo einen benachteiligten Mann zu finden?

      Ich sehe Deine Sichtweise verkürzt so: Das Frauen pauschal diskriminiert werden, was statistisch vielerorts sichtbar ist, ist vollkommen ok – was aber GAR NICHT geht, sind Gegenmaßnahmen – da fängst DU an Dich aufzuregen. Bei Dir hakts am Verständnis für die bestehenden Diskriminierungen – Du siehst nur die Reaktion – nur das, was die Männer betrifft. Smit muss sich für Dich das falsche Bild ergeben.

  9. [...] Ritinardo [...]

  10. [...] mir vorbeigegangen ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird den Piraten von einigen Frauen der Vorwurf gemacht, dass sie bisher mehr männliche als weibliche Mitglieder haben und das es im internen [...]

  11. Ich bin eine Frau. Und ich möchte deswegen weder irgendeinen ungerechten Vorteil, noch einen Nachteil haben. Ich will die selben Rechte und die selben Pflichten. Genauso wie Nico von den Galaxy Rangers. :) Es gibt zudem keinen richtigen Beleg dafür, dass mehr Männer Piraten sind als Frauen (obwohl es natürlich nahe liegt…), denn auf dem Anmeldeschein zu den Piraten wird nicht nach dem Geschlecht gefragt (das heißt nicht, dass ich mich schon angemeldet habe, ich meine ja nur… :) . Die ‘Frauenquote’ bei den Piraten ist also eigentlich eine Dunkelziffer. Frauenquoten sind keine Gleichberechtigung.

    • Es ist echt unwesentlich, was Du gerne würdest. Diskriminierungen sind fakt – und es gilt damit umzugehen / zu leben. Man kann sowas nich wegdefinieren.

      • Da behauptet ein Mann, sich für die Anerkennung von Frauen einzusetzen, und kanzelt die Ansicht einer Frau mit den Worten: „Es ist echt unwesentlich, was Du gerne würdest“ ab.

        Das zeigt eimmal mehr, welche Rolle die Frauen in dieser Denke wirklich spielen: Was sie wirklich wollen und denken, dürfen sie nur äussern, wenn es das Schema passt, daß die Frauen die Opfer sind.

        Als solche haben sie dann nur noch die Funktion, daß der Herr Ritter seine Retterrolle mit den entsprechenden Statistinnen ausstatten kann und sich in seiner vermeintlich ach so edlen Gesinnung sonnen kann.

        Gruß,

        Michael

  12. Hallo Thilo!

    Dann hätte ja der folgende Satz genau die gleiche Daseinsberechtigung: „Wer eine menschliche Gesellschaft will, darf eine weibliche nicht zulassen“, weil das impliziert, daß Männer überwiegend diskriminiert und unterdrückt werden.

    Steht aber nicht im Programm.

    Und wo haben wir denn eine rein männliche Gesellschaft! Hier leben 52% Frauen. Oder meintest Du, die Frauen tun nur das, was die Männer wollen?

    Für mich tut keine Frau, was ich von ihr will, und ich wünsche dies auch nicht.

    Wohl tun viele Männer etwas für Frauen. Sie haben sogar Männer, die ihnen abnehmen, für den Feminismus zu kämpfen, so wie Du es tust. Ob sie nun danach gefragt haben oder nicht. Die Ideologie der Radikalfeministinnen hat sich schon verselbstständigt.

    Hier noch ein aktuelles Beispiel, was Feministinnen meinen, welche brutalen patriachalen Unterdrückungsmechanismen es zu bekämpfen gilt:

    http://www.spiegel.de/video/video-1019217.html

    Also, über solche Probleme möchte ich auch mal (mit Steuergeldern bezahlt) aufregen können, dafür würde ich sogar meine Männersorgen noch freiwillig hergeben.

    Gruß,

    Michael

    • Michael, wir haben aber keine überwiegend weiblich dominierte Gesellschaft. Es ist schon lustig wie viele Männer vor etwas Angst haben, offenbar weil sie denken Frauen würden alles nur auf den Kopf stellen. Ich denke auch nicht, dass es im Feminismus nur darum geht ausschliesslich die Frauen zu fördern. Das Geschlechterverständnis ist ja heute bei weitem komplexer geworden. Ich verstehe modernen Feminismus primär so, dass es darum geht Rollenbilder und Herrschaftsstrukturen, die über das Geschlecht laufen zu bekämpfen, weil sie in erster Linie Frauen schaden – aber nicht nur. Viele Männer reden und tun Dinge, weil sie glauben, dass Männer das so tun müssen. Weil sie an veralteten Männeridealen festhalten. Dies hat in der Vergangenheit ALLE Menschen negativ getroffen, tut es heute auch noch und wird es auch bis auf weiteres weiter tun.

      Ich will mit Dir hier aber keine öffentliche Endlosdiskussion führen – wir drehen uns im Kreis und dies ist kein Forum.

      • Thilo Said: „Michael, wir haben aber keine überwiegend weiblich dominierte Gesellschaft.“

        Ich muss dir da jetzt doch einfach noch mal was antworten, Thilo. Schalt doch einfach mal das Radio oder TV an, und dann hör mal einen Tag lang zu, wie oft die Berechtigung irgendwelcher politischer o.ä. Massnahmen damit begründet wird, dass sie besonders für Frauen gut sind. Und dann kannst du ja mal ein Jahr lang darauf warten, bis du hörst, dass irgendetwas deshalb wichtig und gut ist, weil es besonders Männern nützt. Wenn du es überhaupt jemals hören wirst.

        Von der Stimmung her und dem Wert, der Menschen zugebilligt wird, haben wir schon längst eine zutiefst matriarchalische Gesellschaft.

  13. Hallo Thilo!

    Du schreibst zu Positiver Diskriminierung:“Kriege, Unterdrückungen, vergangene Ungerechtigkeiten sollen damit etwas ausgeglichen werden“

    - Scheint ja ein wahres Wundermittel zu sein, diese Positive Diskriminierung. Und Frauenquoten, Frauenförderung, Mädchenförderung und die Unterlassung solcher Maßnahmen für das männliche Geschlecht gleichen also Kriege, Unterdrückungen, vergangene Ungerechtigkeiten aus? – gewagte Behauptung!

    - Und Du scheinst davon auszugehen, daß z.B. im Krieg nur Frauen Leid erfahren haben. – Was ist mit den unzähligen Männern, die im Krieg an die vorderste Front geschickt wurden, unsägliches Leid und millionenfachen Tod erfahren haben?

    Gruß,

    Michael

    • Herrgott, es geht doch nicht um Leid im Tod, sondern darum, dass (nicht nur durch Krieg) die Gesellschaft Ungerechtigkeiten reproduziert – und das in Folge dabei Frauen stärker diskriminiert werden. Kriege befördern z.B. männliche Stereotype und führen zu einer Entmenschlichung der Gesellschaft. S.a. Guantanamo, Kriege im Irak/Afghanistan. Einige Männer lieben ja den Krieg und lassen sich als Söldner hier und da einsetzen, weil dies ihrem Bild eines Mannes entspricht – die Freiheit neu töten, zu vergewaltigen und sich zu nehmen, was sie wollen. Das ist ein fatales Menschenbild, das wir nicht wollen können.

      • Hallo Thilo!

        Die genannten kriegsliebenden Männer halte ich für absolute Ausnahmen, und von ihnen auf das ganze männliche Geschlecht zu schliessen, etwa so legitim, zu behaupten, nur weil es schwarze nigerianische Drogenhändler gibt, sind alle Schwarzen notorische Drogenhändler. Also nichts anderes als Rassismus.

        Und haben die Frauen 1933 ihr neu gewonnenes Wahlrecht dazu genutzt, Hitler zu verhindern? -Nein, sie haben für Hitler gestimmt, ihm fanatisch zugejubelt, „verherrlicht“, genau wie die Männer. Meine Urgroßmutter hat, als ich klein war, immer für Hitler geschwärmt, das sei doch ein „richtiger Mann“ gewesen.

        Auch für der Irakkrieg gab es laut einer Umfrage unter den Frauen mindestens genausoviel Zustimmung wie von Männern.

        Frau Merkel hat sich damals bei der USA angebiedert, Gerhardt Schröder nicht.

        Frau Thatcher befahl den Falkland -Krieg.

        Der Unterschied ist nur, Frauen müssen nicht an die Front, die Männer schon. Dies kann man durchaus als Privileg betrachten.

        - Wie meinst Du es also, wenn du sagst, durch die Folgen des Krieges werden Frauen stärker diskriminiert?

        - Die Frauen sind übrigens auch in der Bundeswehr unterepräsentiert, bist Du auch hier der Meinung, dies ist als Diskriminierung der Frauen zu interpretieren?

        Gruß,

        Michael

  14. Ten Myths About Affirmative Action http://www.understandingprejudice.org/readroom/articles/affirm.htm

  15. Thilo,

    Kompliment für deine Ausdauer. Dass viele Diskussionsteilnehmer/innen nicht einmal so grundlegende Konzepte wie positive Diskriminierung verstehen, zeigt wie viel Nachholbedarf tatsächlich bei den Piraten in Sachen Frauenpolitik noch besteht.

    Viele Argumentationsmuster, die hier regelmäßig auftauchen werden unter
    http://www.derailingfordummies.com/
    auf unterhaltsame Weise entlarvt. Das sollten sich einige vielleicht mal zu Gemüte führen.

    • Hallo henningninneh!

      Du hast recht, auch mir hat sich das offenbar so segensreiche Konzept der „Positiven Diskriminierung“ noch nicht erschlossen, trotz Recherche, fand nur Widersprüchliches. Klingt aber auch schon als Begriff widersprüchlich, oder?

      Ist damit gemeint, daß, wenn die feministische Zeitschrift EMMA einen Männerwitz reisst: „Was ist ein Mann in Salzsäure? – Ein gelöstes Problem!“ oder „Was ist ein Mann im Gefängnis? – Artgerechte Haltung!“ -Dies nicht etwa Geschlechterdikriminierung ist, sondern, da ja das „negative“, männliche Geschlecht diskriminiert wird, eine „positive Diskriminierung“ daraus wird? (doppelte Negierung ergibt ja Plus!?)

      (http://www.emma.de/346.html)

      Bitte um Nachhilfe.

      Gruß,

      Michael

      • Das bedeutet eigentlich nur (s.a. affirmative action http://en.wikipedia.org/wiki/Affirmative_action), dass Maßnahmen ergriffen werden, die die bestehende negative Diskriminierung ausgleichen sollen. Wenn man als weiss, das irgendwo Frauen oder Minderheiten weniger Chancen haben als Männer oder die Mehrheit, dann setzt man z.B. Quoten, um eine gewisse Mindestchance für Angehörige einer Gruppe zu wahren. Kriege, Unterdrückungen, vergangene Ungerechtigkeiten sollen damit etwas ausgeglichen werden. Es geht dabei nicht um eine hundertprozentige Gerechtigkeit. Sicher leidet dann immer irgendwer – jeder Eingriff hat auch negative Folgen – es muss eben abgewogen werden welche Folgen schwerer wiegen: Nicht einzugreifen und den Status Quo zu belassen oder einzugreifen und damit eine Korrektur anzubringen oder einem gesellschaftlichen Wandel Vorschub zu leisten. Basis ist die Erkenntnis, das eben gleiche Rechte auf dem Papier keine Garantie für Chancengleichheit sind.

      • Nein, das ist ein schlechter Witz, und keine positive Diskriminierung.
        Unter positiver Diskriminierung versteht man Maßnahmen, die benachteiligte Personen besser stellen sollen und dabei über formale Gleichstellung (Nichtdiskriminierung) hinausgehen. Der Grund dafür ist, dass die Benachteiligung heute glücklicherweise häufig nicht (mehr) aus diskriminierenden Regeln und Gesetzen resultiert. Beispielsweise ist es (um mal ein nicht auf Frauen zugeschnittenes Beispiel zu verwenden) Menschen mit ausländisch klingenden Vornahmen genauso erlaubt, sich auf eine Arbeitsstelle zu bewerben oder eine Mietwohnung zu suchen, und dennoch sind ihre Chancen, zum Bewerbungsgespräch bzw. zur Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden, deutlich geringer als bei Personen mit deutschen Namen. Um Phänomenen wie diesen abzuhelfen, müssen die benachteiligten Personengruppen speziell unterstützt und geschützt werden, so lange die gesellschaftlichen Verhältnisse, die die tatsächliche (nicht bloß formale oder de-jure-) Benachteiligung produzieren, nicht abgestellt sind, und dies bedeutet eben, das positiv diskriminiert wird. Zugleich hofft man auch, durch solche Maßnahmen den gesellschaftlichen Grundlagen der tatsächlichen Benachteiligung abzuhelfen.
        Nachdem ich nun also Ihrer Bitte um Nachhilfe nachgekommen bin, darf ich meinerseits stellvertretend für alle, die sich zu diesem Thema hier so sehr engagieren, an Sie die Bitte formulieren, sich das grundlegende Wissen künftig zunächst selbst anzueignen, denn so lassen sich einige Vorurteile sicher vermeiden.

      • Ergänzung: Mein obiger Beitrag bezieht sich auf den vorstehende Kommentar von Michael (6. September, 5:12). (Und es muss natürlich Vornamen heißen und nicht Vornahmen).

  16. Moin, soviel „politcal correctnes“ ist echt schlecht fürn Kopf.
    Hätt ich das mal zum Einschlafen gelesen und nicht gleich zum Frühstück…
    könnt ihr euch nicht drauf einigen das niemand was gegen Frauen und deren gleichberechtigte Stellung hat??!

    Da gibts doch ganz andere Themen über die man mit den Piraten mal Diskutieren kann…!! Z.B. wie nah ist das Wahlprogramm an dem der FDP?? oder wie neoliberal angehaucht sind die Piraten eigentlich?? Das wäre meine größte Befürchtung, dass ich meine Stimme einer Partei geben könnte, die sich später als neoliberaler Koalitionspartner von CDU und FDP outed…

    • Das auch. Die Kommentare hier haben aber ja deutlich gemacht, das hinter meiner Vermutung, dass hinter dem Symbol noch mehr steckt, zutrifft. Da ist so viel Hass und Unverständnis gegen Frauen und Feminismus zu lesen. Einerseits von irgendwelchen frustrierten Männern, die über die PP ihre Gegenoffensive planen – und dann auch einige Piratinnen, die ins selbe Horn blasen – und sich dem männlichen Mainstream in der Partei nur allzu gerne unterordnen. Ehrlich gesagt hatte ich vorher nur eine geringfügige Kritik – aber die Emotionalität der Reaktionen zeigt doch, dass hinter der bisherigen innerparteilichen Politik der Piraten doch mehr steckt als ein nüchterner Abschluss der Gleichberechtigungsdebatte, wie gleichzeitig ja immer behauptet wird. Unter dem Strich könnte man glauben, das wir alle heutzutage vom Feminismus unterdrückt werden, vor allem die armen Männer.

  17. Wieder eine Gleichberechtigungsdiskussion die belegt, dass wir ganz am Anfang stehen! Wir würden viele Probleme aus der Welt schaffen, wenn wir uns als Menschen betrachten würden!
    Und das wir eine Gleichberechtigungsdiskussion führen, mit dem Hintergrund wie hoch der Anteil von Frauen in einer Partei ist, zeigt wie Kleingeistig wir sind. Es gibt Orte auf der Welt an denen Frauen um’s Überleben kämpfen, weil die lebenswichtigen Medikamente den Männer vorbehalten sind, oder an denen ihre Unterdrückung so furchtbar ist, dass sie sich lieber selbst verbrennen, als unter den gegeben Bedingungen weiter zu leben.
    Ernsthaft, ist es wirklich wichtig, wie viele Frauen Mitglied in der Piratenpartei sind? Ich als Frau fühle mich nicht von den Piraten diskriminiert, sondern von denen, die diese Diskussion immer wieder anstoßen!

    • Also zunächst einmal erkennst Du also an, das es auf dieser Welt Situatione gibt, wo Sexismus lebensbedrohlich ist. Ich finde es schon sehr wichtig über den Anteil von Frauen in einer Partei zu sprechen, weil es einfach etwas über den Charakter eine Partei sagt. Wir können ja festhalten, das der Anteil in den Parteien verschieden hoch ist, ok? Das heisst es ist davon auszugehen, dass das kein Zufall ist. Also liegt es an der Politik der Parteien – an ihren Mitgliedern und an dem Umgang mit denen, wie viele Frauen Mitglied werden. Wenn man dies anerkennt – und das ist denke ich offensichtlich – dann ist ja die Frage, was die PP anders macht um so viele Frauen abzuschrecken – und daran kann man die Frage knüpfen, ob es seitens der PP wünschenswert ist, dies zu tun. Dabei sind Frauen auch nur eine von verschiedenen Gruppen. Man könnte auch sagen – angenommen nur Besserverdienende werden Mitglieder der PP – wäre das dann nicht auch eine bedenkenswerte Entwicklung? Wenn du meinst das wäre alles nicht bedenkenswert, dann bist du also der Meinung es ist entweder scheissegal wer Mitglied wird und sich ggf. abgeschreckt fühlt – oder Du begrüßt eine einseitige Mitgliederzusammensetzung. Du und viele andere scheinen auf „scheissegal“ zu stehen. Dann stellt sich aber für mich die Frage: Warum dann eine Partei gründen? Ich dachte immer bei einer Partei ginge es darum Ziele zu definieren, die zur Wahl zu stellen und für deren Zustimmung zu werben. Ich frage mich dann wo die Strategie liegt, wenn man Mehrheiten erreichen will zur Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung und dann aber sagt dass es einem scheissegal ist, wenn die Hälfte der Bevölkerung die eigenen Partei aus themenfremden Gründen ablehnt. Ich sage Dir eins: Mit DER Einstellung lässt sich politisch kein Blumentopf gewinnen. Nicht wenn es um die Hälfte der Bevölkerung geht. Und ehrlich gesagt ist mir eine Scheissegal-Partei auch scheissegal – und dann irgendwann nicht mal eines Kommentares würdig. dann stellt euch eben nicht in Fußgängerzonen und werbt für euch. Wozu denn?

      • Du schreibst: „dann ist ja die Frage, was die PP anders macht um so viele Frauen abzuschrecken“

        Der Grund ist vollkommen simple: Frauen interessieren sich nicht für Technik!
        Die Piratenpartei ist eine Partei, welche sich rund um eine Technik gegründet hat. Da ist es vollkommen logisch, dass dort sich dann wenige Frauen engagieren. Das hat absolut NICHTS mit irgendwelchem Diskriminierungen zu tun!

        Hier mit Unterstellungen zu operieren ist weit unterhalb der Gürtellinie und zeigt auf welchem Niveau sich der Feminismus ganz generell inzwischen bewegt.

      • Ich glaube, dass wir hier vor unseren Rechner sitzen und darüber diskutieren beweist, dass uns das nicht “Scheissegal“ ist! Wir reden hier über eine Partei die in den Anfängen steht. Es gibt auch keine Themenbereiche, die sich speziell auf Kinder, oder Tiere oder … beziehen! Deswegen kann man doch nicht davon ausgehen, dass alle Piraten Kinderfeindlich sind, oder kinderfeindliche Politik betreiben? Mir als Frau, fallen keine Themen ein, die speziell nur mich als Frau etwas angehen. Vielleicht kannst Du einfach mal ein paar Beispiele nennen?

  18. Hallo Thilo!

    Schon frappierend, wie Du Dich (als Mann) so dominant und penetrant für Dinge einsetzt, die Frauen angeblich brauchen.
    -Und dazu die Kommentare der Frauen zu lesen, die diese Meinung gar nicht teilen und sich im Gegenteil von Dir bevormundet fühlen! Scheint Dir aber gar nicht aufzufallen. Für mich ein Zeichen, daß Dir die wirklichen Bedürfnisse der Frauen herzlich egal sind. Für Dich sollen sie Ihre Opfer-Rolle erfüllen, damit Du Dein Feindbild von den Männern weiter pflegen kannst.
    Den Gefallen tun sie Dir aber nicht, wie ich lesen kann. Die Ideologie des Feminismus ist offenbar uch vielen Frauen in seiner Einteilung von Gut und Böse / Opfer und Täter zu simpel.

    • Eins ist ja klar: Die Frauen innerhalb der Piraten werden mehrheitlich kein Problem haben mit der bestehenden Diskriminierung, denn wenn es so wäre, wären sie keine Mitglieder geworden. Es sei denn sie würden antreten gegen die Mehrheitsmeinung. Ich denke das kritisch denkende Frauen, die auch Ahnung von Feminismus haben eher die Piratenpartei meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ich habe dazu auch genug Stimmen außerhalb der PP von Frauen und Männern gelesen, die die Sache ähnlich sehen, wie ich.

      Mir zu unterstellen ich wolle Frauen bevormunden entspricht der Auffassung, das Menschen die gegen Rassismus auftreten eigentlich Ausländer bevormunden – die wollen ja gerne diskriminiert werden. Ich gestehe den Frauen, die kein Problem haben mit den ganzen Dingen zu, ihre Perspektive mit den Jahren zu ändern – und vielleicht verstehen sie dann, was ich meinte. Das Diskriminierte nicht immer die Situation im gleichen Maße erkennen ist ja bekannt. Ich kenne das auch von Infoständen, dass Leute zur Vorratsdatenspeicherung sagen „Ich habe doch nichts zu verbergen!“ Das überzeugt mich aber nicht. Ich mache mir meine eigenen Gedanken und ich denke das auch jeder was zu verbergen hat. Da können noch so viele Bürger vorbeikommen und meinen bei ihnen wäre das alles egal. Das also nur als Vergleich um zu sagen. Fehlendes Problembewußtsein kann man nicht immer gleichsetzen damit, dass es ein Problem nicht gibt. Es gab auch früher Frauen, die haben verteidigt, dass Frauen nicht wählen können. Ich finde es bedauerlich wenn junge Frauen heute so wenig für ihre eigenen Rechte eintreten. Ich sehe das als Rückschritt. Man wird sehen, wie sich ihre Haltung mit den Jahren entwickelt. Bisher habe ich jedenfalls keine Argumente gelesen, die meine Analyse widerlegen.

      • Hallo Thilo!

        Du meinst also, viele Frauen sind sich, nach Jahrzehnten feministischer Aufklärung, die einen aus allen Medien förmlich anschreit, leider immer noch nicht bewusst geworden, wie unterdrückt sie sind?

        Wie dumm müssen diese Frauen Deiner Meinung nach sein?

        -Aber sehr gnädig von Dir, den Frauen zuzugestehen, ihre Perpektive erst in einigen Jahren zu ändern.

        Und was ist eigentlich mit diskriminierten Männern? Wo bekommen die Beratung, Unterstützung, rechtliche und politische Anerkennung und Hilfe?

        Ich war früher ähnlich überzeugt, daß der Feminismus Recht hat, sogar daß Frauen die besseren Menschen sind. Die Konsequenzen, die ich daraus gezogen habe, wurden aber von Frauen nicht anerkannt, sondern höchstens ausgenutzt. Obendrein wurde mir die Schuld an allem Möglichem und Unmöglichen gegeben, da „man ja weiss, wie die Männer sind: Egoistisch, untreu, verantwortungslos, gefühlsarm, agressiv, gewalttätig, unterdrückerisch – und überflüssig wie ein Kropf“. Gegen solche Vorurteile, die ich immer wieder auf verschiedenen Ebenen erleben musste, kommt man einfach nicht an, da kann Mann noch so friedfertig, aufopferungsbereit, kommunikationsfähig und verständnisvoll sein.

        Ich weiss auch, daß ich beileibe nicht allein mit dieser Erfahrung bin.

        Und diese Diskriminierungen erschöpften sich leider nicht auf Deinem Klage- Niveau, dass ich meinte, in irgendeiner Kleinpartei ist ein Geschlecht unterrepräsentiert, oder es fehlt ein -Innen in deren Namen.

        Wenn man schon solche Belanglosigkeiten als Nachweis für eine massive, immer noch unterbewertete Frauendiskriminierung heranzerren muss, macht man diese nicht gerade glaubwürdiger.

        Ich sage nicht, daß es keine Frauendiskriminierung gibt, aber ich finde, sie steht sehr stark im Fokus der Öffentlichkeit, und das leider unter starkem meinungsmachenden Einfluss des Radikalfeminismus, der die per se Männer zu Unmenschen und Frauen zu Gutmenschen erklärt hat.

        Dies ist eine klare Diskriminierung seitens einer Bewegung, die vorgibt, gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung zu sein, und dies hat, gelinde gesagt, nicht gerade geholfen, daß Frauen und Männer gut miteinander auskommen.

        Ich bin dafür, daß wir uns Alle in erster Linie als Menschen definieren, sehen und achten. Wie unbedeutend doch der Geschlechterunterschied sein könnte!

        Ich bin immer wieder über eine Beobachtung erstaunt, wenn ich mich in Ländern aufhalte, in denen angeblich das Machotum noch Hochkonjunktur hat und die Frauenemanzipation ja noch so weit zurück ist: Wie ungezwungen, offen und herzlich Frauen und Männer miteinander umgehen.

        Dann steige ich wieder in den Flieger, in denen Männer seit kurzem nicht mehr neben alleinreisenden Kindern sitzen dürfen(Airfrance und KLM), und träume von einem harmonischen, ideologisch nicht vergiftetem Miteinander von Frauen und Männern in Deutschland.

        Du schreibst: „Das Diskriminierte nicht immer die Situation im gleichen Maße erkennen ist ja bekannt.“

        In dem Sinne: Ist Dir schon mal aufgefallen, wo Du, nur weil Du ein Mann bist, diskriminiert sein könntest?

        Folgende Zitate stammt von Doris Lessing, einer wichtigen Frau in der Frauenbewegung:

        „Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird“;
        „Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten.“ Und weiter: „Die dümmsten, ungebildetsten und scheusslichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun.“

        (http://www.vaeter-aktuell.de/feminismus/Lessing_20010814.htm)

        Gruß,

        Michael

  19. Ich hab ja den Eindruck das der gute Thilo einen Riesenspass daran hat Pirat-Menschen auf die Palme zubringen. Lasst euch doch nicht provozieren.
    Ich find Pirat kurz und knackig, so wie man das halt aus dem täglichen arbeiten mit und im Web gewohnt ist. Keine langen Worthülsen kein Geschnörkel, eine Abkürzung wie viele andere die die die Kommunikation beschleunigen. MfG, lol, ;-)

    • Oh ja „Piratin“ ist ja auch ein so ellenlanges Wort – das kann sich ja keiner merken. lol

  20. [...] Piratenpartei und Frauen « Ritinardo (tags: gender piratenpartei geschlecht ppd feminismus frauen politik parteien) [...]

  21. Thilo, ich schätze Dich als politisch aktiven Menschen ein. Es sind keine Vorurteile, die Dich zu solchen Artikeln veranlassen.

    Es ist der Neid auf die erfolgreichen Piraten. Sie haben in drei Monaten in Deutschland mehr gedreht als andere politsch Aktive jemals erreichen werden.

    • Nein. Einerseits ist es so, das Leute wie ich jahrelange Vorarbeit geleistet haben um bestimmte Themen erst populär zu machen wo viele heutige Piraten noch im Winterschlaf waren. Und nun sehe ich wichtige Ziele wie den Kampf gegen die VDS erheblich gefährdet dadurch gefährdet, das die PP Nebenkriegsschauplätze aufmacht, die sie unwählbar scheinen lässt. Es ist unglaubliuch wie vielen Leuten ich auf Nachfrage schon abraten musste, die PP zu wählen. Warum muss ich das tun? Ich selbst würde gerne viele der Kernziele der PP unterstützen – aber so nicht – und was ich nicht kann, kann ich auch anderen nicht raten.

      Es geht hier nicht um Gewinnen/Verlieren oder wer ist besser oder schlechter. Das sind auch so männliche Konkurrenz-Ideologien aus dem letzten Jahrhundert. Im Grunde sollte es darum gehen, das man in freier Kooperation gemeinsam und auf gleicher Ebene für die selben Ziele kämpft. Die PP scheint aber mehr nach dem Motto „Wer nicht für uns ist, is gegen uns“ zu agieren. Dann muss ich euch aber eher als politischen Gegner, denn als möglichen Kooperationspartner betrachten. Die letzten Monate ist leider die Distanz mächtig gewachsen. Viele Kooperationschancen wurden vertan. Die PP wird uns sicher erhalten bleiben. Aber ich denke nicht, das sie ihre Erfolgskurve beibehalten wird. und gerade verprellt sie sich nachhaltig SEHR VIELE Sympathisanten. Warum? Wahrscheinlich will man unbedingt ganz wenige Stimmen haben. Offenbar kalkuliert man eher darauf mit Wahlwerbung Wechsel- und Protestwähler zu gewinnen, als kritische Geister.

      • Hallo Thilo

        Ich halte also fest:

        Du siehts dich als Vorkämpfer für bestimmte Themen wie der Verhinderung von VDS und willst nicht das der Kampf gegen VDS gefärdet wird. Ok, gut, in Ordnung.
        Dann kritisierst du die PP, sie tue genau das, weil sie Nebenkriegsschauplätze eröffnet. (Welche?)
        Gleichzeitig versuchst du aber sehr agressiv der PP das Thema Feminismus einzureden. Hat das den was mit VDS zu tun? Warum soll die PP also jetzt diesen Nebenkriegsschauplatz aufmachen?

        „Im Grunde sollte es darum gehen, das man in freier Kooperation gemeinsam und auf gleicher Ebene für die selben Ziele kämpft.“
        Genau das passiert in der Piratenpartei. Hier ist zum Beispiel das Geschlecht völlig unwichtig. In der Piratenpartei werden weder Schwule noch Heteros, weder Behinderte oder Menschen andrer Hautfarbe anders behandelt. Und eben auch keine Frauen. Das ist keine Unterdrückung, das ist GleichBERECTIGUNG. Was dagegen?

  22. Ich hoffe das war eine Satire. Denn es ist nicht von einem Frauenanteil die Rede sondern von einem feministischen Anteil. Den Frauenanteil mit der Ideologie Feminismus zu verbinden ist Augenwischerei. Es geht auch nicht um Frauenthemen sondern um feministische Themen. Genauso will man die Gleichberechtigung, Gleichstellung und Frauenpolitik an den Feminismus binden und wenn es die Frage Frau geht soll man den Feminismus fragen. Für diese Ideologie sollte eigentlich nicht mal in anderen Parteien Platz sein. Man kann nur hoffen die PP versteht, dass der Frauenanteil und die Themen um die Gleichberechtigung/Gleichstellung sowie allgemein Frauenpolitik nicht an den Feminismus gebunden sind und man ansonsten einer Ideologie diese Themen überlässt. Was zwangsläufig dazu führt, dass die Feministen nur noch aus feministischer Sicht, feministisch zentriert betrachtet und völlig ideologisiert behandelt. Das würde den Themen nicht gerecht werden, denn wie wir alle wissen würde es aus der Ideologie heraus dabei nur um die feministische Sicht der Frau gehen und auch nur um feministische Themen von feministischen Frauen gehen verbunden mit feministischen Lösungen. Rein daraus wie sich der Feminismus verhält, wie er seine Themen wählt, wie er sich als eine Frauenbewegung versteht, kann man in keinster Weise davon reden, dass das eine Befreiungsmethode auch für Männer ist. Nein, das ist eine Befreungsmethode für Frauen, Männer sind dabei nur Helfer. Männer tauchen dabei auch nur auf wenn es das Frauenthema verlangt. Überlässt man die Themen dem Feminismus, wird das zu einem Spielplatz für eine Ideologie die nur zu offen ihre Voruteile und Vorveruteilungen preis gibt. Zu was das führt sieht man nur zu deutlich in anderen Parteien wo zugunsten und allein nur für Frauen weit über das Ziel Gleichberechtigung und Gleichstellung hinaus geschossen wurde, wo dem Feminismus Themen komplett überlassen wurde obwohl dabei der Feminimus allenfalls eine untergeordnete Nebenrolle einnehmen dürfte. Das Ergebnis daraus ist eine feministische Einbahnstraße.

    • ich glaube wenn hier jemand einseitig ideologisch argumentiert, bist Du das. Wer Frauenrechte ablehnt, lehnt einen der Kernrechte der Menschen ab, nämlich das der Egalität. Egalität wurde in der Vergangenheit nicht gewährleistet. Es gab weniger Rechte für Frauen, Rassentrennung, etc. etc. – d.h. um Egalität heruzustellen bedarf es der Gleichstellung. Wer Gleichstellung aius Prinzip ablehnt, der will im Grunde nur die gleichen Rechte für alle auf dem Papier, aber nicht in der Realität. Dies gilt für „Rasse“, Herkunft, Geschlecht und andere Merkmale. Wer also dort blockiert, der will im Prinzip Ungleichheit zementieren.

      • Ja, das ist eine Standardantwort, die Standardverurteilung: „Du lehnst die Gleichberechtigung von Frauen ab“. Das ist nunmal die Ideologie.

        Ich rede davon, dass man das Thema Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht dem Feminismus alleine überlässt, weil erstens der Feminismus sich nur um die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frauen kümmern will, nicht aber für andere „Rassen“, Herkünfte oder Merkmale. Zweitens behandelt Feminismus die Gleichberechtigung und Gleichstellung nur aus der Sicht der Frau, die ja auch immer wieder zu solchen schönen unbelegbaren Argumenten wie „weil die Männer linear denken“ oder so führen. Was im Klartext bedeutet, dass die Begründungen einfach nur auf Vorurteile aufbauen. Drittens weil wenn man dem Feminismus die Gleichberechtigung und Gleichstellung allein überlässt der Feminismus tun und lassen kann was es will und darüber bestimmt welche Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsthemen behandelt werden. Sprich hauptsächlich Frauenthemen, egal wie konform die mit dem Hauptthema sind, egal wie überbevorteilend die sind und wenn es sein muss ist es auch nur ein Thema das die Feministin betrifft, nicht die Frauen. Prekär wird’s natürlich bei Männerthemen wenn der Feminismus entscheided was Thema ist. Viertens weil der Feminismus entscheided wer anscheinend benachteiligt wird oder wer bereits gleichberechtigt ist. Genauso wie es kontrollieren und entscheiden kann wann in bestimmten Themen Gleichberechtigung erreicht ist.

        Ich lehne entschieden aus Prinzip den Feminismus ab, weil es Matriarchat ist und damit gleich dem Patriarchat ist, nur mit umgekehrten Vorzeichen.

  23. Ja vielleicht sollten Frauen mal begreifen, dass sie nicht automatisch einen Sonderstatus haben müssen und sich mal mit ihren Mitmenschen auf eine Ebene stellen sollten.

    • Vielleicht sollten manche Männer endlich begreifen, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt sind.

  24. Erst wenn die Gender-Extremisten aufhören, bei jedem Thema eine absolute Gleichheit erzwingen zu wollen, wird es wahre Gleichheit geben.
    Der einzige Grund, weshalb man mehr Männer als Frauen in politischen Ämtern findet, ist schlicht der, dass zu wenig Frauen in die Parteien eintreten und sich politisch engagieren. Würde man anfangen, jedes weibliche Parteimitglied mit Sekt und Kuchen zu empfangen und es wie eine aussterbende Rasse zu behandeln, würden sich sicher noch mehr Frauen abgeschreckt fühlen.
    Das zeigt sich hier in den Kommentaren genauso wie in meinem Alltag, wo sich alle Frauen, die ich kenne, gegen die absurde Zwangsgleichstellung in Anreden u.Ä. aussprechen, aus gutem Grund.
    Ich will keine Frauenquoten, genauso wenig wie Schwarzenquoten, Schwulenquoten und das Durchschnittsalter interessiert mich auch nur am Rande. Denn im Kern geht es nur um eins: Kompetenz.
    Wenn die nicht vorhanden ist, ist alles andere egal.

    • Unsinn. Kompetenz. Kompetenz ist relativ. Es geht darum, welche Politik eine Partei macht. Es kommt auf das Ergebnis an. Und dazu kann es auch sinnvoll sein, bestimmte gesellschafliche Gruppen ausreichend einzubinden. Nach Deiner Argumentation müsste man bei AKWs also nur einen Kerntechniker als Politiker hinstellen – und die Betroffenen vor Ort ohen Kompetenz auf dem Fachgebiet sollten ignoriert werden. Es geht ja eben darum, das man Kompetenz nicht an rein sachlichen Kriterien festmachen kann. Politik ist auch immer Kampf um bestimmte Positionen. Es gibt keine neutrale Politik.

      • Hallo Thilo,
        ja, es _kann_ sinnvoll sein, bestimmte Gruppen _explizit_ einzubinden. Muss es aber nicht. Wenn es auf das Ergebnis ankommt… kann es dann den betroffenen [auch Frauen] nicht egal sein, ob die VDS von Maennern oder von Frauen verhindert wird? Die PP ist eben keine Lobbypartei wie die FDP, sondern sie will Rechte durchsetzen und zwar fuer alle.

        Meiner Wahrnehmung nach werden diese „Nebenkriegsschauplaetze“, von denen Du sprichst, mit nichten von der PP eroeffnet, sondern sie werden ihr von Menschen wie Dir aufgedraengt, obwohl sie intern (so vermute ich) als ineffiziente Zeitverschwendung angesehen werden, weil sie mit dem Kernthema eben wenig zu tun haben (sollten sie doch damit zu tun bekommen, weil z.B. sexistische Aspekte der Probleme offenbar werden („VDS gilt nur noch fuer Frauen“), so bin ich sicher, dass dies auch thematisiert d.h. bekaempft wuerde).
        Nicht von Seiten der PP wird hier ein Fass aufgemacht – sondern es wird auf Vorwuerfe (von Dir „Hinweise“ genannt) _reagiert_. Politik ist Kampf um Positionen, da kann ich zustimmen. Aber man muss (und kann) nicht um alle denkbaren Positionen auf einmal kaempfen. Was in Deinem Fall bedeutet, dass Du natuerlich abwaegen musst, welche Position Dir wichtiger erscheint, wenn es darum geht, welche Partei zu waehlen Du empfiehlst oder abraetst. Du scheinst dabei das Thema Diskriminierung schwerer zu gewichten als den Freiheits-/Ueberwachungs-Komplex, welcher die Piraten-Kernthematik (und Kompetenz) ausmacht. Das kannst Du natuerlich gerne so entscheiden, aber es wuerde mich etwas wundern, wenn Du tatsaechlich darauf als die einzig akzeptable Einstellung bestehen wuerdest. Ich persoenlich glaube dass die von Dir angenommene Ursache fuer den Frauenmangel eben nicht der wichtigste Faktor ist, und dass sie daher „der Sache“ weniger schadet, als wenn z.B. Du deswegen von der PP abraetst. (Und welche Partei wuerdest Du dann waehlen koennen, die Gruenen vielleicht noch am ehesten? Folgefrage: gibt es ein anderes Thema, welches eine hypothetische, gendermaessig perfekte Partei wiederum dennoch unwaehlbar machen wuerde? Welches Thema ist das wichtigste? Oder waehlst Du im Zweifel lieber gar nicht?)

        Ich traue Dir die Transferfaehigkeit zu, folgendes Beispiel nicht als Gleichsetzung von Frauen und Tieren zu verstehen: sollte ich als vegetarier von der Piratenpartei verlangen, dass sie eine mir genehme Position zu Tierrechten vertritt, bevor ich sie waehle? Oder akzeptiere ich, dass das Thema ausgeklammert wird, z.B. weil es unmoeglich waere, mit vertretbarem Aufwand einen Konsens in der Partei herzustellen (geschweige denn einen, der mir dann auch gefaellt), so dass das eigentliche Thema der PP auf der Strecke bliebe. Was waere der Ausweg aus diesem Dilemma? Muessen erst alle ausreichend feministisch geschult werden, bevor mit der Tagesordnung weitergemacht werden darf? Das waere wohl arg unrealistisch. Den Aufwand wuerden die meisten nicht treiben wollen, da sie sich eben wegen anderer Theman zusammengeschlossen haben.

        Und das AKW-Beispiel hinkt etwas, denn in der Tat sollten die Betroffenen nicht darueber zu befinden haben, ob z.B. ein AKW sicher ist oder nicht – eben weil sie davon nichts verstehen, ebenso wie der typische Juristen-Berufspolitker. Ob sich der Atomingenieur nun aber fuer deren Interessen einsetzt, das ist eine vollkommen andere Frage, die mit fachlicher Kompetenz nichts zu tun hat. Natuerlich sollte er das tun, wenn er zu entscheiden haette (was er ueblicherweise nicht hat, da er nur beraten kann).

        Desweiteren muss eine geringe Quote auch kein Beweis fuer Diskriminierung sein. Wieviele maennliche Grundschullehrer gibt es? Meiner Erfahrung nach recht wenige. Dafuer kann es aber viele Gruende (gleichzeitig) geben, z.B. dass Maenner weniger Interesse daran haben, diesen Beruf auszuueben. Dennoch werden aber auch Maenner (zumindest Vaeter) ein grosses Interesse daran haben, dass es kompetente Menschen gibt, die das tun. Dafuer muessen sie es aber nicht selbst machen. Was mich zu der komischen 5%-Prophezeiung bringt (sorry, weiss nicht mehr ob die auch von Dir kam): wenn die PP die 5% nicht schafft, dann liegt das mit (fuer mich) grosser Sicherheit nicht daran, dass sie zu frauenfeindlich ist. Das koennte man allenfalls dann behaupten, wenn sie z.B. 2,5% bekommt, und nur von Maennern gewaehlt wird. Die Zahl der Menschen (Frauen & Maenner), welche wegen dieses Themas die PP nicht waehlt, es davon abgesehen aber tun wuerde, schaetze ich als sehr gering ein. Vielleicht haelst Du sie fuer groesser, weil das Thema Dir persoenlich besonders am Herzen liegt, Du Dich viel damit befasst und Dich gut auskennst. Ich „diagnostiziere“ fuer den Fall eine gewisse Betriebsblindheit – die ueberwiegende Mehrheit trifft ihre Wahlentscheidung naemlich nicht primaer anhand von Genderfragen. Sollte sie das?
        Richtig scheint mir, jedenfalls in meinem persoenlichen Umfeld, zu sein, dass weniger Frauen als Maenner die PP ueberhaupt _kennen_. Der Grund dafuer ist, dass Maenner sich eher als Frauen in Gegenden des Netzes tummeln, in denen die PP praesent ist. Heise-lesende Informatikstudierende (vornehmlich Maenner) kennen die PP vermutlich zu 100%. Keineahnungwas-lesende Germanistik-Studierende (vornehmlich Frauen) koennten sie durchaus auch im Internet fuer laengere Zeit umschiffen. Und wovon ich noch gar nichts gehoert habe, dem kann ich auch nicht beitreten und es auch nur schwerlich waehlen. Und dass Frauen (im wahlfaehigen Alter) sich fuer den IT-Kram, aus dem die PP massgeblich entstanden ist, weniger interessieren, das ist kein Vorurteil sondern offenkundige Tatsache. Natuerlich kann (und sollte) man fragen, _warum_ das so ist und ob es ein Problem darstellt. Es kann aber, schon aufgrund ihres Alters, unmoeglich die Schuld der Piratenpartei sein, dass es derzeit so ist. Die PP hat die entsprechende Sozialisierungslage schlicht vorgefunden, und diese ist eine IMHO wesentlich bessere Erklaerung fuer die geringe Frauenquote als Dein Diskriminierungsindiz. Zu beachten waere natuerlich noch, das „Interesse haben“ nichts mit „genetischer [In]Kompetenz“ zu tun hat, derartiges zu unterstellen liegt mir naemlich fern, da ich ausreichend Gegenbeispiele kenne.

        Zur positiven Diskriminierung: haelst Du sie nur da fuer sinnvoll, wo konkrete Benachteiligungen bestehen, oder auch als allgemeinen Ausgleich fuer Nachteile, die die betreffende Gruppe an anderer Stelle hatte und hat? Die Sache mit dem Krieg klingt fuer mich nach letzterem. (Ich selbst befuerworte nur ersteres, u.A. weil ich glaube dass es sonst keinen Ausgleich gibt, sondern nur eine Spirale von gegenseitigen Uebervorteilungen, welche Spaltet und gegeneinander ausspielt.)

        Zur Sprache: „Pirat“ ist nicht singulaer, es wird aber auch keine Rechtschreibreform angestrebt, welche allen neutralen Begriffen die maennliche Form zuordnet. Die meisten Leute duerften einfach die traditionellen Worte genau so weiterbenutzen wollen wie das eben schon immer war, aus Bequemlichkeit – sofern sie ueber das Thema nachgedacht haben vertrauen sie dann darauf, dass die Umdeutung auf der semantischen Ebene ausreicht. Dass also, wenn man heutzutage „Aerzte ohne Grenzen“ sagt, selbstverstaendlich auch Aerztinnen ohne Grenzen gemeint sind, weil es aus dem Kontext heraus klar ist, dass es keinen vernuenftigen Grund gibt, hier nur Maenner zu meinen. Ich glaube dass hier auch von Seiten der PP nichts „definiert“ oder „deklariert“ wird, sondern dass, genau andersrum, gefragt wurde, welche Definitionen denn in den Koepfen der Mitgliedern bereits vorherrschen – und wenn es Konsens ist, dass Frauen genau so gute und wichtige Mitglider sind, wie Maenner, dann braucht man auch nicht zu unterscheiden. Die Aussenwirkung duerfte hierbei sekundaer gewesen sein, gegenueber dem Umgang, den die, sich hier gerne als „potsfeministisch“ bezeichnenden, Piraten intern pflegen [wollen].
        Waerst Du eigentlich dafuer, dass z.B. §211 StGB geaendert wird, so dass dort nicht mehr „der Moerder“ steht, sondern „die MoerderIn“ oder zumindest „der Moerder oder die Moerderin“? Oder gilt diese Kritik nicht fuer negative Begriffe?
        Als kleine Spitze am Rande: dass Du das unspezifische Maskulinum als Neusprech bezeichnest wirkt auf mich, als waerst Du 14 Jahre alt und haettest die Zeit vor dem Binnen-I und die damalige Sprachnormalitaet gar nicht mehr erlebt ;-)

        Ausblendung von 50% der Menschen/Waehler: alle Kernforderungen der PP gelten sowohl fuer Maenner wie auch fuer Frauen. D.h. das, wozu _absichtlich_ Aussagen gemacht werden, ist geschlechtsneutral. Das Ausblenden ist nicht intendiert (was Du, glaube ich, aber auch nicht unterstellst), es ist aber sogar auch nur behauptet. Fakt wird es nur fuer diejenigen Frauen, die sich eher als „von der PP unbeachtete Frau“ denn als „von der PP in seinen Freiheiten geschuetzter Mensch“ sehen. Die mag es sicherlich geben, auf keinen Fall aber sind es alle (oder auch nur die Mehrheit).

        Wenn man bejaht, dass es Repression gegen Maenner durch [einige, nicht alle] Feministinnen gibt (was gut erklaeren wuerde, „dass viele junge Männer Feminismus eher als Repression erleben und eben nicht als Befreiungsmethode“) so bedeutet das uebrigens nicht, dass man generell negative Diskriminierung gegen Frauen in unserer Gesellschaft leugnet. Es gibt halt beides (wobei Ersteres natuerlich zum grossen Teil das historische Resultat aus Letzterem ist).

        Sorry fuer die Text- und Fragenmenge – es interessiert mich aber wirklich. Deswegen habe ich auch _alle_ kommentare gelesen. Was wiederum dazu fuehrt dass ich selbst so viel labern und fragen muss.

        Alles gute,
        rob

      • PS: ich entschuldige mich fuer meinen viel zu langen Beitrag. Ich kann verstehen wenn ihn keiner lesen mag :-)
        Vielleicht sollte ich mal besser mein eigenes Blog reaktivieren…

  25. Letztendlich ist das nur eine Kampagne der Grüninnen. Die merken nämlich, dass ihr achsobürgerrechtliches Gehabe nach Schily absolut unglaubwürdig ist, und nun plötzlich eine Partei, die nicht neoliberal-böse ist, in ihrem Revier wildert.
    Da fängt man auch mal schnell an, unter die Gürtellinie zu schlagen…
    Die Piraten sind wesentlich offener als alle anderen Parteien, jedwede Frau, Mann oder Sonstiges darf mitdiskutieren, ohne Rücksicht (der „fehlende“ Frauenbonus ärgert die FeministInnen gewaltig) aufs Geschlecht. Reichlich auch per Mailingliste – und da kann man sich sogar ein Pseudonym geben.
    Dass es so wenige Frauen bei den Piraten gibt, kommt in erster Linie von den technischen Themen. Der Kampf um die Bürgerrechte wird von einer eher technischen Warte aus betrachtet, die Gefahr für die Bürgerrechte kommt auch von der technischen Seite.

    • Ich halte fest, dass Neologismen ala „Grüninnen“ und „Menschinnen“ hier immer nur von Gegner des Feminismus genannt werden, aber diese Begriffe quasi für die Unsinnigkeit der Feministischen Linguistik dienen soll. Auch „Pirat“ als männliches Neutrum ist ein Konstrukt der Feminismus-Gegner. Bisher sind nur die Gegner des Feminismus in der PP aktiv um neue Worte zu gegerieren. ABER – sie werfen den Feministinnen und deren Unterstützern diese Methoden vor. Ich glaube inzwischen tatsächlich, dass evt. in den Piraten eine Menge Männer und Frauen aktiv sind, die aus den GRÜNEN oder anderswo geflohen sind um der Feminismus-Debatte zu entgehen. Und die machen hier das eigentliche Fass auf. Ich und andere weisen nur darauf hin was passiert – in welche Richtung hier agitiert wird – und verteidigen Werkzeuge des Feminismus in dem sie darauf verweisen wo die Stellung der Frau vor 100 Jahren war und was erreicht wurde.

      In Reaktion auf unsere Kritik ist die Gegenseite unfähig eine Kritik an der Frauenbewegung vorzunehmen, da hier eoigentlich nur Vorurteile bestehen. Kritik wäre durchaus möglich, ein Verständnis der Geschichte vorrausgesetzt. Feminismus entwickelt sich zudem immer weiter fort – und so manches Werkzeug ist auch stumpf geworden.

      Eine Bürgerrechtspartei, die die Frauenrechte ausklammert kann ich nicht als eben solche ernst nehmen und betrachte ich daher konsequenter Weise als rückschrittlich.

  26. dann spricht man halt in zukunft nur noch vom englischen „pirate“ dieser begriff ist neutral

  27. [...] Piratenpartei und Frauen « Ritinardo (tags: gender piratenpartei geschlecht ppd feminismus frauen politik parteien) [...]

  28. Ich wähle die Piratenpartei unter anderem deshalb, weil sie nicht diesen feministischen Quoten-Unsinn mitmacht.

    Wie lange brauchen Frauen noch erleichternde Sonder-Regelungen für die Karriere?

  29. o weh. grobe vereinfachung im op. aber, wie man sieht, anlass zur diskussion.

  30. [...] um Piraten und die Folgen Abgesehen von dem Peek in dem Abfragen (rd. 1000 am 4.9.) hat die Diskussion leider nicht viel gebracht. Anicatha, Spitzenkandidatin der Piraten in SH dokumentiert in einem [...]

  31. Ich habe nicht die Energie alle 70 Kommentare zu lesen. Also auf die Gefahr, dass das schoneinmal jemand geschrieben hat:

    Neusprech hat in 1984 den Sinn, die Menschen in eine bestimmte Richtung zu verändern. Cool fände ich es, wenn man in der deutschen Sprache alle Personenbezeichnungen nur noch in der kürzeren Version und mit geschlechtslosem Artikel (das) benutzen würde. Das wär eine Art von Neusprech, welche die Menschen in Richtung Geschlechtergleichheit bringen würde, ohne overhead beim Schreiben oder Reden zu erzeugen.

    Mensch würde dann sagen: Das Pirat, Das Politiker, …

    Pirat könnte auch als Abkürzung für Piratenparteimitglied verstanden werden. Da müsste dann aber auch „das“ als Artikel verwendet werden.

    • Das Geschlecht des Wortes hat nichts, aber auch gar nichts, mit dem Geschlecht des Menschen/Objekts zu tun… Nicht alle Dinge haben als Artikel „das“ – aber du willst mir trotzdem nicht erzählen, dass „die Vase“ kein Gegenstand sondern eine Frau ist. Genausowenig wie „der Fön“ ein Mann ist. ;)

      Ich bevorzuge eindeutig das englische System: Pirat als Oberbegriff – wenn man es näher spezifizieren will, dann passiert das ueber den Kontext* oder ein „weiblicher“ bzw „maennlicher“ vor „Pirat“… Was drueckt Gleichheit besser aus, als die gleiche Bezeichnung?

      *“My teacher said that she…“ an Hand des „she“ wird dann auch das Geschlecht klar, andernfalls ist teacher geschlechtsneutral.

  32. Ich lese hier die ganze Zeit von Frauenthemen für die sich die Piraten nicht einsetzen würden, und die durch mehr Frauen in der Partei besetzt würden.
    Gegenfrage: Was wären denn nun die explizieten Männerthemen der Piraten? Meiner Ansicht nach sind es MENSCHENTHEMEN.
    Will jemand allen Ernstes den Piraten vorwerfen sie würden mit ihrer Politik Männer bevorteilen?

  33. Zitieren wir doch mal: „Der Postfeminismus radikalisiert mittels des Dekonstruktivismus und des Poststrukturalismus den Feminismus. Im Postfeminismus werden sowohl das biologische Geschlecht (sex) wie das soziale Geschlecht (gender) als gesellschaftliche Konstrukte angesehen und deshalb als Klassifikationseinheiten abgelehnt. Im Mittelpunkt steht nicht mehr das Subjekt „Frau“, sondern dessen Subjektivierung.“

    Sprich, Fachwortgeschwurbel, das wissenschaftlich klingen soll, aber einfach nur besagt: Geschlecht ist ein gesellschaftlicher Mythos, den man entschleiert.

    Das Absurde ist sozusagen das Herumreiten auf dem Geschlechtsmerkmal um es zu überwinden. Da das widersprüchlich ist, ist natürlich auch die Theorie netter Quatsch. Postfeminismus konsequent gedacht (was ja dann doch keiner tut) ist die Erledigung des Feminimus. Diesen langen Weg kann man sich hübsch abkürzen.

    Denn schlimme an einer politischen Theorie ist die Vergiftung ihrer Anhänger und der Rekurs auf die ummäntelte Vulgärtheorie.

    http://www.physics.nyu.edu/faculty/sokal/

    Aber hier ist die Situation einfach: Es geht einfach nur um nackte Macht, um Bevorzugung, um eine Entdemokratisierung hin zu einer Genderoligarchie.

    • Darf ich das so übersetzen: Die Frauen wollen nur den Männern die Macht stehlen? Gut, das Piraten keine Vorurteile haben. Das Lustige ist, das diejenigen Piraten, die am wenigsten gegen das Offensichtliche wettern, was ich hier schildere mich noch am ehesten überzeugen, das es nicht so schlimm bestellt ist um die Piraten. Je stärker hier Geschütze gegen Frauen aufgefahren werden, desto mehr fühle ich mich bestätigt. ich erkenne da durchaus eine Differenz in der Argumentation.

      • „Darf ich das so übersetzen: Die Frauen wollen nur den Männern die Macht stehlen? Gut, das Piraten keine Vorurteile haben. “

        Gut, dass Du keine Vorurteile über die Piraten hast und deswegen nicht frei irgendwas herbeiinterpretierst, um diese zu bestätigen.

        „Je stärker hier Geschütze gegen Frauen aufgefahren werden, desto mehr fühle ich mich bestätigt. “

        Es geht nicht um „Frauen vs. Männer“ sondern um „Genderideologen vs. gesunder Menschenverstand“.

  34. [...] Derzeit kriselt es mal wieder in den Reihen der Piratenpartei. Nach Kinderfickern und Rassisten sind wir nun Chauvinisten und Antifeministen. [...]

  35. Also ,Ich bin Stolzer Pirat

    Und finde diese Verurteilung mehr als Anti-Maskulin
    wenn man es mal betrachtet das Pirate im englisch ein neutral Wort ist

    und wenn es auf das weibliche Geschlecht bezogen ist
    „Women Pirates“ genannt wird

    Warum sollte das dann nicht auch im deutschen so sein
    „Weiblicher Pirat“ hört sich gescheiter an als Piratin besonders dieses Wort wird selbst von meinem Rechtschreib-Programm als falsch angesehen

    Ich hoffe das sollte verstanden werden

    Und das es so wenige „Weibliche Piraten“ gibt liegt vielleicht auch da dran das nicht jeder die Piraten „Wirklich“ kennt

    mfg Hans

    • „Weiblicher Pirat“, sehr lustig. Was als nächstes? Weiblicher Bankkaufmann?

      • *Räusper*
        Heidewitzka, welch scharfsinnige Replik. Schad nur, dass in „Pirat“, anders als im Wort „Kaufmann“ das Wort „Mann“ nicht vorkommt. Deshalb – genialer Vergleich. Nur leider einmal voll daneben.

  36. Also ich BIN eine Frau, werde die Piraten wählen und fühle mich nicht benachteiligt, wenn man mich, sollte ich eines Tages Parteimitglied werden, ‘nur’ als Pirat bezeichnet. Manche Frauen mögen die „Piratin“ vermissen, das mag sein. Ich bin emanzipiert, lege aber teilweise doch noch großen Wert darauf, als Frau auch dementsprechend behandelt zu werden. Ein -in am Ende eines Wortes gehört allerdings nicht dazu….

  37. Noch einmal zurück zur Sprache. Thilo, wenn du verlangst, Lethe solle sich selbst als Mann bezeichnen, dann sei konsequent: Wenn, dann „Männin“, bitte!
    Sonst vermischen sich noch mehr Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.
    Eine kurze Erläuterung: Im Deutschen sind die meisten Berufsbezeichnungen, wie auch „Pirat“, geschlechtsneutral. Erst der Zusatz „-in“ weist auf das weibliche Geschlecht hin, und erst dann, im Kontrast, ist „der Pirat“ ein Mann.
    Das Ganze ist eine unglückliche Vermischung von grammatischem und natürlichem Geschlecht, für das die, die noch mit lateinischen Begriffen Grammatik gelernt haben, auch zwei Wörter kennen: Genus und Sexus. Und beides hat nichts miteinander zu tun, der Genus ist vollkommen willkürlich einem Wort zugeordnet. Dass es „der Mond“ und „die Sonne“ heißt, heißt noch lange nicht, dass einer der Himmelskörper einen männlichen oder weiblichen solchen hätte.
    Mein Lieblingsbeispielsatz für die Zufälligkeit des Genus ist: „Der Löwe ist eine Katze und damit ein Raubtier.“ Drei Genera, ein und dasselbe Vieh, und eigentlich nicht eines, sondern ganz viele, nämlich alle. Da zeigt sich gleich das nächste grammatische Problem: Auch der Numerus ist nicht so eindeutig, wie er auf den ersten Blick scheint. Zum Glück hat dem noch keiner eine politische Bedeutung gegeben.

    • Ack, arr!

  38. Als neutraler Beobachter finde ich die ganze Debatte seltsam. Die Piratenpartei ist ja hauptsächlich von den so genannten „Internet-Natives“ gegründet und die – das ist ja kein Geheimnis – bestehen nunmal zu einem Großteil aus Männern. Das Internet ist in seinem Ursprung eben eine sehr männliche Angelegenheit. Jetzt öffnet sich die Piratenpartei nach und nach der breiten Öffentlichkeit und wird nicht nur von den „Internet-Natives“, sondern auch von anderen Leuten wahrgenommen. Dass die Frauen in der Piratenpartei derzeit unterrepräsentiert sind, liegt daran, dass ihre Gründerklientel hauptsächlich männlich war.
    Die Geschlechterfrage innerhalb der Partei wird sich demnächst von alleine lösen, da die Piratenpartei derzeit breitere Teile der Gesellschaft anspricht und Frauen-Themen nach und nach auf den Tisch kommen…

  39. selten so einen *piep* gelesen. Wahrscheinlich bist du auch für Frauenquoten in allen Bereichen?!

    Komm mal mit der Realität klar: Frauen sind eben nicht technikinteressiert. Ende aus, fertig. Das erklärt warum es so wenig linux nutzende frauen gibt, dass erklärt warum es so wenig weibliche Piraten gibt.

    Desweiteren zum Thema „männlich/weiblich“: Von „Krankenschwester“ gibts auch nur die weibliche Form, soll ich jetzt anfangen rumzuheulen weils keinen „Krankenbruder“ gibt?

  40. Pirat ist Pirat, egal ob Mann oder Frau. Ein Pirat ist ein Pirat! Da ist es eher kontraproduktiv Männlein und Weiblein zu trennen.
    Eine %-Quote für Frauen halte ich für absoluten Schwachsinn – vorallem deshlab weil durch diese Hürde Menschen (welche zu Meist Männer seind) der Zutritt der Partei verwehrt bleibt – nur weil sich nicht genug Frauen find!

  41. [...] Kommentieren Kommentare lesen via twitter und dem blogeintrag einer freundin wurde ich auf einen vorwurf des bloggers ritinardo in richtung der piratenpartei aufmerksam, der mir ob seiner antiquarischen [...]

  42. Berechtigte Fragen, die Du da aufwirfst.
    Ich wäre sofort dafür zu haben, dass sich mehr Frauen bei den Piraten für piratige Themen wie z.B. Überwachung, Biometrie und Zensur engagieren.

    Fakt ist, sie tun es noch nicht.
    Was nicht ist kann ja noch kommen.

    Ob wir deshalb 50/50 Quoten brauchen, lasse ich mal dahingestellt.
    Vom Grundsatz her eine vernünftige Idee, aber wenn man nur Abgeordnete aufgrund „ihres“ Geschlechts wird doch eher diskrimminierend.

    Ich gehe davon aus, dass politische Kompetenzen unter den Geschlechtern gleichmäßig verteilt sind. Da sich aber unter Piraten vorerst noch 90 % Männer tummeln, so ist es mehr als wahrscheinlich, daß es derzeit bei den Piraten noch weit mehr politisch kompetente Männer gibt als Frauen.

    Dies nun zu pushen und zu sagen, bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt behandelt, um diese Unrelation auszugleichen halte ich nicht nur für möglich, sondern für notwendig.

    Das Gleiche gilt natürlich füt typische Frauenthemen, wo auch mal das Geschlecht vor Qualifikation stehen kann.

    Wird aber der Kompetentere in einem geschlechtsneutralen Bereich nur deswegen nicht genommen, da er nur ein X und ein Y Chromosom statt eines doppelten X vorweisen kann, so halte ich dies für ebenso diskrimminierend.

    Von diversen Piratentreffen weiß ich, daß es Niemanden gibt, der sich nicht ein Größeres Engagement von Frauen bei den Piraten wünscht.

    So lange dies aber nicht so ist und sich weiterhin viele Frauen sonstwo engagieren und die Männerquote derartig hoch ist, muss man dem Rechnung tragen und geschlechtsneutral betrachtet die Leute nach Vorne lassen, die da sind.

    Sind erst mal mehr Frauen da, wird es garantiert auf mehr Frauen geben, die entscheiden. Hat es irgendwann einmal mehr Frauen als Männer bei der Piratenpartei, so ist es ebenso wahrscheinlich, dass mehr Frauen als Männer Entscheidungen tragen.

    Dahin ist sicher noch ein weiter Weg, es liegt aber an euch Frauen Euch einzubringen.

    P.S. Ich lasse mich auch mit PiratIn ansprechen, das ist mir allerdings so breit wie lang.

  43. [...] Weitere Debattenbeiträge. [...]

  44. Ich versteh das dumme Geschwätz um die paar Buchstaben „in“ bzw. „innen“ nicht. Ich bin selber weiblich und ehrlich gesagt regt es mich auf, ständig über Worte wie „BürgerInnen“ und ähnliches zu stolpern. Erstens ist es nicht ansprechbar, müsste man ja „Bürger-großes-i-nnen“ lesen oder eben nur als „Bürgerinnen“ (dann wären wieder die Männer benachteiligt), schreibt man über all „Bürger und Bürgerinnen“, dann wird das schnell ein viel zu langer Text, weil man ja dauernd darauf aufpassen muss, dass man beide Geschlechter nennt.
    Warum muss man alles so kompliziert machen und kann nicht einfach mal anfangen, ein Wort als neutrale Zusammenfassung aller zu sehen, zumal dann sowieso ein „die“ vor jeder Mehrzahl steht (erklärt mir mal bitte jemand, warum das Mehrzahl-“die“ nicht weiblich ist, ein Einzahl „die“ aber schon, außerdem könnte man dann noch anfangen, dass es z.B. DIE Krankheit heißt – warum weiblich, was haben Frauen damit zu tun).

    Außerdem man sollte mal auf den eigenen Sprachgebrauch schauen, ich sag ja auch „ich geh mit Freunden weg“ und nicht „ich geh mit Freunden und Freundinnen weg“ obwohl sehr wohl auch weibliche Personen dabei sind.
    Oder bei Tieren, die meisten sagen Katze, egal ob es eine Katze oder ein Kater ist, im Grunde ist es bei vielen Tieren so, dass das andere Geschlecht eine andere Bezeichnung hat, aber die wird nur verwendet wenn man explizit sagen will, dass das eigene Tier z.B ein Weibchen ist. Und jetzt sagt bitte keiner „aber Menschen sind doch keine Tiere“.

    Ich hätte gern eine Umfrage unter Frauen (und nicht von irgendeinem Frauenmagazin, das lesen sowieso wieder nur die gleichen), welche Form man vorzieht „Bürger“, „BürgerInnen“, „Bürger und Bürgerinnen“.

    Und sowieso, eine sprachliche Gleichstellung bring doch mal rein GARNICHTS, wenn es jetzt darum ginge das Frauen und Männer gleich bezahlt werden sollen oder ähnliches, versteh ich ja die Aufregen, wobei ich bei dem Thema denke, das Problem ist einfach die Grundeinstellung und aus der wachsen die Leute sowieso raus, spätestens mit der Internetgeneration. Es interessiert keinen ob man männlich oder weiblich bist, es ist auch oft schon egal (leider gibt’s da auch noch zu viele Vorurteile) ob man transsexuel ist.

    • Sagst du auch, das Du ein „Mann bist“ und nennst Deine Freundin „Freund“. DAS wäre dann wirklich konsequent. Streichen wir den Begriff Frau ganz und sagen auch Mann zu Ihnen? Ist ja auch einfacher.

      • „Sagst du auch, das Du ein „Mann bist“ und nennst Deine Freundin „Freund“. DAS wäre dann wirklich konsequent. Streichen wir den Begriff Frau ganz und sagen auch Mann zu Ihnen? Ist ja auch einfacher.“

        Findest du diese Art zu denken wirklich gar nicht hysterisch?

  45. Beifall für diesen Beitrag. Es ist unverständlich, warum die PP das Ringen um Gleichberechtigung für erledigt hält, wenn in Deutschland Frauen knapp ein Viertel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland damit den vorletzten Platz ein! Da hilft es auch nicht, wenn weibliche Piraten sich persönlich in der PP nicht diskriminiert fühlen. Den Geschlechtsgenossinen hilft es nicht, wenn vor den Fakten die Augen verschlossen werden.

    • Die Piratenpartei hält die Gleichberechtigung nicht für abgeschlossen. Wenn doch, möchte ich bitte eine standfeste Quelle genannt bekommen.

      Hier geht es um Frauen innerhalb der Piratenpartei, nichts anderes.

    • „wenn in Deutschland Frauen knapp ein Viertel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen“

      – das ist aber auch nicht für die gleiche Arbeit bzw. Leistung!

      die Frauen suchen sich auch nicht die tödlichen Berufe aus, gehen eher in Rente, leben länger… was willste dagegen tun oder sagen…?

  46. Kann mir mal jemand erklären, wieso „Feministinnen“ auf der einen Seite für „Gleichstellung“ sind, auf der anderen Seite aber durch das Beharren auf die sprachliche Unterscheidung genau die Unterschiede weiter hervorheben und unterstreichen?

    Wo soll da eine Gleichstellung herkommen?

    Daß der Frauenanteil bei der Piratenpartei ganz offensichtlich andere Gründe hat, sollte eigentlich auch jedem, der sich ein wenig damit beschäftigt, sofort recht zwangfrei auffallen.

    Klar, man kann erst vermeintliche „Frauenfeindlichkeit“ herreden und sie dann anschließend bekämpfen. Es mag sein, daß man dabei jedoch den Blick für’s wesentliche verliert.

    • Du solltest zwischen Gleichstellung und Gleichmacherei unterscheiden. Letzteres ist Feministinnen oft vorgeworfen worden. Fakt ist, das es Männer und Frauen gibt, sind wir uns da einig? Wenn jetzt aber z.B. „Piratin“ als Begriff herausgelöst wird – z.B. ein Herr Tauss darauf hingewiesen wird, das man das nicht sagt – und betrifft die Frauen, die in unserer Gesellschaft eh diskriminiert sind – dann fördert das nicht die Gleichstellung, sondern bedeutet einen Rückschritt.

      • Herr Tauss wurde darauf hingewiesen, dass der Begriff „PIRAT“ als Bezeichnung für ein Mitglied der Piratenpartei, gleich des Geschlechts, benutzt wird. Die Bezeichnung des Parteimitglieds lässt also keine Rückschlüsse auf dessen Geschlecht.

        Dass die Piratenpartei öffentlich als „Programmierer- und Systemadministratorenpartei“ dargestellt wird ist nicht ganz ohne Wahrheitsgehalt. Diese Leute betrachten auch viele Dinge in der realen Welt aus ihrer technisch pragmatischen Sicht. Unabhängig davon ob sie Männer oder Frauen sind. Für den Umgang mit Parteimitgliedern macht es aus sich der Piratenpartei keinen Unterschied ob das Parteimitglied männlich oder weiblich ist und darum wurde auf eine Diskriminierung (dh. Unterscheidung) der Mitgliederbezeichnung verzichtet.

        Der Begriff Pirat, als Bezeichnung für ein Mitglied der Piratenpartei, ist subjektiv geschlechtsneutral. Objektiv, also in grammatikalisch korrekter Betrachtung, ist er natürlich maskulin. Das ändert allerdings nichts an der semantisch neutralen Auffassung des Begriffs durch die Piratenpartei.

        Ich glaube es gibt hier keinen Grund einen Angriff auf die Frauen in der Piratenpartei zu sehen. Natürlich lässt sich darüber streiten ob es sinnig ist grundsätzlich bei Parteimitgliedern nicht im Geschlecht zu differenzieren oder ob es einen Grund gibt grundsätzlich, bei Parteimitgliedern, einen Unterschied zwischen Mann und Frau – auch in der Anrede – zu dokumentieren, aber ich denke, dass ist ein Diskurs, den die Partei intern klären sollte.

  47. Ich bin ein weiblicher Pirat, und das ist für mich auch gut so. Ich sehe die Piratenpartei als postfeministisch an, und habe die Erfahrung gemacht, dass sie Kompetenz suchen, egal in welchem Geschlecht sie daherkommt. Als ich eintrat, habe ich sehr schnell festgestellt, dass kein Mensch mich davon abgehalten hat, mich dort einzubringen, wo meine Talente liegen und – wichtiger – niemand hat mich mit verquasten Vorstellungen von Frauen behelligt. Es ist schon richtig, dass die Piratenpartei einen geringen Frauenanteil hat, aber die Männer, die dort tätig sind, sind fast durchgängig als moderne Menschen zu bezeichnen, zu deren Lebenswirklichkeit Frauen gehören, die ganz selbstverständlich ihren Raum einnehmen und sich selbstbewusst einbringen und diese sogar ermutigen, das zu tun. Da finde ich es nachvollziehbar, dass die Herren sich die Probleme von den weiblichen Exemplaren mit ihrem Geschlecht und eben dem selbstverständlichen Einbringen ihrer Stärken nicht zu Eigen machen möchten; das möchte ich selbst nämlich auch nicht so gerne. Meiner Meinung nach brauchen die Piraten, wie sie jetzt sind, diese /-innen / Innen-Konstruktionen und die verquaste Denke dahinter nicht. Warum also etwas zu einem Problem machen, was für die Gemeinschaft aus weiblichen und männlichen Piraten gar keines ist?

    Viele Grüße
    Jinx

  48. Ich bin Mitglied bei den Piraten und ich bin eine Frau und ich kandidiere für diese Partei zur Landtagswahl als Spitzenkandidatin.
    UND ich habe bei der Abstimmung (beim Bundesparteitag) ob neben Pirat auch Piratin „genutzt“ werden soll für „Nein“ gestimmt.
    Das Wort Pirat ist für mich neutral.

    Würde es etwas ändern wenn wir Mädels in der PP als Piratin bezeichnet werden? Es wäre total überflüssig.
    Und was hat ein Wort mit einer 5% Hürde zu tun? Bitte erkläre mir das?

    LG
    Ani

    • Hallo Anicatha, ich kenne Deine Geschichte etwas- wir saßen auch mal am selben Stammtisch der PP. Also zunächst noch einmal: Man kann Begriffe nicht per Deklaration für neutral erklären, wenn sie es nicht sind. Aus der Psychologie ist bekannt, das viele männliche Begriffe Einfluss auf das Denken von Männern und Frauen haben. Weibliche Begriffe wirken inkludierend, männliche Begriffe exkludierend – sprich wenn ein Text vor allem männliche Begriffe verwendet denken hinterher Männer wie Frauen öfters, das nur Männer z.B PolitikER sein können. Das mit „Pirat“ alleine würde nicht die Stimmen drücken – aber insgesamt der Eindruck dann schon.

      • Exkludierend und inkludierend. Was für ein Quark. Sorry, dass ich dir das sagen muss, aber ich verdiene immerhin mein Geld mit Schreiben und war zeitweise Lektor, und wenn ich das Grünen-Magazin lese (meine Mutter ist da Mitglied) könnte ich regelmäßig kotzen, was die da für sprachliche Ungetüme drinhaben, nur um geschlechtsneutral zu formulieren.

        Sowas stört nicht nur Leute wie mich, die im Postfeminismus aufgewachsen sind und für die gleichgestellte Frauen völlig normal sind sondern ALLE Leser, weil es einfach UNGLAUBLICH SCHEISSE ist für den Lesefluss! Übrigens: Binnenkapitälchen gehen gar nicht!

        Warum wird da jetzt etwas künstlich zu einem Problem hochstilisiert, was einfach keines ist? Machos in der Piratenpartei? Ist dir klar, dass du gerade derbe pro forma einfach mal Motivationen unterstellst und darüberhinaus grob verallgemeinerst?

        Sorry, aber solche überflüssigen Pseudoprobleme braucht’s jetzt einfach überhaupt nicht, wenn unsere Grundrechte mit Füßen getreten werden. Wähl du die Grünen, die immer so wunderschön geschlechtsneutral formulieren, dass ihre Texte keine Sau außer ihnen selber liest, weil alle sich mit Grauen abwenden! ;-)

        Filmtipp für alle Feminazis: „Futurama – Into the Wild Green Yonder“

      • „Aus der Psychologie ist bekannt, das[...]“

        Soso. Bekannt also. Verstehe.

        Wissenschaft muss irgendwann echt mal auf das Maß gebracht werden, das ihr eigen ist.

        Ich mach es kurz: Paradigma (<look it up). Sicher gibt es Theorien in der Psychologie, die diese These vertreten. Aber man kann diese Annahmen völlig leicht, aber genau so wissenschaftlich, auch wieder widerlegen. Aus die Maus. Von wegen "es ist bekannt". Gar nichts ist bekannt. Es wird höchstens vertreten. Geh aber davon aus, dass 90% von dem was heute "gilt", in 50 Jahren nur noch belächelt wird. So viel zur Wissenschaftstheorie.

      • Thilo Pfennig Said: „Weibliche Begriffe wirken inkludierend, männliche Begriffe exkludierend“

        Du stellst die Dinge auf den Kopf, Thilo.
        Eine Frau kann sich ohne Weiteres als „Pirat“ bezeichnen, ein Mann aber nicht als „Piratin“. Oder könntest Du Dich z.B. als „Bloggerin“ bezeichen ?

  49. [...] Ritinardo [...]

  50. Nur kurz. Dopplungen von Argumenten und Unsinn veröffentliche ich hier nicht als Kommentar, damit das Ganze lesbar bleibt. Schliesslich ist das hier kein Forum.

  51. [...] Gender-Diskussion hat mal wieder die (mittlerweile um ein vielfaches angewachsene) Piratenpartei erreicht. Jetzt zurücklehnen und Popcorn holen. An dem Namen "Piraten" werden sich die Spalter die Zähne [...]

  52. @Thilo Pfennig: Meinst du nicht, dass es Machogehabe ist, wenn du ale Mann den weiblichen Mitgliedern der Piratenpartei vorschreiben willst, wie sie sich zu nennen haben?

    • Nein, ich glaube nicht, dass ICH der Macho bin, wenn andere sich wie Machos verhalten. Ich habe keinen Beschluss gefasst, IHR habt das getan. Nice try.

  53. [...] Piratenpartei und Frauen « Ritinardo ritinardo.wordpress.com/2009/09/03/piratenpartei-und-frauen – view page – cached #RSS 2.0 Ritinardo » Kommentare-Feed zu Piratenpartei und Frauen Ritinardo Was wird das? RE/ Neue Theorien Reflexionen zur Denke der Piraten — From the page [...]

  54. Segel, Sintflut, Sinnfrage…

    Kann man zwei Herren dienen?

    Mein aktueller pipe-dream bzw. pet peeve bzw. Grund, warum ich die Piraten fragwürdig finde.

    Ich betrachte diese „rechtsfreier Raum“ Geschichte mit Sorge. Natürlich ist das inet an vielen Stellen ein weniger „recht…

  55. Geschlecht zaehlt im Netz nicht? Sicher, das war damals unsere Hoffnung, aber dass die Realitaet anders aussieht, duerfte doch nach z.B. dem Kathy Sierra-Debakel hinreichend bekannt sein. Und, sorry to burst your bubble, auch im FLOSS-Bereich bekommt man Dinge zu hoeren bzw. zu lesen die wenn sie sich gegen eine „Rasse“ und nicht ein „Geschlecht“ richten wuerden nicht toleriert wuerden.

    Ansonsten sehe ich das aehnlich. Einerseits sind gender-Themen eben (leider!) genau noch nicht durch, und andererseits wirkt die Piraterie nach aussen, bzw. auf mich, auch immer schnell mal wie weisse-Jungs-Liberalismus („Meiner Erfahrung nach wird man gar nicht doll wegen z.B. seiner Hautfarbe diskriminiert, also wäre jeder Versuch die Lage zu verbessern bestenfalls Ressourcenverschwendung und schlimmstenfalls eine Einschränkung von Leuten wie mir.“). Das mag nicht der Intention entsprechen, aber dass die Piraten an ihrer Darstellung noch arbeiten muessen ist ja eher unumstritten.

    Ich stelle ausserdem fest, dass ich mich nur aeusserst widerwillig „Pirat“ schimpfen lassen wuerde. Dies allein hielte mich wohl nicht davon ab, Piratin zu werden (und mich dann auch Piratin zu nennen). Es ist aber durchaus ein Steinchen im Gesamtmosaik.

    Was mir aber viel mehr fehlt ist eine klare Aussage, wie man ueberhaupt Themen im Umfeld der Minderheitenschutz-Frage angehen will.

    Semi-related: Wenn Ziel offenbar ist, deutsche Rechtsgueter wie die Strafbewaehrung von Holocaustleugnung nicht im Netz durchzusetzen (in dem Sinne, dass man Inhalte die man aufgrund unterschiedlicher nationaler Gesetze nicht wegklagen kann, nicht stattdessen filtert), wieso wirkt man dann nicht ganz offiziell darauf hin, die deutschen Gesetze passend zu entkernen? Unabhaengig von der Frage ob das gut oder schlecht waere, erschiene mir das ehrlicher und konsequenter.

    In closing, and speaking for myself, als FLOSS-Veteranin und Person die sich durchaus fuer Technik begeistern kann habe ich dennoch nicht das Gefuehl, dass ich bei den Piraten gut aufgehoben waere. Klar bin ich Netizen, aber eben nicht nur. Ich bin insbesondere auch Feministin. (Wenn ich nur Netizen waere, stuende auf meinem Reisepass kein Land, sondern „Internet.“ ;) Und das ist genau das, woran die PP m.E. scheitert (oder zumindest in ihrer Loesung zu meiner inkompatibel ist): in ihrem scheinbaren Versuch gleichzeitig international und, in ihrem Fall, deutsch sein zu wollen.

  56. Die Piratenpartei und das Genderding…

    Was mich an diesem Artikel beim zweiten Lesen ja besonders nervt ist die kaum verhohlene Ansicht die weiblichen Piraten würden sich durch die große Masse der männlichen Piraten unterbuttern lassen und ließen sich den Begriff ‘Pirate’ statt ‘Piratin…

  57. Wie progressiv ist es im 21. Jahrhundert den Geschlechtern noch Unterschiede aufzuzwingen? Für mich ist das sehr 20. Jahrhundert und so gar nicht progressiv.

    Erstaunlich auch das die Anhänger anderer Parteien – hier seien leider vor allem auch die Grünen erwähnt – den Piraten immer erzählen wollen wie sie dieses und jenes und besonders die ‘Frauenpolitik’ denn handhaben müssen.

    Ich möchte keine Frauenpolitik. Ich möchte Menschenpolitik. Ich möchte Gleichberechtigung, die nicht darin besteht das ein Teil immer als angeblich unterrepräsentiert und unterdrückt hervorgehoben wird.

    Ja, auch ich komme aus der IT und dort hat das Geschlecht in der Arbeit nie eine Rolle gespielt. Nur die Kompetenz. Das ich eine Frau in einem Stall voller Männer ist, fiel immer nur Aussenstehenden auf. Nie mir oder den Kollegen.

    Ich bin stolz Pirat zu sein. Und dieses nervige ‘Innen’ geht mir schon seit Jahrzehnten auf den Geist.

  58. [...] Ritinardo für die Formulierung vieler meiner Bedenken gegenüber der Piratenpartei (Der Beitrag „Piratenpartei und Frauen“ sei als ein Beispiel genannt) und bei Antje Schrupp für den Text „Kann eine Feministin [...]

  59. [...] zur Denke der Piraten Die Reaktionen von Piraten auf meinen letzten Artikel haben zum einen viele meiner Vorurteile bestätigt. Zunächst einmal: Ich habe die Piraten zur [...]

  60. [...] köchelt ja auf der Berliner Mailingliste und in einigen Blogs der Vorwurf rum, die Piratenpartei und damit ihre Mitglieder seien [...]

  61. Ich finde den Bezug auf das körperliche Geschlecht von einigen hier etwas seltsam – es geht doch nicht drum, wie ein Mensch sich definiert oder fühlt. Hier geht es nur darum welche Signale die PP sendet – welche Motivation dahinter steckt (fraglich) und letztendlich welche Auswirkungen dies hat. Ich stelle fest – und ihr könnt das gerne wiederlegen – das die Piraten extrem wenig Frauenanteil haben. Und wenn man nach Ursachen sucht, so fallen mir da einige Sachen ins Auge. Ich denke jede politische Partei sollte anstreben, das sich in ihr viele Menschen und Gruppen wiederfinden. Wenn bestimmte Gruppen sich offenbar nicht wiederfinden oder eine Partei meiden – dann ist das ein untrügliches Zeichen, das etwas nicht stimmt. Ich denke das hier Ursachen und Wirkungen zusammenpassen. Und ich finde die Auswirkungen bedauerlich. Denn es bedeutet, das die PP durch ihr Kommunikationsverhalten Unterstützerinnen verloren oder nicht gewonnen hat und dadurch der Sache geschadet. Es ist dabei nicht so entscheidend ob ihr persönlich davon nicht betroffen seid. Wenn ihr es wäret, dann wäret ihr ja nicht in der PP. D.h. interessant wären Antworten von Frauen, die bewusst nicht Mitglied geworden sind.

    Als Mann kann ich nur sagen, das die ganze Geekattitüde primär Männer anspricht. Ich denke das es zunehmend auch Frauen gibt, die sich durch dies angesprochen fühlen – für viele Frauen ist das aber eher abschreckend. Aus ähnlichen Gründen gibt es auch in der Open Source wenige Frauen.

    Dies führt zu einem ausschließenden Kreislauf, der durchaus umkehrbar wäre. Was ich nicht wirklich verstehe ist, warum viele Piraten sagen es sei vollkommen egal, ob Frauen abgeschreckt würden oder nicht. Ich beobachte nämlich durchaus, das man Wahlplakate macht, das man Leute ansprechen und überzeugen will die Piraten zu wählen oder Mitglied zu werden. Warum man dann aber mal so eben 50% der Bevölkerung für unwichtig hält und es als zu viel verlangt findet da Rücksicht zu nehmen, kann ich nicht erklären – ausser mit einem unterschwellligen Sexismus. Ich frage mich also, warum macht ihr denn überhaupt Wahlkampf – oder sind SPD-Wähler oder andere Gruppen als solches wichtiger als Frauen als solches? Würdet ihr dann auch dafür plädieren piratische Webseiten bewusst nicht barrierefrei zu gestalten, weil das zu viel verlangt wäre? Oder würdet ihr bewusst die Interessen und Eigenheiten von Kindern oder Älteren ausblenden?

    Zu den anderen Berufsnamen habe ich auch noch keine Antwort erhalten. Ich würde gerne wissen, ob ihr die Rückkehr zur alleinigen männlichen Form eines Substantivs als modellhaft für die ganze Sprache haltet. Also entweder ist es modellhaft, dann gehe ich davon aus, das ihr es bei allen Substantiven für sinnvoll erachtet und evt. eine Rechtschreibreform anstrebt – oder ihr betrachtet den Fall „Pirat“ als singuläre Entscheidung, die keinen Bezug hat – dann würde ich mich dafür interessieren, warum dieser Fall gerade vollkommen anders zu bewerten wäre als alle anderen.

    Was ich persönlich glaube ist, dass diese Entscheidung aus einem Geeklaune heraus entstanden ist und nicht besonders weit durchdacht war. Ich weiss auch nicht wie viele Frauen dafür gestimmt haben. Ich glaube das es eine sehr dumme Idee war. Wie bei vielen Themen glauben die Piraten per Deklaration politischen Diskursen davongelaufen zu sein. Bemerkungen wie die unter http://fluchderrepublik.blogspot.com/2009/09/weiberey.html „Er ist einfach sowas von 20. Jahrhundert.“ sind so typisch für Piraten. Die klassische Avantgarde-Denke. Im Blick nach vorne und in der Verachtung aller bestehender Diskurse übersehen sie oft, das sie dennoch Teil dessen sind – und vieles eben doch nicht überwunden ist. Veraltet sollte hingegen das Konzept der Avantgarde sein, das die Piraten so anbeten – und das auf mich oft extrem arrogant wirkt.

    • „Als Mann kann ich nur sagen, das die ganze Geekattitüde primär Männer anspricht. Ich denke das es zunehmend auch Frauen gibt, die sich durch dies angesprochen fühlen – für viele Frauen ist das aber eher abschreckend. Aus ähnlichen Gründen gibt es auch in der Open Source wenige Frauen.“
      Da steckt viel drin: Die „Nerd“partei wird von den Medien oft hochstilisiert. Schaue ich mir die Internetpräsenz&Maillinglisten so an, finde ich wenig geek- oder freak-mäßiges daran. Was die Open Source Branche angeht, würde ich auch eher sagen, dass es vielen Frauen nicht wichtig ist oder sie diese Arbeit nicht machen wollen. Einfach so. Weil auch weniger Frauen Kanalarbeiter oder Formel1-Fahrer werden wollen als Männer.
      Des weiteren: Aus meiner Sicht halten die Piraten Frauen keinesfalls für unwichtig, und unter Rücksicht verstehe ich folgendes: Eine AG/Crew/… entwickelt z.B. Ideen zum Gesundheitswesen und berücksichtigt unter aktiver Mitsprache von Piratinnen Fragen zu Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen, Abtreibung, … ebenso wie man gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen an Lösungen der Barrierefreiheit arbeitet und mit Männern bespricht, ob es etwas zu Beschneidung und Viagra zu sagen gibt.
      Niemand wird bewusst oder unbewusst bei den Piraten ausgeschlossen. Das „Pirat“ als gültige Bezeichnung für alle ist meines Erachtens kein sexistischer Wink, sondern dem Geist der IT-Einfachheit geschuldet. Meinem Gefühl nach richtet sich der Sprachgebrauch der Piraten eher an internationalen Gepflogenheiten aus, und – egal wie die Sprache nun so gewachsen ist – gilt z.B. Pirat als Sammelbegriff, während Piratin mit einer eindeutigen Betonung ausgestattet ist.
      Zum Programm: Ich glaube, zum Thema Sprache allgemein hat noch keine Diskussion oder gar Willensbildung stattgefunden. Lediglich gab es Kommentatoren auf der Hauptseite, welche sich gegen das Binnen-I ausgesprochen haben; wer von denen Pirat war, kann ich nicht sagen.
      Last but not least: Da in D sich in jeder Partei deutlich mehr Männer als Frauen engagieren, vermute ich eher, dass Frauen hierzulande diese Art von Mitgestaltung nicht im selben Maße schätzen wie Männer.
      Wenn bei den Piraten nun dazu anteilsmäßig die Frauen fern bleiben, die sich dem Feminismus verschrieben haben… das ist ok. Denn wörtlich bedeutet dies (femina, lat: Frau, ismus, lat: Endung für Weltanschauung) Welt der Frauen oder Weibliche Weltansicht. Das hat mit Gleichberechtigung, Gleichheit oder Gleichstellung überhaupt nix mehr zu tun.

    • Du beginnst mit
      „Ich finde den Bezug auf das körperliche Geschlecht von einigen hier etwas seltsam“

      Welche anderen Geschlechter stehen zur Debatte? Das gefühlte Geschlecht?

      • Z.B. – ich denke, es gibt da körperlich ja sehr viele Möglichkeiten – ich denke das Frau/Mann ist eher eine vieler möglicher Identifikationen. Ich denke das die Probleme nicht auf de Geschlechtsteilen basieren. Das führt nur vom Kern des Problemes weg.

    • Ich verstehe dich richtig? Du verlangst von der PPD, dass sie ihre Themen ändert, damit sich auch der weibliche Teil der Bevölkerung angesprochen fühlt?

      • Nicht Themen ändert. Sagen wirs doch so: Im Prinzip ist Gleichberechtigung kein Kernthema. Grund- und Bürgerrechte aber schon. Ich fordere eine Auseinandersetzung mit dem Feminismus bevor eine unterschwellige Symbolpolitik gefahren wird. Und auf der anderen Seite finde ich Parteien seltsam, die 50% der Bevölkerung ausblenden aufgrund ihres Geschlechts. Ich sehe das Piraten nicht sehen, dass sie das tun. Insofern hoffe ich auf einen Bewusstseinswandel.

  62. Hallo Thilo!
    Ich habe nun nicht alle Kommentare intensiv gelesen, weil es mir unter den Nägeln brennt, dir zu antworten. Bitte entschuldige daher, falls es zu Wiederholungen kommen sollte.
    Ich bin eine Frau Anfang 20, studiere Mathematik und Physik, und ich bin Piratin. Ich könnte auch schreiben, ich sei Pirat, ebenso wie, dass ich Mitglied in der Piratenpartei bin. Die Bezeichnungswahl treffe ich nach Nuancen, Pirat: kurz für Mitglied der PP, Piratin: Mitglied der PP mit Konnotation eines Life-Style-Gefühls. Wie auch immer…
    Es gibt eine ganze Reihe von Männern in der PP, die denken so wie du und haben hier und da angeregt: „Hier sind zu wenig Frauen, offenbar sind wir nicht einladend genug fürs andere Geschlecht. Was tun? Frauenthemen, Frauen-Forum, Frauen-…“ Jedes Mal wenn ich sowas lese, spreche ich mich zusammen mit (allen?) anderen Piratinnen (Achtung, Bezeichung dient dem Verständnis) gegen all diese Ideen aus. Alice Schwarzer würde mich wahrscheinlich als Verräterin am Feminismus verscheien. Recht hat sie. Denn ich bin emanzipiert, nicht feministisch.
    Männer(!), die denken, man müsse stets Rücksicht nehmen, auf uns besonders eingehen, uns Schutzräume überlassen… Das sind die Machos „in neuen Kleidern“. Es ist nett, Hilfe anzubieten. Aber bitte biete keiner Frau Hilfe an, weil sie eine Frau ist. (Ausnahme: Geburtshilfe und schwere Sachen tragen).
    Es gibt Frauen, die kokettieren damit, dass sie dieses und jenes per natura nicht können (müssen). Diese Frauen haben für das, was sie dann eben nicht können wollen, auch kein Interesse.
    Politik hat mit meinen Geschlechtsorganen nix zu tun, und mir deretwegen gesondert „frauenpolitisch“ entgegenkommen zu wollen, ist absurd und macht mich wütend. Denn es impliziert, dass man(n) mir aufgrund meiner Brüste nicht zutraut, mithalten zu können. Aber mein Hirn funktioniert, mein Herz schlägt, meine Sinne sind geschärft. Das zählt, sonst nichts. Arrrrrrrrr!

  63. Wenn wir von Politk und Neusprech reden möchte ich doch mal auf den Missbrauch hinweisen, der mit der „-innen“ Masche getrieben wird.

    Artig wird von Freundinnen und Freunden, von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Schülerinnen und Schülern geredet; Terroristen, Steuerhinterzieher, Temposünder existieren für jene Sprecher jedoch generell nur in der männlichen Form.

    Ich kann an dieser „Gutinnen und Gute“ gegen Böse Rhetorik und diesem „Wir gegen die Anderen“-Denken leider nichts modernes finden, ganz im Gegenteil. Schade, dass jeder der bei diesem propagandistischen Afeenzirkus nicht mitmacht gleich als Macho bzw. Unterdrückungsopfer missverstanden wird.

  64. du meine güte, was kommt im kampf um die korrekte bezeichnung als nächstes? mensch – menschin? lächerliche diskussion, unnötig wie ein kropf und pure zeitverschwendung.

    • Stimmt. Hätten die Piraten einfach gesagt es gäbe Pirat und Piratin … die unnötige Verdrehung kommt eben von den Piraten.

      • ich bin eine frau und definiere meinen gesellschaftlichen und sonstigen stellenwert weder über mein geschlecht noch ein anhängsel an diversen wörtern. dass die piraten bewusst auf diesen pipifax verzichten, betrachte ich als fortschritt, nicht als makel.

  65. ~böse~ Wow, echt qualifiziert was jemandem bei der Masturbation zu „EMMA“ so alles einfallen kann. ~/böse~

    Dass die Bewegung von Anfang an den Begriff „Pirat“ als geschlechtsneutral definiert empfinde ich als wackliges Fundament für solche Unterstellungen.

    Der harte Kern der Piraten kommt aus Bereichen in denen Frauen leider noch die Minderheit sind. Die Schuld daran den Piraten zuzuschieben ist eine Leistung die selbst die Familienministerin bis jetzt noch nicht geschafft hat.

    Also angesichts eines derartigen Vorwurfs hätte ich mir schon ein paar bodenständige Argumente erwartet.

    Schwach.

  66. [...] man hier lesen kann, wird der Vorwurf erhoben, dass die Piratenpartei eine frauenfeindliche Organisation [...]

  67. Da dachte ich wir sind aus dem Internet, wo unterscheidungen wie Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Glauben, Augenfarbe, Frühstücksgewohnheiten usw. nichtmehr Zählen – nur der geistige Output. Aber scheinbar hab ich mich im Jahrhundert geirrt.
    Grundrechte (und um diese gehts den Piraten doch im Grunde) sind also keine „Frauenthemen“?
    Schade das Dir Pirat/Piratin unterscheidungen scheinbar wichtiger sind als Deine Grundrechte.
    Ich engagiere mich derweil weiter dafür das wir mal dahin kommen wo ich uns in meiem ersten Satz bereits wähnte.
    Scheinbar scheitert diese Utopie am binnen-I.

    • Gleichberechtigung ist ein Grundrecht, Oliver. Es ist besser zu wissen, über was man redet. Eine Vorbedingung für eine Gleichberechtigung ist eine Gleichbehandlung entweder dadurch, das beide Geschlechter genannt werden oder die Schaffung eines Ausgleichs durch positive Diskriminierung. Wenn Pirat/Piratin denn so unwichtig ist, warum hat sich die PP dann die Mühe gemacht hier eine Ausnahme von der deutschen Sprache zu generieren? Ich behaupte einfach mal, das man schon wusste warum.

      • Warte: Ich schaffe Gleichberechtigung durch positive Diskriminierung.

        Kommt dir da nicht selbst etwas komisch vor? Wie kann man Gleichberechtigung durch Diskriminierung schaffen? Das geht nicht.

      • „Eine Vorbedingung für eine Gleichberechtigung ist eine Gleichbehandlung entweder dadurch, das beide Geschlechter genannt werden oder die Schaffung eines Ausgleichs durch positive Diskriminierung.“

        Sagt wer? Gleichberechtigung ist also nicht das alle Menschen gleich behandelt werden, sondern das männliche und weibliche Wortformen erschaffen und verwendet werden? Prost Mahlzeit.
        „Positive Diskiminierung“ ist wie „negative Beschleunigung“ nicht „deutsche Sprache“ aber dazu weiter unten mehr.

        „Wenn Pirat/Piratin denn so unwichtig ist, warum hat sich die PP dann die Mühe gemacht hier eine Ausnahme von der deutschen Sprache zu generieren?“

        Die deusche Sprache wird von den Menschen definiert die sie sprechen, nicht vom Duden-Verlag.
        Die Benutzung des Binnen-I stellt übrigens eine generierte Ausnahme der deutschen Sprache dar, aber das ist Dir sicherlich klar.
        Wenn die Regierung Krieg jetzt „Humanitäre Friedensmission“ nennt und das jeder schluckt – warum dann ein Faß aufmachen wenn Mitglieder (auch solche ohne Glied) der Piratenpartei für sich ausmachen das Piraten Geschlechtsneutral ist?
        Du bist offenbar ein Troll, ich hör jetzt auch Dich zu füttern.

  68. „Dies hat sicher auch damit zutun [..], das viele junge Männer Feminismus eher als Repression erleben und eben nicht als Befreiungsmethode (auch für sich selbst) entdeckt haben.“

    Vielleicht liegt das ja daran, dass manche Auswüchse des Feminismus (nicht der Feminimus generell!) tatsächlich männerfeindlich, diskriminierend und repressiv SIND? Aber darüber auch nur nachzudenken ist ja bereits anti-progressiv und ganz doll böse.

    • Nein, daran liegt es sicher nicht. Ich wüsste auch nicht welche Auswüchse das sein sollten. Am Anfang der Debatte sollte zumindest die Zurkenntnisnahme der Tatsache der negativen Diskriminierung von Frauen liegen.

      • Dann musst du dir nur die vielen Männer in einer Schlange vor dem Mikrofon bei einem (Grünen) Parteitag ansehen an der eine Frau (mit welchem Recht?) vorbeimaschiert um zu erleben wie eine Quote durchaus diskriminierend sein kann.

        Ansonten: solange sich die weiblichen Piraten in der Partei wohlfühlen ist das deutlich mehr wert als jemand der von Außen draufschaut, falsche Schlüsse zieht (Unterstellungen?) und zu 100% am Ziel vorbeischiesst.

        Gruß
        Bernd

      • Kannst du bitte näher erläutern, wo in Parteien es negative Diskriminierung gibt? Du kannst auch gerne auf die Piratenpartei eingehen. Ich würde nur gern mehr Argumente hören als nur die Verwendung des geschlechtsneutralen Maskulinums.

        Im Übrigen: wie erklärt es sich, dass selbst bei den Grünen nur 37,5% Prozent der Mitglieder Frauen sind, obwohl dort seit knapp 30 Jahren alles gegen die Ungleichberechtigung der Frau getan wird?

  69. Feministinnen sind nervige Trollinnen und die Grünninen um Seelinger auch, die nur zu karriereorientiert ist um zu den Piraten zu wechseln.

    Denn wenn sich Frauen nicht politisch engagieren, dann gibt es halt auch keine Extrawurst und kein gesondertes Gewicht. Kein Parteifrauenparkplatz. Wer nicht eintritt und sich parteipolitisch engagiert braucht sich nicht zu beklagen, wenn er nicht mitbestimmen kann, und mit kruder Gleichheits-Ideologie von vorgestern zu kommen.

    Das Problem sind nicht die Piraten. Das Problem ist das mangelnde gesellschaftlich-politische Engagement von Frauen. Auch bei vielen Open Source Projekten siehst du das. Da wird ja nun weiss Gott keiner ausgeschlossen. Positive Diskriminierung oder Exotenschutz darf es nicht geben. Im Netz, beim Bloggen, beim Coden usw. interessiert sich kein Mensch für dein Geschlecht. Das Problem und das ist eben die – vielleicht gesellschaftlich verankerte Situation – ist das in allen Parteien Frauen sich anteilmässig deutlich weniger engagieren. Mit anderen Worten statistisch gesehen interessieren sich Personen mit einem weiblichen Geschlecht weniger für Politik.

    Ist ja okay. Das ist aber ein Problem, das Frauen selbst lösen müssen durch ihren Eintritt in Parteien und ihre Teilnahme am politischen Diskurs. Biologisch sind sie sowieso schon positiv diskriminiert, weil sie länger leben.

    Heute sind wir in einer Situation, wo Frauen in vielen Bereichen objektiv positiv von Staatswegen diskriminiert werden. Vor allem im öffentlichen Dienst. Das ist nicht mit dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes wie ich das verstehe vereinbar. Ich bin geschlechterindifferent. Geschlecht soll schlichtweg keine Rolle spielen.

    Wie viel bürgerfreundlicher könnte die Verwaltung werden, wenn wir die Verschwendung öffentlicher Kapazität durch Gleichstellungsbeauftragte einsparen als 5. Kolonne der Genderideologie, und Politik und Verwaltung sich auf die wirklich wichtigen Fragen unserer Zeit konzentrieren?

    • Oh wow, da hasst aber jemand Frauen ganz gewaltig. Hast Du schon mal an eine Therapie gedacht? Cool it, man.

      • Das ist eine gemeine Unterstellung. Karsten tritt gegen eine Differenzierung von Frauen und Männern ein unter der Prämisse und Annahme, dass es in gewissen gesellschaftlichen Bereichen einfach keine reale Diskrimierung von Frauen (mehr) gibt.
        Wie kann er da Frauen hassen, wenn er nicht zwischen Frauen und Männern unterscheidet?

      • Stimmt. Der Vorwurf, ein Frauenhasser zu sein, ist unsachlich und gemein, ganz abgesehen von der Empfehlung, eine Therapie in Erwägung zu ziehen. Wer so agiert, sagt mehr über sich selbst aus, als über den Angegriffenen!

        Gruß,

        Michael

  70. [...]Sprache ist verräterisch – sie kann sich sowohl positiv wandeln – als auch missbrauch werden um bestimmte Ziele zu verfolgen. [...]

    z.B. kann man versuchen manipulativ auf seine Leser zu wirken. Die Piraten sind sicher nicht frauenfeindlich. Aber dies sollte jemandem, der sich selbst ja schon länger mit Politik beschäftigt auch aufgefallen sein.

    Liebe Grüße – blue-matrix

  71. Ohne Frauenanteil kann man sich eben nicht für Frauenthemen einsetzen. Wen Frauen das an der Partei missfällt, müssen sie sich an der Stelle eben miteinbringen.
    Ausserdem möchte ich anmerken, dass es lächerlich ist auf Etiketten wie „Piratin“ herumzureiten. Ich finde es absolut überflüssig, wirklich interessante Fragen, z.B. wie kann man die Gehälter angleichen trotz der wissenschaftlich erwiesenen Zurückhaltung von Frauen bei Gehaltsverhandlungen, werden an dieser Stelle außen vor gelassen.
    Papier ist geduldig. Mit dem Wörtchen „Piratin“ hätte man nichts zur Emanzipation beigetragen. Ungefähr so sinnvoll wie BIO-Aufkleber für alle Supermarktprodukte. Es ändert nichts an der Situation.

    • Wenn „Piratin“ denn so unwichtig ist als Wörtchen, warum dann ein Extra Beschluss „Piratin“ als Wort zu bannen? Die Aufforderung sich doch innerhalb der Piraten zu engagieren ist ungefähr so intelligent wie die Aufforderung der SPD an die Piraten sich innerhalb der SPD zu engagieren, statt in einer eigenen Partei. Zunächst einmal gibt es einen Wettbewerb um Mitglieder und Wähler zwischen den Parteien. Wenn ich die PP als nicht attraktiv genug empfinde aufgrund ihrer gewählten Politik als Wahloption oder als politische Heimat, dann ist das ausschließlich das Problem der PP und nicht das derjenigen, die eine andere politische Heimat wählen. Ich weiss gar nicht, warum es einerseits so klare Signale der PP gibt – und dann hinterher gejammert wird, wenn diese Signale dekodiert werden? Schließlich hat die PP diese Signale gehisst und nicht ich.

      • Wo steht was davon dass das Wort gebannt wurde? Es steht jeder Frau und jedem Mann frei sich „Pirat“ oder „Piratin“ zu nennen, beide Wörter sind austauschbar und nur Sexisten wie du bestehen auf diskriminierender Sprache.

        Du glaubst Piraten sind im vorletzten Jahrhundert stehen geblieben. Tatsächlich haben sie aber einige Jahrzehnte Vorsprung zu dir.

        Wenn irgendwo positive Diskriminierung Sinn machen soll dann muss sie gesamtgesellschaftlich stattfinden. Denn eine außerparlamentarische Partei, die nicht negativ diskriminiert, kann man schlecht für gesamtgesellschaftliche Probleme verantwortlich machen.

        Aber spiel nur weiter deine gekünstelte Entrüstung und bilde dir weiter ein dass Worte ohne Taten auch nur irgendwas Positives bewirken werden.

  72. Ahoi.

    Zu deinen Punkten:

    1. Ja, der Frauenanteil wird niedriger wahrgenommen, aber er ist nicht so signifikant niedriger wie du hier darstellst. Selbst die Grünen haben – laut einer Zahl in den Kommentaren von Julias Blog – „nur“ 37% Frauen, bei anderen Parteien sieht es da schon schlechter aus (teilweise um die 20% und niedriger). Wenn die Piraten nun bei z.B. 15% liegen (was offenbar niemand genau weiß), ist das nicht viel weniger ;) Und ich wüsste gerne, woher du den Anteil an Piratinnen kennst, wenn das Geschlecht beim Eintritt in die Partei nicht abgefragt wird und selbst die Pressestelle nichts genaueres sagen kann? Versuchst du da etwas blosse Vermutungen als Faktum zu verkaufen? :-)

    2. Wie du aus den Kommentaren in Julias Blog und in anderen Diskussion – wo Piratinnen teilnehmen – rauslesen kannst, sind gerade SIE (die Frauen) für Pirat statt Piratinnen! Daraus zu schließen, dass Piraten frauenfeindliche Politik betreiben ist gelinde gesagt, hanebüchen. Es wurde schon der Vorschlag eingebracht, dass wir ein Meinungsbild von sovielen Piratinnen wie möglich einholen sollten, dass würde uns dann auch verraten ob die tatsächliche Mehrheit dahinter steht. Ich persönlich hätte nichts gegen eine Unterscheidung zwischen Pirat und Piratinnen.

    Da es im Piratenwiki eine spezielle AG für Frauenöffentlichkeitsarbeit etc. gibt, werde ich mich da mal einbringen und schauen was sich ergibt.

    Grüße
    Daniel – Pirat

    PS: Ist nicht böse gemeint, hätte mir einfach nu ein bisschen objektivere Berichterstattung gewünscht ;-) (aber blogs sind halt so)

    • Also Spiegel schrieb maximal jedes 10. Mitglied http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,642348,00.html – Ich persönlich kenne nur die Quote des Kieler Stammtisches bei dem ich manchmal war, bevor ich mich von den Piraten abgewandt habe. Da sind es meist 100% Männer und ab und zu mal eine Frau – Quote dort eher 5%. Wo ich hinschaue bei den Piraten siehts ähnlich aus. Ich denke das der Anteil extrem gering ist bezweifelt niemand – genaue Zahlen kann es eben nicht geben. Die Frauen, die eben aus besagten Gründen nicht eintreten, weil sie sich unerwünschten fühlen tauchen natürlich auch in keiner Statistik auf. Es ist an den bestehenden Piraten zu überlegen, ob die bisherige Haltung wirklich richtig war. Wenn ihr meint das ja, dann macht halt weiter so.

      • Dann hat der Spiegel also auch mehr Informationen als die Pressestelle der PP? Ist ja interessant. Der Artikel ist übrigens vom 13.08.2009, damals waren mitten in der Aufschwungswelle (die immernoch anhält), mit der Welle sind jede Menge neue weibliche MitgliederINNEN eingetreten. Und nur weil die Frauen offenbar nicht so zahlreiche auf Stammtischen vertreten sind (was du auch nicht belegen kannst), heißt es nicht, dass die selbe Quote bei der Gesamtmitgliederzahl gilt :-)
        Ich habe übrigens bisher von keiner Frau (du bist ja keine nehme ich an, da Thilo ein männlicher Name ist) gehört, dass sie nicht eintreten möchte, weil Frauen bei uns in irgendeiner Weise diskriminiert werden.

        Übrigens habe ich grade einen deiner Artikel gelesen, der folgende Passage aus der Bundessatzung kritisiert „(5) Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet. “ (Abschnitt A, §1). Vllt. könntest du mir auch erläutern wieso das ein Problem ist? Hab noch nie jemanden gesehen der sich darüber beschwert, dass man statt grüne nicht grüninnen sagt, aber bei dem Plural von Pirat, soll das ein Problem sein? Zweierlei Maß?

        Grüße
        Daniel – Pirat

  73. Zur Meinung selbst kann man nichts sagen. Vailde Ansicht. Aber Negieren und Ausklammern sind 2 verschiedene Dinge.

    Das mit dem „Machogehabe“ finde ich lustig, ich würde eher von *Unsicherheit* gegenüber dem Thema sprechen. Das trifft es IMHO besser.

  74. Der Unterschied ist doch, dass es tatsächlich historische Piratinnen gab – und auch der Duden sagt das. Wenn die Piraten per Beschluss nun festlegen, dass es sowas nicht gibt, zumindest nicht bei IHNEN, so grenzen sie sich dadurch von der üblichen Deutschen Sprache ab. Wenn man sowas tut, sollte man gute Gründe haben. Ich habe Verständnis dafür, das man Dinge nicht verkomplizieren will – aber warum dann nicht z.B. „Piratin“ auch für Männer? Soll ich Dir sagen warum? Weil sich da die Männer nicht mitbezeichnet fühlen würden. Nun haben wir Jahrzehnte gebraucht dafür, das Frauen nicht „Bankkaufmann“ sagen müssen oder „Schlosser“ und nun, 2009 legt die PP den Rückwärtsgang ein. Wohlgemerkt: Da haben keine Feministinnen euch was vorschreiben wollen, sondern IHR habe für euch eine Differenz definiert. Damit habt ihr Methoden des Feminismus benutzt. Was ich aus vielen Kommentaren herauslese ist, das dies tatsächlich eine Art Antifeminismus ist – also nicht eine solidarische Neudefinition des Mannes, sondern der Versuch da irgendwas zurückzugewinnen. Ich denke aber als selbstbewusster Mann hat man nichts zu verlieren, wenn man den Frauen entgegenkommt – im Gegenteil.

  75. Nur was der Duden sagt ist noch lange nicht bindend, er nimmt nur Wörter auf die halt im Sprachgebrauch landen, auch „googlen“ etc.! Für mich ist das Wort „Pirat“ bzw. „Piraten“ neutral zu werten, unterschieden wird mMn durch „männlicher“ oder „weiblicher“ Pirat. Nur weil man durch ein anhängen von „in“ jedes Wort anscheinend verweiblichen kann, heißt es nicht, dass nur das den Anspruch auf Richtigkeit hat. Du tust so, als ob jedes Wort was irgendwas bezeichnet zuersteinmal männlich ist und verweiblicht werden muss, dabei gibt es auch geschlechtsneutrale Wörter, die nicht einfach nur was männliches beschreiben nur weil ein „der“ als Artikel davor steht.
    Außerdem unterstellst du den Piraten (!) etwas bösartiges, nur weil sie nicht alles so verkomplizieren wollten, meiner Meinung nach ist das mehr als ungerechtfertigt und du solltest schon mehr bieten als diese linguistische Spitzfindigkeit um deine Behauptungen zu untermauern.

    Gruß
    Daniel – Pirat

  76. Sorry, aber ich bin einer von den (männlichen) Piraten die nichts dagegen haben sich auch als „Piratin“ zu bezeichnen – denn der Anhang „in(nen)“ sagt traditionell bis auf ein physisches Attribut auf welches es in einer rechtsstaatlichen Demokratie nicht ankommen sollte NICHTS aus. Nur die wenigsten haben ihr Geschlecht (nachträglich) gewählt, daher ist es nichts was man erreicht hat, nichts wofür man stolz (oder gar nachtragend) sein könnte – so wie auch Nationalität oder Hautfarbe.

    Der Grund warum die meisten Piraten (ganz gleich ob Ansammlungen rein männlicher oder gemischter Populationen) sich als Piraten bezeichnn ist dass „Pirat“ im Gegensatz zu „Piratin“ tatsächlich geschlechtsneutral ist. Die Diskriminierung beginnt tatsächlich erst dort, wo man ein geschlechtsspezifisches Wort einführt – also dort, wo man auf „Aschenbecher und Aschenbecherin“ besteht.

    Du hälst den Piraten vor sie würden hier im Rückwärtsgang fahren. Das Gegenteil ist der Fall, Leute wie du sind neben negativen Sexisten die angezogene Handbremse.

  77. Es ist keine linguistische Spitzfindigkeit. Es gibt eben eine weibliche und eine männliche Form. Wenn man eine weglässt und das gerade die weibliche, wo Frauen ja auch diskriminiert ist, ist im besten Falle bewusstlos. Wenn jetzt die Handwerkinnung beschliesst alle weiblichen Berufsbezeichungen zu löschen wäre das für euch also auch nichts als eine linguistische Spitzfindigkeit?

  78. „Wenn jetzt die Handwerkinnung beschliesst alle weiblichen Berufsbezeichungen zu löschen wäre das für euch also auch nichts als eine linguistische Spitzfindigkeit?“

    „Piratin“ ist nicht „gelöscht“ (oder „gebannt“, wie du es weiter oben geschrieben hast), es ist lediglich nicht offiziell, und jede Frau und jeder Mann kann sich gern als „Piratin“ bezeichnen. Wer sollte warum denn was dagegen machen? Was alleinig festgelegt ist, ist dass das Wort „Pirat“ nicht auf penistragende Bürgerinnen und Bürger begrenzt ist.

  79. Würde sie nicht machen. Handwerkung hört sich echt beschissen an ;)

  80. Das ist in meinen Augen Quatsch, was du da erzählst. „Pirat“ ist geschlechtsneutral und ich fand den Begriff eigentlich ziemlich genial und elegant.

    Genauso wie bei „Katze“ – rein sprachformal heißt es zwar „die Katze“, aber kein Mensch käme auf die Idee, Katzen und Katzer (oder Katzinnen) zu sagen. Und es ist jedem klar, daß „die Katze“ natürlich sowohl Kater als auch Kätzin beinhalten kann (wenn man wirklich das Geschlecht eindeutig beschreiben will).

    Meiner Meinung nach sind es gerade Menschen wie du, die mit einer künstlichen Aufspaltung nach Männern und Frauen, gerade die Benachteilingung, die sie angeblich anprangern, erst hervorrufen. Ich weiß nicht, ob dir das überhaupt so bewußt ist.

    -Thomas

  81. Kann es sein, das die PP voll ist mit frustrierten Männern, die aus den GRÜNEN geflüchtet sind, weil sie es nicht ertrugen am Mikrofon zu kurz zu kommen?

  82. Tja, Peter, lies doch bitte selber mal etwas mehr zu Feminismus – ich werde da jetzt nicht ausgiebig in einem Kommentar antworten. Nur so viel: Es ist schlau sich erst mal schalu zu machen – die Argumente zu verstehen – die Methoden – dann auch mal schauen, was die Soziologie sagt welche Auswirkungen positive Diskriminierungen haben – und erst DANN konkret zu kritisieren.

  83. Wenn dann wohl eher, weil die Grünen für nichts mehr stehen und nicht mehr glaubwürdig sind und weil sie die Themen der Piraten, genau wie alle anderen Parteien, immens vernachlässigt haben.
    So jedenfalls die Aussage von einem Grünen der nun bei uns ist :)

    Daniel – Pirat

    ps: Ein schlechter Diskussionsstil persönlich zu werden, aber wenn man keine Argumente hat … ;)

  84. Mit dem Kommentar hast Du dich nun endgültig aus dem Rahmen einer argumentativ geführten Debatte verabschiedet.

    Fakt ist – es gibt keine Zahlen zu der Frauenquote in der PP. Der Mitgliederantrag enthält kein Feld zur Angabe des Geschlechts. Haben andere Parteien das? Warum? Werden da Männer und Frauen unterschiedlich behandelt?

    Auf jeden Fall ist eine Entscheidung auf „Piratin“ zu verzichten noch kein komplettes Parteiprogramm zum Thema Gleichberechtigung und wer deswegen die Piraten nicht wählt, der hat eine sehr naive Vorstellung von der Relevanz unserer Schwerpunktthemen.

  85. Es gibt viele Arten auf die Diskriminierung wirkt. Zunächst einmal lässt sich sagen, das alleine das Fehlen von Frauen in der PP ein Indiz ist dafür, das Diskriminierung vorliegt. Diskriminierung wirkt z.B. alleine schon durch individuelle Vourteile, wie ich sie hier auch gelesen habe – nach dem Motto Frauen interessieren sich halt nicht so für die Themen der PP. Dann stellt bereits ein mehrheitlich Männliches Quorum ein Hindernis dar für Frauen. Die Frauenquote in manchen Parteien soll als Werkzeug dienen die auch dort vorhandenen Mehrheitsverhältnisse auszugleichen.

    Die piratige Sichtweise scheint zu sein: Es gibt keine Diskriminierung oder auch es gab nie eine? Noch nie etwas von Kampf der Frauen für ihre Rechte gehört? Oder glaubt ihr nur, das seit 2006 oder was auch immer Gleichberechtigung erreicht wurde?

  86. „Die Frauenquote in manchen Parteien soll als Werkzeug dienen die auch dort vorhandenen Mehrheitsverhältnisse auszugleichen.“

    Und exakt da beginnt die WAHRE Diskriminierung. Wenn man nicht akzeptiert, dass Menschen unterschiedlich sind, und dadurch tatsächlich einige mehr, andere weniger Interesse an einem Thema zeigen, diskriminiert man beide Seiten. Die, die nicht interessiert sind, weil man ihre Eigenheiten und -schaften nicht akzeptiert, und die, die interessiert sind, weil man sie durch „Quoten“ in der Ausübung ihrer Interessen und Kompetenzen behindert.

  87. Schon wieder diese absurde These, dass das fehlen von Frauen in der PP darauf zurückzuführen ist, dass Frauen dort diskriminiert werden. Also überall wo ein überwiegender Männer bzw. Frauenanteil herrscht, ist es also nur darauf zurückzuführen, dass es weniger vertretene Geschlecht diskriminiert wird, sehe ich das richtig? Ok, also in allen Naturwissenschaftlichen Studiengänge werden also Frauen diskriminiert, genauso in IT/Ingenieur/etc. Berufen, übrigens auch bei der Müllabfur, der Polizei und Feuerwehr. Und Männer werden nach dieser Logik im Beruf von z.B. der Hebamme oder dem Krankenpfleger, sowie Erzieher etc. diskriminiert. Fällt dir was auf?
    Natürlich gab es eine Zeit wo es keine gesetzliche Gleichberechtigung gab, genauso gab es eine Zeit wo es andere Grundrechte nicht gab. Aber wir leben diese Gleichberechtigung innerhalb der Partei, was leider nicht auf z.B. die Wirtschaftswelt zutrifft.

    Gruß
    Daniel – Pirat

  88. Ein Teufelskreis: es treten nur Männer ein, dadurch werden Frauen abgeschreckt, wodurch die Männerzahl weiter steigt und die Frauenquote sinkt. Verständlich.

    Verständlich auch, dass Frauen durch ruppige männliche Art verschreckt werden können. Das müsste man mal überprüfen, ob die Zahl der an Stammtischen verschreckten Frauen ungewöhnlich groß ist (gegenüber der verschreckten Männer).

    Unverständlich bleibt aber, wieso die Grünen trotz ihrer Fixierung auf Frauenthemen trotzdem nur 37,5% Frauenanteil haben. Was könnte man also noch besser machen als die Grünen? Eine Frauenquote für den Eintritt einführen?

    Sicherlich haben auch die Piraten vom Kampf der Frauen für ihre Rechte gehört. Aber welche Rechte werden den Frauen in der Piratenpartei verweigert?

  89. Hallo Thilo!

    Bei der Müllabfuhr fehlen auch Frauen, das ist also auch ein Zeichen von Diskriminierung?

    Gruss,

    Michael

  90. Nein, Diskriminierung beginnt dort, wo Diskriminierung beginnt und nicht dort, wo man ihr begegnet. man nennt dies zwar positive Diskriminierung – aber diesen Ausgleich als schlimmer zu bewerten als die Ursache verdreht einfach die Tatsachen.

  91. Schade, Du bist nicht auf’s Posting eingegangen – aber war wohl zu erwarten.

    Es ist eben KEINE Diskriminierung, wenn sich Menschen für Dinge mehr oder weniger interessieren, und sich dadurch eine spezifische Verteilung ergibt.
    Diese Verteilung gewaltsam auf eine 50:50 Verteilung zu forcieren ist Diskriminierung. In beide Richtungen.

  92. Danie ich kenne so einiges an Geschichten von Frauen die naturwissenschaftliches studiert haben – oder lies mal hier: http://kilux.wordpress.com/2009/06/05/zur-software-challenge-in-kiel-2009/ – Mag sein, das viele Männer das inzwischen für ganz normal halten.

  93. Moment – von 37,5% kann die PP ja bisher nur träumen. und es geht nicht um 50% Es geht nicht um eine 1:1-Gerechtigkeit, sondern um ein bewusstes Gegensteuern. So wie man Barrierefreiheit einführt um es mehr Menschen zu ermöglichen am gesellschaftlichen leben zu partizipieren. Manche Grenzen sind physikalisch und manche eben mehr psychologisch aber deswegen nicht minder real.

  94. „Aber welche Rechte werden den Frauen in der Piratenpartei verweigert?“

    Das ist zwar eine rhetorische Frage, aber eine Gute. Deshalb möchte ich darauf antworten.

    Kurze Antwort: Kein einziges.

    Lange Antwort: Bei den PIRATEN gibt es durchaus Frauen, die mitdiskutieren, mitwirken und Präsenz zeigen. Meinem Erleben nach begnegnen dem die männlichen Parteikollegen ausnahmslos aufgeschlossen, in der Regel sogar unterstützend. Den Vorwurf von Sexismus und Vorurteilen was Auswahl der Kandidaten und Belegung von Ämtern angeht, nenne ich ein Fantasieprodukt.

  95. Du weißt ja nicht einmal, was Postfeminismus ist! „Feminazis“ geht auch eindeutig zu weit!

  96. Nicht so wie ich Hysterie verstehe. Es ist bezeichnend, das hier alle Verteidiger der Piratenlinie den offenen Fragen aus dem Weg gehen.

  97. Ich habe Vorurteile gegenüber Piraten, die sich leider oft bestätigen. Wie man an dem Blog ja sehen kann, habe ich die Piraten ja eine zeitlang auch unterstützt. Nur definiere ich mich nicht erst als Pirat und versuche dann jeden Unsinn zu verteidigen. Insbesondere da ich gemerkt habe, dass mir die ignorante und arggogante Art und Weise des politischen Diskussionsstls gewaltig stinkt.

  98. Generischer Femininum nennt man das. In vielen EU-Programmen ist das schon seit Jahren usus. Les dazu z.B. auch http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/personen/frauenbeauftragte/hintergrund.html – Ich tue mich damit auch etwas schwer, weil es unüblich ist, versuche das aber durchaus in meinen Texten ab und an zu verwenden. Meine Einstellung würde ich da eher als spielrisch betrachten und nicht so bierernst. Ich denke es gilt da Mauern einzureissen. Jedenfalls ist mir das Generische Femininum bedeutend symapthischer als das Binnen-I. Wieso soll sich ein Mann nicht als Piratin bezeichnen können, wenn es andersherum selbstverständlich sein soll? Weil gefälligst Frauen sich unterordnen zu haben?

  99. Wow, aus Deiner Antwort wird deutlich was zumindest Du denkst. Der Feminismus ist doch nichts anderes als eine Bürgerrechtsbewegung, die sich für die Rechte der Frauen einsetzt. Genau so wie sich Gewerkschaften für die Rechte der Arbeiter einsetzt usw. usf. . Es gibt bestimmte Interessenlagen. Da Männer gewisse Machtpositionen innen haben wäre es absurd zu erwarten, das Frauen darauf warten, das Männer ihnen bestimmte Rechte einräumen.

    Ich weiss, das es da in der PP einen gewissen Hang zum Verfassungspatriotismus gibt. Aber das Grundgesetz alleie hat den Frauen nicht mehr Rechte gegeben. Es ist eben ein Unterschied ob gleiche Rechte grundsätzlich zugestanden werden oder ob sie umgesetzt sind. Aus Deinen Worten spricht in erster Linie Angst vor den Frauen – das diese, wenn sie sich für ihre ureigensten Rechte einsetzen das immer GEGEN die Männer gehen würde.

    Meine Sicht auf die Dinge ist eher die, das Menschen und Bürger ihre Konflikte in der Gesellschaft austragen. So ist die Unterdrückung der Frau seitens der Männer unvereinbar mit mehr Rechten für Frauen. Da helfen keine schönen Worte. das in dem Konflikt sich manchmal die Fronten verhärten ist schon möglich. Dies liegt dann aber eher dann vor, wenn Frauen seitens der Männer grundsätzliche Rechte verwehrt oder sie benachteiligt werden.

    Das Bild was viele von der Zivilgesellschaft haben ist m.E. oft falsch. Es ist nicht so, das benachteiligte Gruppen immer dadurch ihre Rechte erhalten hätten, dass sie die richtige Parteien gewählt hätten oder dadurch, dass die gedudlig gewartet hätten. Der Durchbruch kam oft dadurch, dass sich Rechte und Freiheiten eben einfach genommen oder erobert wurden. Siehe auch Freedom Rides.

    Sexismus ist eben dem Rassismus ähnlich. Dort wird in meinem Augen deutlicher was das bedeutet, was Du sagst – was Du forderst wäre jetzt z.B. auf die Geschichte übertragen, das Afroamerikanische Bürgerrechtler nichts hätten sagen dürfen gegen eine mehrheitlich weisse Diskriminierungspolitik. Auf demokratischem Wege war da z.B. sogar gar nichts zu machen. Auch die Kirche war in der demokratischen Vergangenheit zumeist eher kontraproduktiv.

    Man sollte dem ganzen Mainstream-Scheiss eben nicht glauben.

  100. „Der Grund ist vollkommen simple: Frauen interessieren sich nicht für Technik!“

    Ja danke für den Hinweis. Genau, Piraten haben verdammt noch mal keine Vorurteile gegen Frauen, Frauen sind einfach so. Da gibt es bei Männern einfach ein Technik-Gen, das haben Frauen nicht. Deswegen können Frauen ja auch nicht Technik? (Satire)

    Wenn hier einer Niveau unterschreitet, dann Du.

  101. @BesucherIn: Ich? Das war doch nie meine These – es sind doch andere hier die meinen, das Frauen sich z.B. für Technik nicht interessieren. Mein Einwand wendet sich ja eben gegen die Stigmatisierung einerseits – und andererseits gegen die antifeministische Politik der Piraten.

  102. Thilo: ich hätte jetzt grosse Lust, die allseits bekannte Merkbefreiung für dich auszufüllen. Denn an dieser These ist nichts falsches oder verklärendes dran. Um sie zu überprüfen, brauchst du nur ein Paar Stunden an der TU deiner Wahl zu verbringen; die Frauenquote dort ist unter aller Sau, und dies wird nicht durch die ach so bösen Männer verursacht. Sondern schlicht dadurch, dass die Frauen sich nicht für technischen Studiengänge begeistern, trotz diverser Motivationsversuche a-la Girls-Days.

  103. Ok, Deine These ist, dass das mangelnde Interesse von Frauen an technischen Studiengängen genetisch determiniert ist als wesentlichster Faktor. Dann müsste das Interesse aber einerseits über die Jahrzehnte als auch über Kutlurgrenzen hiwneg gleichbleiben. Dem ist aber überhaupt nicht so. Das schwankt sehr. Es ist die Sozialisierung, die gesellschaftlichen Bedingungen, der soziale Status der Eltern und im Studium nicht zuletzt auch die Art und weise wie mit Frauen umgegangen werden. Es gibt eben kein Technikgen. Sicher verhalten sich Frauen und Männer verschieden aus verschiedenen Gründen – aber hier geht es ja auch darum welche Schlüsse man ziehen kann, in wie weit es zu verallgemeinern wäre. Und da muss man ja sagen: Es gibt eben auch Frauen, die sich für Technik interessieren – und die haben es durchaus schwerer in männerdominierten Fachbereichen. Den Schluss, den du nahelegst diskriminiert eben die Frauen, die trotz der Sozialisierung und Hindernisse entegen den vorhandenen Vorurteilen ein technisches Studium anfangen – und diese Ausnahmen überzubetonen macht es nicht gerade „normaler“ oder wahrscheinlicher, dass Frauen das tun.

  104. Hallo Markus, im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren sehe ich den Feminismus nicht als Ideologie, sondern begreife den Feminismus als Teil der Bürgerrechtsbewegung. Die PP hat beschlossen, dass sie 1.) keine Mitglieder hat, sondern „Piraten“ – und 2.) das nur die männliche Bezeichung die offizielle ist. Das ist dann wenn Du so willst Antifeminismus oder Maskulinismus – man grenzt sich hier bewusst vom Feminismus ab. Aber Feminismus hat nichts anderes zum Ziel als das Erreichen des Grundrechtes auf Egalität. Egalität heisst nicht, das einem alles egal ist. Im Feminismus wird davon ausgegangen, dass es Widerstände und Hindernisse zum Ziel der Egalität für Frauen gibt. Selibiges gilt auch für andere gesellschaftliche Gruppen, siehe auch Alltagsrassismus. Die reine Definition der Gleichheit hat eben selbige noch nicht hergestellt. Was die Piraten oder Du fordern ist, das man nichts tun sollte, um dieses Ziel zu erreichen. Ich sehe das sehr anders. Wer behauptet Frauen wären heute schon gleichgestellt mit Männern, der läuft mit geschlossenen Augen duch die Welt. Und um das Argument gleich vorweg zu nehmen: Es geht NICHT um Gleichmacherei. Es geht darum zu versuchen eine gewisse Chancengleichheit herzustellen. Die gleiche Motivation, warum man es nicht vom Einkommen der Eltern abhängig machen sollte, ob Kinder eine gute Schulbildung bekommen. Mit der hier von euch angewendeten Logik müsste man sämtliche Förderprogramme streichen und am Ende ist die PP so eine Art FDP – bei der nur die Privilegierten eine Chance haben sich zu entwickeln aufgrund ihres Einkommen, Rasse, Geschlecht,… – das ist keine Welt in der ich leben möchte. Ich würde die PP lieber als Vorkämpferin für jegliche Grundrechte sehen – das wäre konsequent. Ich denke es hakt bei der PP da, wo Grundrechte eben nicht alleine durch die Einhaltung von Gesetzen definiert werden, sondern wo „weiche Faktoren“ den Grundrechtszielen im Wege stehen. Im Prinzip hat ein Kind in Bangladesh auch die gleichen Menschenrechte wie wir alle – und wenn es verhungert sagen wir „selber schuld“, es hatte ja alle Chancen? Chancen entstehen eben auch nur dann, wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind.

  105. Michael, es geht hier nicht darum, dass du von Deinen Exfreundinnen verlassen wurdest. Natürlich können Frauen auch Arschlöcher sein. Natürlich sind die nicht per se besser als Männer. Das habe ich auch nie geschrieben.

  106. Wahrscheinlich. Es ist anzunehmen, dass Frauen die Arbeit oft nicht zugetraut wird und sie daher als Bewerberinnen abgelehnt werden.

  107. Das wird aber vom radikalen Feminismus so dargestellt, und wird in der breiten Bevölkerung schon als Konsenz betrachtet, oder wie erklärst Du dir folgenden Satz, der aus dem aktuellem Grundsatzprogramm der SPD stammt?

    „Wer die menschliche
    Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“

    (http://www.spd.de/de/pdf/parteiprogramme/Hamburger-Programm_final.pdf), Seite 42

    Gruß,

    Michael

  108. Das mich Freundinnen verlassen haben, rechne ich, entgegen Deiner frechen Unterstellung, nicht als Diskriminierung!

    Gruß,

    Michael

  109. Du verstehst den Satz nicht? Ich verstehe ihn so, das eine REIN Männliche Gesellschaft nicht erwünscht sein kann, weil das impliziert, das Frauen überwiegend diskriminiert und unterdrückt werden.

  110. Du verstehst es einfach nicht. Wenn mir ein Afrodeutscher sagt, das es es ok findet, dass man ihn „Neger“ nennt, dann würde ich auch nicht dazu übergehen diesen Begriff zu verwenden. Es geht hier um Grundrechte und nicht um Elkes oder Marinas oder whoevers Rechte. Es geht nicht darum, ob es EINE oder MEHRERE Frauen gibt, die die Verletzung ihrer Grundrechte als selbstverständlich annehmen, sondern es geht darum, ob dieses Grundrechtsverletzung existiert.

    Oder nimm das Beispiel eines Arbeiters: Es gibt Leute, die arbeiten für 3 € pro Stunde. Das ist unter aller Kanone und eine Ausnutzung ihrer Arbeitskraft – selbst dann, wenn die Arbeiter sagen, das Sie sich gerne versklaven lassen.

    Von mir aus kann jede Frau ihre Grundrechte aufgeben. Das ändert aber nichts an den Fakten. Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten. das die Mehrheit der Piratinnen damit kein Problem hat ist klar. Genau so wei die Mehrheit der CDU-Frauen sicher kein Problem damit haben, das es in der CDU-Bundestagsfraktion keine Frauenquote gibt. Wer das wesentlich findet, wird halt kein CDU-Mitglied. D.h. die Piraten werden niemals Frauen und Männer gewinnen, denen Frauengrundrechte am Herzen liegen. Sie kriegen nur „mehr von der gleichen Sorte“ – eine Gruppe politisierter Menschen, denen entweder Frauenrechte am A… vorbei gehen oder Antifeministen sind – und die es ausreichend finden nur für Grundrechte im Internet einzutreten.

    Andere, wie ich, denken das Grundrechte unteilbar sein müssen. Und ich denke wer anfängt daran rumzusägen, der steht auf der falschen Seite. Hier geht es ja nicht darum einzelne Maßnahmen zu diskutieren. Hier wurde ja nicht einfach angezweifelt, ob denn eien Frauenquote ein wirksames Mittel ist – sondern es wurden Jahrhunderte Geschichte der Frauenbewegung, die viele Opfer gefordert hat als nutzlos und selbstverständlich weggewischt. Ich bin sicher einige der Frauen, die so hart für ihre und die heutiger Frauen Rechte gekämpft haben würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen und hören könnten, wie Frauen ihre eigenen Rechte so wenig zu achten wissen.

    Man kann das auch auf andere Grundrechte übertragen. Wer Grundrechte als „einfach selbstverständlich“ ansieht, weiss nichts von Geschichte und hat null Ahnung von Demokratie und Politik. Demokratie wurde uns nicht von den Königen und Kaisern gegeben, damit wir mitreden dürfen. Demokratie wurde zum Teil sehr blutig erstritten. Diese Verachtung für Bürgerrechte ist das Gegenteil, was ich von den Piraten erwartet hätte. Und muss sie somit als politische Gegner betrachten.

  111. Hallo Rob, danke für den ausführlichen Kommentar. Ich fange mal hinten an – ganz zum Schluss erwähnst Du recht beiläufig den historischen Aspekt. Der kommt mir in den Kommentaren immer zu kurz. Ich vermisse da auch abemals eine deutlichere Anerkennung des Faktum der Diskriminierung von Frauen. Ich lese da vor allem wieder eine Relativierung. Durchweg stelle ich fest, dass der Wert des Feminismus für die Bürgerrechte im Umfeld der Piraten als entweder sehr gering oder nicht vorhanden angesehen wird. Es scheint die Sichtweise vorzuherrschen, das seit jeher eher der Feminismus (=die Frauen?) das Problem war und nicht die Diskriminierung.

    Und hier springe ich zum Anfang Deines Kommentares: Du hebst darauf ab, dass Frauenrechte keine Kernthemen der Piraten sind. Ist ein gewisses Faktum. Es erinnert mich an 1968 in Deutschland in der Studentenbewegung, wo die Männer lieber die Frauen fürs Kafffeekochen hatten – und ihr Ansinnen auch über Frauenrechte zu sprechen auf öffentlichen Veranstaltungen wurde sinngemäß so beantwortet, dass man doch erst mal die Revolution machen solle – und dass die Frauen der Bewegung eine Diskussion aufzwingen und damit schwächen würden. Sprich konterrevolutionär.

    Wie ich schon sagte, sind Menschenrechte unteilbar. Der Aspekt der Egalität/Gleichheit ist dabei zentral. Dieser wird aber nicht allein durch eine gesetzliche Festschreibung erwirkt. Das SOLLTEN alle Parteien akzeptieren. Das passiert auch überwiegend in den grundsätzlich wählbaren Parteien – nicht aber bei den Piraten. Man sagt zwar, man sei pro Grundrechte – aber ich sehe da ehrlich gesagt große Lücken, die aus meiner Sicht keinen Sinn ergeben und die Piraten als Bürgerrechtspartei unglaubwürdig machen.

    Ich akzeptiere es vollkommen, wenn Leute über die richtigen Maßnahmen zur Näherung an die Egalität streiten. Vielleicht sind da Methoden wie Quoten tatsächlich nicht mehr zeitgemäß – aber die Diskussion sehe ich nicht bei den Piraten. Ich sehe eine Partei, die glaubt Egalität sei erreicht, Ende der Geschichte. So kann ich die aber nicht ernst nehmen. Ich fordere da andere Konzepte um die gleichen Ziel zu erreichen. Ansonsten konstatere ich, dass die PP Menschenrechte für teilbar hält und offensichtlich für bestimmte Gruppen deren Rechte für nicht wesentlich hält. Es deutet ja auch einiges darauf hin, dass bisher Barrierefreiheit auch nicht als Wesentlich angesehen wurde.


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