Herrlich, herrlich:
Da hatte jemand dem neuen Wirtschaftsminister einen „Wilhelm“ untergeschoben.
Skeptische Wikipedia-Autoren hatten in der Zwischenzeit Verdacht geschöpft: „Die Namen glaube ich erst mit dezidiertem Einzelnachweis“, schrieb einer von ihnen. Doch der falsche Vorname verschwand nur kurzzeitig aus der Online-Enzyklopädie. Denn der Einzelnachweis war schnell gefunden: Schließlich konnte man ja bei „Spiegel Online“ nachlesen, dass sich der Minister selbst so nennt. Weil Journalisten ungeprüft von Wikipedia abschreiben und Wikipedia journalistische Texte als glaubwürdige Quelle betrachtet, wurde der erfundene Vorname schnell zur medialen Wirklichkeit.
Das ist Ergebnis einer Wikipedia-Politik, die z. B. originäre Forschung als prinzipiell nicht-vertrauenswüdig ansieht – aber dafür Journalismus als per se vertrauenswürdig. Das ist keine „Panne“ – das ist Programm. Es MUSS sowas passieren bei den Wikipedia-Grundregeln.